Naturfreunde und Amateurfunker

Fuchsjagd mit Peilsender im Uslarer Land

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Fuchsjagd mit Peilsender: Jürgen Lukas (links) und Lothar Vaupel haben den Peilsender noch nicht gefunden. Sie stehen mit Sendeempfängern auf der neuen Blumenwiese auf dem Naturfreunde-Gelände. Der frühere kleine Fichtenwald war wegen Borkenkäferbefall gefällt worden. 

Tag der offenen Tür am Naturfreundehaus auf dem Rotenberg: Die Uslarer Naturfreunde und die Uslarer Amateurfunker stellten ihre Vereine zum ersten Mal gemeinsam vor.

Jürgen Lukas und Lothar Vaupel strahlen bei der Vorstellung um die Wette. 

Entstanden war die Idee bereits auf dem Neujahrsempfang der Stadt im Jahr 2018, berichten Vaupel und Lukas. Zu diesem Zeitpunkt stand das Jahresprogramm der Naturfreunde bereits fest, so dass sich die Amateurfunker ein Jahr gedulden mussten.

Am Samstag haben sie ihr ganzes Equipment unter einem Zeltdach ausgebreitet, eine Antenne aufgestellt und zeigen, wie es sich anhört, wenn sich Menschen aus aller Welt über Funk austauschen.

Ihr technisches Hobby zieht die Funker durchaus auch raus in die Natur. Das zeigen sie mit der Fuchsjagd. Der „Fuchs“ ist ein zehn Meter hoher Sendemast mit Peilsender, der sich hinter dem Gelände im kleinen Wäldchen versteckt.

Gejagt wird mit Kopfhörern und einem Peilsenderempfänger, den die „Jäger“ vor sich hertragen. „Piep piep, piep piep piep“ tönt es aus dem Kopfhörer, je lauter, desto näher dran sind die Jäger am Fuchs, den an diesem Tag Wolfgang Klemmt, Vorstand der Naturfreunde Niedersachsen aus Springe, als erster findet.

Auf dem Rückweg fällt das Scherenfernrohr ins Auge. Die beiden Objektive des Fernrohrs stehen wie eine aufgeklappte Schere auseinander. Damit habe das Militär in beiden Weltkriegen Entfernungen abgeschätzt, erklärt Bernd Lübeck, der ebenfalls zu den Funkern gehört. Jetzt ist es auf den Tappenberg ausgerichtet. Da ist zwar alles klar zu sehen, aber nichts los.

Ein magischer Anziehungspunkt ist der Holzbackofen, aus dem die großen Kuchenbleche für die Kaffeerunde geholt werden. Das kommt auch Detlef Gerke von den Naturfreunden Göttingen zugute, der sich direkt daneben postiert hat. Er zeigt an einem Modell mit Solarmodulen das Prinzip des Brennstoffzellenautos, das mit Wasserstoff betrieben wird. Etwas weiter unten auf dem Gelände erklärt Pilzexperte Holger Förster, welche Pilze man essen kann und welche man lieber stehen lassen sollte.

Die Zahl der Gäste auf dem Naturfreunde-Gelände schätzt Jürgen Lukas auf rund 100 ein. Sie lassen es sich gut gehen, können aber ein Problem nicht lösen, unter dem Naturfreunde wie Amateurfunker leiden.

Sie suchen junge Mitglieder, die als Nachwuchs den Bestand der Vereine langfristig sichern könnten. Zumindest an diesem Tag sind jedoch junge Leute trotz toller und vielseitiger Angebote kaum auf dem Rotenberg zu sehen.

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