Modellkommune

Familien im Uslarer Land brauchen Anlaufstelle für Rat

Uslar – In Uslar kennen sich viele Leute und man sei je nach Interessenlage oft auch gut miteinander vernetzt. Das sagte Simone Welzien aus Nienhagen bei Celle, die Mediatorin und Expertin in Sachen Mehrgenerationenhäuser ist, am Montag vor gut 35 Zuhörern im alten Rathaus. Dabei ging es um die Präsentation der Ergebnisse einer 15-köpfigen Steuerungsgruppe in Sachen Qualität vor Ort.

Bei dem Projekt Qualität vor Ort der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (Berlin) und des Bundesfamilienministeriums geht es bundesweit um etwa 150 Netzwerke in 20 Modellkommunen, von denen Uslar vor drei Jahren als kleinste mit in das Programm aufgenommen worden ist.

Ziel ist es, Kindern von klein auf die besten Chancen zu ermöglichen, egal wo sie aufwachsen oder welche Berufe ihre Eltern ausüben.

Simone Welzien und Dirk Rackwitz von der Kultusabteilung der Stadt hatten eine kleine Präsentation im Rathaus vorbereitet. Dabei ging es unter anderem um ein Gesamtkonzept für die frühe Bildung, Erziehung und Betreuung in der Stadt, das seit 2016 dem Rat der Stadt als Grundlage für Entscheidungen dient.

Laut Welzien gibt es im Uslarer Land bereits gute Beratungs- und Informationsangebote. Eine zentrale Stelle, die bei vielen Fragen kompetente Antworten geben kann, gibt es aber nicht.

Man habe sich in der Steuerungsgruppe nicht nur damit beschäftigt, wie man Uslar trotz demografischer Veränderungen lebendig weiter entwickeln könne, sondern auch damit, wie man das Netzwerk bündeln könne.

Als ein guter Ansatz wurden etwa die Informationsmessen für frühkindliche Bildung genannt, die zuletzt in der Sollingschule stattfand.

Festzustellen sei, dass es eine zunehmende Nachfrage nach Beratungs- und individuellen Betreuungsangeboten gebe. Die Gründe dafür seien unterschiedlich. Manchmal seien Eltern, die heute nicht mehr im Familienverbund wie vor einigen Jahrzehnten leben, unsicher. Manchmal sei auch eine andere Sprache ein Hindernis für Information und Komminikation. Das habe die „Soziamilieu-Analyse“ ergeben.

Die Kindertageseinrichtungen und Schulen haben teils bereits mit längeren und flexiblen Öffnungszeiten reagiert, weil dies veränderte Familienformen, ein höherer Anteil an Kindern mit sozial-emotionalen Defiziten, ein steigender Anteil von Familien mit Migrationshintergrund und ein höherer Anteil an psychisch erkrankten Eltern nötig mache. Zugleich gehe der Fachkräftemangel nach Einschätzung der Steuerungsgruppe zu Lasten der Qualität pädagogischer Arbeit.

Das Uslarer Familienzentrum bündele als Mehrgenerationenhaus bereits eine Vielzahl von Angeboten. Ein zentraler Anlaufpunkt als Teil der Gesamtstrategie fehle aber. Da sei jetzt die Lokalpolitik gefragt, hieß es im Rathaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.