Mirko von Pietrowski und Torsten Bauer stellen gemeinsame Überlegungen an

Flüchtlinge: Bürgermeister für Vorsorge im Solling

Bodenfelde/Uslar. „Wir treffen Vorsorge für die Unterbringung von geflüchteten Menschen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski und Uslars Bürgermeister Torsten Bauer.

Danach stellen beiden gemeinsame Überlegungen zur Unterbringung von Flüchtlingen zwischen Weserbergland und Solling an. Dem Land Niedersachsen werden inzwischen im Schnitt pro Tag über 1000 Menschen entweder direkt oder über Bayern zugewiesen. Obwohl Niedersachsen seit Anfang September bereits knapp 18 000 Unterbringungsplätze geschaffen hat, seien aktuell nicht mehr genug Unterbringungskapazitäten für die ankommenden Flüchtlinge vorhanden, heißt es.

Das Niedersächsische Innenministerium hat angekündigt, dass ab kommenden Freitag die Landkreise und kreisfreien Städte darum ersuchen wird, Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe vorübergehend aufzunehmen, um eine Obdachlosigkeit zu verhindern.

Der Landkreis Northeim hat auch in Uslar und Bodenfelde um Hilfe gebeten, um einem drohenden Unterbringungsnotstand zu begegnen.

Private Unterbringung

Nach wie vor favorisieren Uslar und Bodenfelde eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in privatem Wohnraum, bestenfalls in den Kernorten. Das ist bisher gelungen. Im Flecken Bodenfelde sind 47 geflüchtete Menschen – viele mit Kindern – untergebracht worden. In Uslar sind es knapp 70.

Betreut werden sie von hauptamtlichen Kräften des Landkreises Northeim zusammen mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern in der Wesergemeinde und Uslar. Bald werde man aber mit dem Aufnahmevermögen an Grenzen stoßen, heißt es in der Erklärung der Bürgermeister.

Öffentliche Gebäude

„Wenn wir keinen weiteren Wohnraum für eine Unterbringung haben, müssen wir zwangsläufig auch auf öffentliche Liegenschaften zurückgreifen“, sagt Mirko von Pietrowski. Wenn die Unterbringungsmöglichkeiten des Kreises, der zwischendurch sogar über Flüchtlinge in Sporthallen nachgedacht hat, dies aber am Freitag wieder verworfen hat, nicht ausreichen, seien die Stadt Uslar und der Flecken Bodenfelde gefragt.

Privat-Wohnraum anbieten

Wenn gar nichts mehr geht, müsse über die Einrichtung von Flüchlingsunterkünften in Dorfgemeinschaftshäusern gesprochen werden, über die Nutzung des leerstehenden Hallenbades in Bodenfelde oder auch Sportheime und ähnliche Räumlichkeiten. Intensiv genutzte Räume sollten nach Ansicht von Bauer und von Pietrowski hingegen nicht zur Flüchtlingsunterbringung in Anspruch genommen werden. Unverzichtbare „Basisdienstleistungen“ der Vereine, Verbände und Institutionen sollten nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Unverständlich sei, dass immer noch leerstehender privater Wohnraum nicht zur Vermietung für die notwendige Unterbringung von Flüchtlingen angeboten wird.

Bauer und von Pietrowski appelliere daher erneut an alle privaten Wohnungseigentümer, leerstehende Wohnungen entweder an den Landkreis Northeim, an die Stadt Uslar oder den Flecken Bodenfelde zu melden.

Solidarität signalisiert

„Von den humanitären Gründen ganz abgesehen, kann es kein Mensch verstehen, Flüchtlinge in öffentlichen Gebäuden mit dafür nicht ausgestatteten Sanitäreinrichtungen unterbringen zu müssen, wenn nebenan eine freie Wohnung ist“, meint Mirko von Pietrowski. Lokale Hilfsorganisationen und Vereine (Feuerwehr, DLRG) hätten bereits eine Unterstützung zugesagt, um diese gemeinsame Aufgabe zu schultern.

Alle, mit denen Bauer und von Pietrowski gesprochen haben, hätten ihre Solidarität gezeigt und wollen zusammenarbeiten. Das stimmt beide Bürgermeister zuversichtlich für die zu treffenden Vorsorgemaßnahmen in Sachen Unterbringung von Flüchtlingen in der Region.

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Rubriklistenbild: © dpa

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