Es wird getrennt kalkuliert

„Sterben ist nicht teurer“ - das sagt die Stadt Uslar zur neuen Friedhofssatzung

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Verursacht Kosten durch die Unterhaltung: Auf dem Friedhof in Fürstenhagen, wo unser Bild im Frühjahr bei einem Arbeitseinsatz entstand, kümmern sich auch Einwohner um die Pflege der Anlage, um Kosten gering zu halten.

Uslar. Die Friedhofssatzung der Stadt Uslar ist geändert worden. Das betrifft 14 städtische Friedhöfe. Ausgenommen sind dabei die kirchlichen Friedhöfe Schoningen, Gierswalde, Delliehausen, Schlarpe und Uslar, deren Kalkulation den jeweiligen Kirchenvorständen obliegt.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer und Petra Möhle von der Bauverwaltung der Stadt sagten zu den ab dem 1. Mai in Kraft getretenen Änderungen, dass durch die neue Gebührensatzung das Sterben insgesamt nicht teurer geworden sei. Es werde aber anders kalkuliert. 95 Prozent der Gebühren seien gleichgeblieben.

Durch die getrennte Kalkulation wie Erwerb der Grabstelle und Bestattungsgebühren sind zwar einzelne Positionen teurer geworden, erklärt Petra Möhle, in der Gesamtbetrachtung seien die meisten Bestattungsfälle jedoch annähernd kostenneutral gegenüber der bisherigen Friedhofsgebühr.

Mit der neuen Gebührensatzung sei man bestrebt, so der Bürgermeister, Anpassungen vorzunehmen, da nicht überall gleiche Voraussetzungen bestünden. So sei zum Beispiel nicht überall ein Ruhewald möglich, wie sich das einige Ortsräte vorstellten. Die Stadtverwaltung und auch der Stadtrat seien aber nach wie vor bestrebt, dass jedes Dorf seinen Friedhof behalten könne. Insgesamt gesehen sei das alles ein dynamischer Prozess. Dazu Fragen und Antworten.

Was sind die wichtigsten Änderungen?

Die Ruhezeit für Leichen und Aschen ist von 30 auf 25 Jahren verringert worden. Vorher konnte man einmal für zehn Jahre verlängern, das ist künftig zweimal für jeweils zehn Jahre möglich. Die bisherige Mischkalkulation ist jetzt umgestellt und weist eigene Kostenstellen für Friedhofskapelle, Beerdigung und den Erwerb der Grabstelle mit Abraumkosten auf.

Was ist noch entschieden anders?

Geändert wurde, dass man jetzt die Entscheidung über die Grabform bereits vorher festlegt. Eine spätere Wandlung der Grabform, wie bisher von Reihen in ein Wahlgrab, ist aktuell nicht mehr möglich. Besonders zu beachten ist, dass nachträgliche Urneneinstellungen auf Gräbern nur erfolgen können, wenn die entsprechende Grabform bereits gekauft wurde. Eine nachträgliche Änderung der Grabform ist ebenfalls nicht mehr möglich.

Welche Grabstätten gibt es überhaupt?

  • Erd-Reihengrabstätten,
  • Erd-Einzel-Wahlgrabstelle mit zusätzlich maximal einer Urne,
  • Erd-Doppel-Wahlsgrabstelle ohne zusätzlich Urne,
  • Erd-Doppel-Wahlgrabstelle mit zusätzlich maximal zwei Urnen,
  • Urnen-Reihengrabstätte,
  • Urnen-Einzel-Wahlsgrabstelle mit zusätzlich maximal einer Urne,
  • Urnen-Doppel-Wahlgrabstelle mit zusätzlich maximal zwei Urnen,
  • Erd-Rasenreihengrabstätte, 
  • anonyme Erd-Reihengrabstätte,
  • Urnen-Rasenrabstätte und
  • anonyme Urnen-Reihengrabstätte.

Was ist konkret teurer geworden?

Ein Erd-Reihen-Grab kostet 2450 Euro und damit 200 Euro mehr als bisher. Ein Urnen-Reihen-Grab kostet nach der neuen Gebührensatzung jetzt 100 Euro mehr – und zwar 1250 Euro (Bestattungsgebühren inklusive).

Was ist konkret günstiger geworden?

Günstiger geworden ist das Urnen-Rasen-Grab mit 1350 Euro (vorher 1550 Euro), das Erd-Einzel-Wahl-Grab mit 3600 Euro statt bisher 3750 Euro, das Erd-Doppel-Wahl-Grab mit 6550 Euro statt 6650 Euro, das Urnen-Einzel-Wahl-Grab mit 2250 statt 2450 Euro, das Urnen-Doppel-Wal-Grab mit 4200 statt 4450 Euro und das anonyme Urnen-Grab mit 1350 statt 1550 Euro. Gleichgeblieben sind das anonyme Erd-Grab mit 2650 Euro, das Erd-Rasen-Grab mit 2650 Euro und das Erd-Reihen-Grab bis acht Jahre und für Totgeburten mit 1450 Euro (Bestattungsgebühren immer inklusive).

Wie verhält es sich mit anderen Gebühren?

Die Benutzungsgebühren für Friedhofskapellen und Leichenhallen sind auf Wunsch des Rates mit 150 Euro unverändert geblieben. Die Verwaltung hatte höhere Gebühren vorgeschlagen aufgrund der erheblich höher kalkulierten Kosten.

Was sind in Uslar die meistgewählten Gräber?

Das Einzelgrab mit einer Urne und das Urnengrab mit einer weiteren Urne sowie das Erd-Rasenreihengrab und die Urnen-Reihengrabstätte. Der Anteil der Urnenbestattungen liebt bei zwei Drittel, Erdbestattungen machen das verbleibende Drittel aus.

Wie lange gilt die neue Gebührensatzung?

Der Kalkulationszeitraum ist laut der Stadtverwaltung für drei Jahre vorgesehen. Zuvor war am 1. Januar 2016 eine Gebührenanpassung vorgenommen worden.

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