Geboren in großer Not: Uslarer Museum zeigt die Geschichte des DRK

Einblick in die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes: Im Uslarer Museum wurde am Sonntag die neue Sonderausstellung „100 Jahre DRK-Ortsverein Uslar“ eröffnet. Etliche Besucher nutzten die Gelegenheit zu einem ersten Rundgang. Foto: Dumnitz

Uslar. Ausrüstungsgegenstände, historische Dokumente und alte Uniformen sind Teil der aktuellen Sonderausstellung, die sich mit der 100- jährigen Geschichte des Uslarer Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beschäftigt.

In einem Teil der Ausstellung geht es um die Arbeit des örtlichen DRK-Vereins, der aus der Not heraus auf Initiative des damaligen Landrates des Kreises Uslar in den ersten Tagen des Ersten Weltkrieges im August 1914 gegründet wurde. Der andere Teil der Schau ist eine Wanderausstellung des DRK Bad Bevensen.

Bürgermeister Torsten Bauer erinnerte in seiner Eröffnungsrede vor 50 Gästen an die Anfänge. Schlachten und Kriege seien die Marksteine in der Geschichte des Roten Kreuzes gewesen. Entwickelt habe sich alles aus der im August 1864 unterzeichneten ersten Genfer- oder Rotkreuz-Konvention. Ärzte, Sanitätsdienst, Ambulanzen und Hospitäler sollten von da an als neutrale Instanzen agieren.

„Vier Jahre Krieg brachten Not und Elend über Europa und auch hier im scheinbar so abgeschiedenen Uslar spürte man die Schrecken des Krieges“, sagte Bauer. Im heutigen Haus der Jugend an der Bahnhofstraße in Uslar wurde damals ein Vereinslazarett in der Landwirtschaftlichen Winterschule betrieben.

Liebesgaben für Soldaten

DRK-Helfer kümmerten sich etwa um die Verschickung von Liebesgaben an die Soldaten. Das waren Pakete mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken. Wöchnerinnen und „elende“ Kinder bekamen warme Mahlzeiten vom Roten Kreuz. Nach dem Engagement für die Opfer im Zweiten Weltkrieg habe sich danach die Arbeit des Ortsvereins zum Glück gewandelt, sagte Bauer.

Seither haben sich die Ehrenamtlichen des DRK-Ortsvereins jedoch weiterhin stets für die Schwachen in der Gesellschaft eingesetzt. Das sei bis heute so. Etwa durch die Unterstützung in den DRK-Kindergärten Volpriehausen und Sohlingen, durch die Förderung von Schwimmkursen im Uslarer Badeland oder Fahrtenzuschüsse für sozialschwache Familien. Ein fester Treffpunkt für ältere sei das wöchentliche Kaffeetrinken für Senioren im Rathaus oder die Seniorengymnastik. Die gesellschaftlich wichtige Arbeit der DRK-Mitglieder könne eine Kommune weder personell noch finanziell leisten, sagte der Bürgermeister.

Die DRK-Bereitschaft Bad Bevensen präsentiert über den Landesverband unzählige Exponate einer Wanderausstellung über das Rote Kreuz im Erdgeschoss des Museums.

Ortsvereins-Vorsitzende Renate Andermann erinnerte in ihrer Rede an die Blutspenden, die jedes Jahr in Uslar organisiert werden, und an die partnerschaftliche Mitarbeit im Forum Kinderarmut und bei der Verkehrswacht.

Die Sonderausstellung ist bis zum 29. März zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr. Für Gruppen sind Führungen nach Absprache möglich. Erwachsene zahlen zwei Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche sind frei. (jde)

Kontakt: Museum Uslar, Tel. 05571-307220 und 307147.

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