Sitzungen im Forum

Albert-Schweitzer-Familienwerk stellt in Uslar die Weichen

Der im Juli 2022 scheidende Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks: Angela Schürzeberg (links), Dr. Omar Mahjoub (3.v.l.) und Wilfried Lorenz (4.v.l.) mit den Geschäftsführern Martin Kupper (2.v.l.) und Astrid Walter (5.v.l.) sowie dem Kuratoriums-Vorsitzenden Karl-Heinz Driehorst.
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Der im Juli 2022 scheidende Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks: Angela Schürzeberg (links), Dr. Omar Mahjoub (3.v.l.) und Wilfried Lorenz (4.v.l.) mit den Geschäftsführern Martin Kupper (2.v.l.) und Astrid Walter (5.v.l.) sowie dem Kuratoriums-Vorsitzenden Karl-Heinz Driehorst.

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Uslar hat bei seiner Mitgliederversammlung wichtige Entscheidungen getroffen.

Uslar – Beim Albert-Schweitzer-Familienwerk spricht man von einer „historischen“ Mitgliederversammlung im Forum des Uslarer Gymnasiums. Sie fand mit drei Sitzungen im 60. Jahr des Bestehens des gemeinnützigen Vereins statt. Dabei wurden die Weichen für die Zukunft gestellt.

So wird der ehrenamtliche Vorstand mit Dr. Omar Mahjoub (Hannover) an der Spitze und Dr. Matthias Wilkening (Sehnde), Wilfried Lorenz (Bad Pyrmont) und Angela Schürzeberg (Holenberg) zum 1. Juli 2022 nach jahrzehntelanger Vereinsführung die Verantwortung in jüngere Hände geben. Die derzeitigen Geschäftsführer Martin Kupper (Kassel) und Astrid Walter (Grebenstein) wurden zu dem Datum zum hauptamtlichen Vorstand bestellt. Die nötige Satzungsänderung war bereits im Juni beschlossen worden.

Etat für 2021

Geschäftsführerin Walter stellte für 2022 eine solide Haushaltsplanung vor, schreibt das Familienwerk. Die Umsätze sollen bei 52 Millionen Euro liegen. Dabei steht die Stärkung der Einrichtungen in ganz Niedersachsen im Mittelpunkt, heißt es weiter. Insgesamt will der Verein 4 Millionen Euro an seinen elf Standorten in Niedersachsen investieren.

Die größten Positionen sind 1 185 000 Euro im Therapeutikum Holzminden, 888 000 Euro im Seniorenzentrum Uslar und 366 000 Euro in der Altenhilfe Bleckede. Bei den Wegbegleitern in Südniedersachsen werden 252 000 Euro investiert und 423 000 Euro in der Behinderten- und Jugendhilfe Hermannsburg. 301 000 Euro sind im Kinderdorf in Alt Garge und 429 000 Euro im Kinderdorf Uslar vorgesehen.

Die größte Investition geht an die 950 Mitarbeiter, so das Familienwerk: 74 Prozent des Budgets sind Personalkosten. Geschäftsführer Kupper bestätigt: „Und das ist auch gut so. Wir haben in den vergangenen drei Jahren mit einer elfprozentigen Steigerung der Gehälter das Niveau des öffentlichen Dienstes erreicht und die Belegschaften zusätzlich mit Corona-Prämien als kleinen Ausgleich für großartige Leistungen belohnt.“

Berichte der Standorte

Höhepunkt beim Jahrestreffen sind die Berichte der acht Einrichtungsleiter. Auf die pandemische Lage habe sich das Familienwerk schnell und gut eingestellt, man spricht von „erfolgreicher Weiterentwicklung“. Eine deutliche Bremse ist und bleibe der spürbare Fachkräftemangel.

In der Jugendhilfe seien die Einrichtungen gezwungen, das Angebot zurückzuschrauben. In der Altenhilfe sei an eine Ausweitung des Pflegeangebots nicht zu denken.

Ein großes Lob ging an die Mitarbeiter. Sie leisteten besonders in der Pandemie Großartiges. Im Namen der Kinder, Jugendlichen, alten, kranken und behinderten Menschen könne man ihnen gar nicht genug danken, schreibt die Einrichtung.

Kuratoriumswahl

Kontinuität gab es bei den Wahlen. Die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt (Delligsen), Torsten Bauer (Uslar), Hans-Dirk Richter (Dassendorf), Dr. Franc Pfahl (Göttingen) und Rainer Kamphus (Hannover) wurden erneut für fünf Jahre in das Kuratorium gewählt.

Ehrungen

Drei Mitglieder sind seit der Vereinsgründung 1961 noch dabei. Die Förderer der ersten Stunde, Margarete Obermann (Schönhagen), Herwig Liebsch (Uslar) und die Firma Schröder Fahrzeugtechnik (Wiesmoor) wurden wegen Corona persönlich zu Hause für 60 Jahre Treue geehrt.

Rückblick auf 60 Jahre

Geschäftsführer Kupper und Marketingleiter Jörg Grabowsky (Schoningen) unternahmen eine Zeitreise, erinnerten an 60 Jahre Albert-Schweitzer-Familienwerk mit seinen Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe, der Behinderten- und Altenhilfe sowie als Anlaufstelle für psychisch erkrankte Kinder und Erwachsene an niedersächsischen Standorten.

Sieben Stunden dauerten die Sitzungen des Kuratoriums und die Mitgliederversammlung unter Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden Karl-Heinz Driehorst (Uslar). Dabei trotzten alle Tagungsteilnehmer der Kälte im Forum: Die Steuerung der Heizung sei defekt gewesen. Für die Versorgung der Tagungsteilnehmer waren das Gasthaus Johanning und der SC Schoningen zuständig.  fsd

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