Salon Marzog

Friseurgeschäft in Uslar öffnet gleich nach Mitternacht zum ersten Schnitt

Erster Kunde nach dem zweiten Lockdown im Friseursalon von Melanie Marzog in Uslar war Alexander Heidt. Gleich nach Mitternacht war er dran. Danach standen noch drei Kunden auf der Liste.
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Erster Kunde nach dem zweiten Lockdown im Friseursalon von Melanie Marzog in Uslar war Alexander Heidt. Gleich nach Mitternacht war er dran. Danach standen noch drei Kunden auf der Liste.

Der Vernawahlshäuser Alexander Heidt war der erste Kunde im Uslarer Land, dem die Haare geschnitten wurden. Denn Melanie Marzog öffnete um 0.01 Uhr am 1. März ihr Friseurgeschäft an der Wiesenstraße in Uslar.

Uslar - Bereits nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr hatte die Inhaberin dreier Friseurgeschäfte in Uslar, Vernawahlshausen und Bodenfelde auf sich aufmerksam gemacht, als sie um Mitternacht öffnete, um die Kunden wieder zu bedienen.

Dieses Mal habe sie das eigentlich nicht vorgehabt, berichtet die Friseurmeisterin, sich aufgrund der Nachfrage dann aber doch dazu entschlossen. Denn nachdem der neue Laden in Uslar ein Jahr lang richtig gut gelaufen sei, zähle jetzt jeder Tag. Länger hätte der Lockdown nicht dauern dürfen, sagt Marzog. Die Reserven sind aufgebraucht.

Zehn Wochen lang mussten ihre Kunden die Haare wachsen lassen. Das bedeutete auch, zehn Wochen lang keine Arbeit und damit verbundene Einnahmen für sie und ihre zwölf Mitarbeiterinnen, dafür aber weiterhin laufende Kosten. Als direkt von den Schließungen betroffenes Unternehmen beantragte Melanie Marzog außerordentliche Wirtschaftshilfe, die auch als November- und Dezemberhilfe bekannt ist. Das brachte immerhin 7000 Euro an Zuschüssen, die allerdings bei weitem nicht ausreichten, um die Schließzeit zu überstehen.

Zum Glück, sagt Marzog, habe sie den Verdienst aus der Phase zwischen den beiden Lockdowns im letzten Jahr gespart, statt in die Renovierung des Geschäfts in Bodenfelde zu investieren. Trotz Schließung der Geschäfte war Marzog an jedem Arbeitstag zusammen mit den Auszubildenden in ihrer Uslarer Filiale. Anders als für ausgelernte Fachkräfte gibt es für Auszubildende keine Kurzarbeit. Also wurde geübt, an Ideen gefeilt und an der Fitness gearbeitet.

Das habe Spaß gemacht und war richtig anstrengend, sagt Marzog: „Wir haben die Matten ausgerollt und die Tür weit aufgemacht.“ Damit hat sie sich auch vorbereitet auf das, was ihr in den nächsten Wochen bevorsteht.

Um die Wünsche der Kunden nach Terminen möglichst schnell erfüllen zu können, hat sie die Öffnungszeiten erweitert.

Von morgens um 7 Uhr bis abends um 22 Uhr wird gewaschen, geschnitten, gelegt und gefärbt, bis sich alles wieder eingependelt hat. Das ganze Team habe den Schlachtplan mit ausgearbeitet und ziehe mit, selbst diejenigen, die sonst nur an zwei Tagen die Woche arbeiten würden, ist die Chefin dankbar.

Den ersten Kunden hat sie schnell glücklich gemacht. Alexander Heidt sieht nach einmal waschen, schneiden, föhnen wieder sehr entspannt aus. Melanie Marzog wirkt ebenfalls entspannt und froh, wieder arbeiten zu können. Da macht es auch nichts, dass die Nacht sehr kurz ausfällt, wenn sie ihr Geschäft nach den drei noch anstehenden Kunden bereits um sieben Uhr wieder aufschließen muss. Gudrun Porath

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