Route Uslar-Neuhaus

Uslarer Gymnasiasten schildern erste Etappe zum Jakobsweg aus

Startpunkt St.-Konrad-Kirche: Vor der katholischen Kirche in Uslar begannen die Gymnasiasten mit der Ausschilderung des Jakobswegs. Das erste Schild klebte Orkidea Qordukaj (Kl. 10 b) an den Fahnenmast.
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Startpunkt St.-Konrad-Kirche: Vor der katholischen Kirche in Uslar begannen die Uslarer Gymnasiasten mit der Ausschilderung des Jakobswegs. Das erste Schild klebte Orkidea Qordukaj (Kl. 10 b) an den Fahnenmast.

Wer den Jakobsweg erwandern möchte, kann ab sofort direkt vor der Haustür im Uslarer Land damit starten.

Uslar – Zusammen mit einer Schülergruppe des Gymnasiums hat Lehrer und Diakon Norbert Linkmann den Weg ab Uslar mit dem entsprechenden Zeichen der Jakobsmuschel auf blauem Grund ausgeschildert. Zuvor hatten sich die Schüler im Wahlpflichtunterricht „Pilgern“ das Thema erschlossen und eine Plakatausstellung in der Schule erarbeitet. Dabei ging es neben der religiösen Bedeutung der Wallfahrt und berühmte europäische Wallfahrtsorte um die Geschichte des Jakobswegs im Mittelalter und in der Neuzeit.

So erfuhren die Schüler etwa, dass schon Johann Wolfgang von Goethe den Pilgerweg als Wiege des modernen Europas auslegte und Autoren wie Paulo Coelho oder Hape Kerkeling das Pilgern interpretierten und erlebten. Kerkeling hat mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ wesentlich Anteil daran, dass Pilgern wieder populär wurde. Auf dem Jakobsweg erreichten 2019 fast 350 000 Pilger das Ziel, die vermeintliche Grabstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, im vorigen Jahr Corona--bedingt immer noch fast 54 000.

Mit ihrem Lehrer Norbert Linkmann hatten die Schüler eine Wissensquelle, die den wohl berühmtesten Pilgerweg der Welt selbst erwandert hat. Linkmann, katholischer Theologe und Lehrer für Religion, Philosophie und Französisch, hatte sich von 2002 bis 2013 immer in den Herbst- und Sommerferien zu Fuß aufgemacht, um den Jakobsweg von Uslar über Paderborn, Bad Münstereifel, weiter nach Frankreich über Metz, Taizé, St. Etienne und Roncesvalles bis zum Ziel in Santiago de Compostela zu wandern.

Von den Erfahrungen wie bei Übernachtungen und Begegnungen in Klöstern, bei Pfarrern oder in Dorfgemeinschaftshäusern berichtet er gerne. So gebe es in Frankreich ein Gesetz, dass die Bürgermeister für Pilger die Gemeinschaftshäuser aufschließen müssten, um diese darin übernachten zu lassen.

Bereits 2005 hatte er mit Schülern ein Pilgerhandbuch erstellt und den Weg von Einbeck bis Höxter erkundet. Mit den Schülern der WPU-Kurse von 2019/2020 und 2020/2021 hatte er die 29 Kilometer lange Pilgerroute von Uslar über Neuhaus nach Höxter zum Kloster Corvey als Zubringer der Pilgerstrecke von Magdeburg über Braunschweig bis nach Höxter erarbeitet.

Dabei lernten die Schüler auch, dass es einige offizielle Schritte einzuhalten gibt, wie Genehmigungen einzuholen, um den Weg ausschildern zu dürfen. Damit begannen sie an der St.-Konrad-Kirche in Uslar und setzten den Weg bis zur Kreisgrenze in Neuhaus fort.

Dort ist erst mal Schluss. Zwar hatte der Landkreis Northeim die Erlaubnis für das Ausschildern erteilt, der Landkreis Holzminden aber noch nicht. (zyp)

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