Abschiedsparty auf dem Fleischerei-Hof

Fleischermeister Wunderlich in Uslarer Innenstadt hört auf

+
Nur noch bis Ende Januar da: Das Team Wunderlich in der Uslarer Fleischerei Kraft mit (von links) Jennifer Geisler, Elsbeth Roßbach, Holger Obermann, Florian Borchert, Manfred Wunderlich, Andre Schulz, Susanne Wunderlich, Angela Meier, Astrid Steckel und Gisela Hau.

Die Ära Wunderlich in der Fleischerei Kraft in Uslar ist bald beendet. Inhaber Manfred Wunderlich hört Ende Januar auf. Er blickt zurück auf viele Jahre im Flkeischerei-Geschäft.

Wie es mit der Fleischerei Kraft weitergeht, die Wunderlich dann 20 Jahre führte, steht noch nicht fest. Wunderlich berichtet, dass derzeit noch Verhandlungen mit einem Nachfolger geführt werden.

Sicher ist, dass Wunderlich und sein verbliebenes Team das 20-jährige Bestehen am 4. Januar zwischen 10 und 14 Uhr mit einer winterlichen Abschiedsparty mit Bratwurst und Glühwein auf dem Fleischerei-Hof feiern wollen und dazu einladen.

Der Grund für den Rückzug ist ganz einfach: Manfred Wunderlich will mit 62 Jahren altersbedingt aufhören. Seine Frau Susanne, die sich gesundheitlich bedingt schon lange zurückziehen musste, unterstützte ihn noch im Büro. Und ihre drei erwachsenen Kinder sind beruflich ganz anders orientiert. So bleibt aus Wunderlichs Sicht bald nur der Blick zurück.

Fleischermeister lernte in Fleischerei Wicke

Zu Glanzzeiten beschäftigte die Fleischerei, die es sei 1899 in Uslar gibt, unter der Regie von Wunderlich 16 Mitarbeiter, hatte sogar Filialen in Vernawahlshausen, Volpriehausen und kurz auch in Gieselwerder. 

Das war immer wie eine Familie, berichten Wunderlichs über das gute Betriebsklima und erinnern an die Betriebsausflüge unter anderem nach Wien, Berlin und Mallorca und an zwei Kreuzfahrten. Die Abschiedsfahrt ging auf die Kanaren.

Fast alle Mitarbeiter haben woanders Arbeit gefunden, Zwei Gesellen warten bis zum Ende ab, was sicht tut. Findet sich kein Nachfolger, gibt es die nächste Lücke in der Innenstadt und mit Hartwiger & Petersen nur noch eine Fleischerei in der Altstadt.

Manfred Wunderlich, der aus Schlarpe stammt und dort mit seiner Frau auch lebt, erlernte sein Handwerk bei der Fleischerei Wicke in Volpriehausen, war dann bis 1987 zwölfeinhalb Jahr bei der Fleischerei Kraft und bis 1999 in einem Göttinger Fleischgroßhandel tätig, bevor er am 1. Januar 2000 die Fleischerei Kraft übernahm und nebenbei seinen Meister machte. 

BSE-Skandal machte Fleischerei zu schaffen

Er übernahm die Rezeptur von seinem Vorgänger Richard Kraft und stellt 80 Prozent seiner Produkte selbst her aus Schlachtvieh aus der Region. Zudem baute er einen Party-Service auf. Größter Auftrag waren 1000 Essen an einem Wochenende, die nach Göttingen geliefert wurden.

Wunderlichs erinnern sich auch gern an Aktionen wie große öffentliche Seminare im Alten Rathaus über gesunde Ernährung, zahlreiche prämierte Produkte aus ihrem Haus und an Henrik Schwarz vom Landhotel Am Rothenberg, der 2007 Lehrlings des Monats war.

Weniger schön ist die Erinnerung an den BSE-Skandal 2003, der der Uslarer Fleischerei zu schaffen machte. In die Schlagzeilen und bis ins Radio schaffte es die Fleischerei, als im Sommer 2005 ein Schlachtschwein vom Hof weglief, durch ein Schaufenster in die Drogerie Ihr Platz sprang, eine Runde drehte und wieder rauslief. Es gelang schließlich einem Tierarzt, eine Betäubungsspritze einzusetzen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.