Firma verlegt in Uslar 260 Meter langes Abwasserrohr in einem Stück

Es liegt bereit: 260 Meter lang ist das neue Rohr für die alte Schmutzwasserleitung kurz vor Uslar, im Bild Mathias Klinge (rechts) und Karsten Rettberg am Rad- und Fußweg nach Sohlingen.

Uslar. Das Abwasser aus dem Ahletal wird seit einigen Tagen umgeleitet und fließt an der Sohlinger Oberhütte in Uslar in ein am Radweg liegendes Rohr über 300 Meter bis zum nächsten gängigen Kanal.

Grund dafür: In dem Gebiet am Ortsende Uslars in Richtung Sohlingen wird nicht nur die Leitung erneuert, sondern auch modernste grabenlose Bautechnik angewendet.

Die Umleitung wird nicht von langer Dauer sein. In wenigen Tagen fließt das Schmutzwasser aus Schönhagen, Kammerborn und Sohlingen an der Stelle wieder unter der Erde, nur in einem 260 Meter langen und neuen Rohr aus einem Stück.

Auftrag für 120.000 Euro

Ausschlaggebend für die Erneuerung und den 120.000-Euro-Auftrag war der hohe Fremdwassereintrag in dem Sammler, wie die Abwasserleitung genannt wird, und auch die Lage der Leitung in bis zu fünf Metern Tiefe. Das berichteten Mathias Klinge vom Abwasserbetrieb der Stadtwerke und Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph am Mittwoch vor Ort.

Die Leitung aus dem Ahletal besteht aus einem 250er Steinzeugrohr (25 Zentimeter Durchmesser). Es gibt mehrere Probleme, die die Erneuerung erforderlich machen. Zu dem Fremdwasser kommt noch Wurzeleinwuchs hinzu.

Bei der grabenlose Bauweise wird wie in diesem Fall ein 260 Meter langes Rohr durch den Kanal gezogen. Das sollte bis Mittwochabend geschafft sein, berichtete Karsten Rettberg, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Rettberg aus Göttingen, am Mittag über das letztendlich zügige Verfahren. Seine Firma hat sich auf solche Aufträge spezialisiert und ist in ganz Europa unterwegs.

Der Chef schwärmt

Moderner Kanalbau: An der Sohlinger Oberhütte in Uslar wird gerade das Gestänge durch den Kanal Richtung Sohlingen gepresst und später das neue Rohr von dort hindurchgezogen. Fotos: Schneider

Ein Rohr mit einer Länge von 260 Metern, das verlegt die Firma Rettberg allerdings auch nicht jeden Tag. Der Chef kommt regelrecht ins Schwärmen, während er erklärt, wie das System funktioniert: Seine Mitarbeiter pressen mit Hilfe einer Hydraulik-Lafette ein Stahlgestänge durch den alten Kanal zum Startpunkt und ziehen dann das Rohr hindurch.

Durch einen so genannten Berstkörper am Anfang des Rohres wird unter der Erde so viel Platz gemacht, dass der Querschnitt sogar auf 30 Zentimeter vergrößert wird, berichtet Karsten Rettberg. „Hier müssen wir nie wieder hin“, sagt er zur Haltbarkeit und schickt noch ein Lob hinterher: Dass so kleine Stadtwerke wie Uslar sich mit solch modernen Techniken beschäftigten und sie auch einsetzen, wenn es Sinn macht, sei sehr selten der Fall. (fsd)

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