Aktionswoche

Awo-Kindertagesstätte Uslar: Gesetzentwurf steht in der Kritik

Protest mit Playmobilwelt: Die Krippen-Gruppe in der Awo-Kindertagesstätte Uslar beteiligt sich mit damit an der Aktionswoche zur Novellierung des Kindertagesstätten-Gesetzes. Kinder aus einer anderen Gruppen schauen sich das an.
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Protest mit Playmobilwelt: Die Krippen-Gruppe in der Awo-Kindertagesstätte Uslar beteiligt sich mit damit an der Aktionswoche zur Novellierung des Kindertagesstätten-Gesetzes. Kinder aus einer anderen Gruppen schauen sich das an.

Die Awo-Kita in Uslar fordert Verbesserungen bei der Änderung des Kindertagesstätten-Gesetzes.

Uslar – Auch die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Uslar tritt für Verbesserungen des Kindertagesstättengesetzes für Niedersachsen ein. Dafür ist der Landesregierung diese Woche ein Entwurf zur Novellierung vorgelegt worden. Mit dem sind die Betroffenen aber gar nicht einverstanden.

Deshalb findet landesweit eine Aktionswoche statt, an der sich auch die Awo-Kita aus Uslar beteiligt. Dabei kommt vor allem eins zum Ausdruck: In der Novellierung seien keine Verbesserungen vorgesehen. So soll die Konstellation für eine Ganztags-Regelgruppe weiterhin aus 25 Kindern und zwei pädagogischen Mitarbeitern bestehen.

Kleinere Gruppen, mehr Personal, das sich kümmert, fordert dagegen die Awo, wie Uslars Awo-Kita-Einrichtungsleiter Björn Otto unterstreicht und Unterstützung aus der Elternschaft bekommt, wie die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, Cindy Herbold (Uslar), erklärt.

Diese Forderung bestehe seit vielen Jahren. Cindy Herbold bringt ein aktuelles Beispiel: Ihre Tochter habe gute Erfahrungen gemacht, als es coronabedingt nur kleinere Gruppen gab.

Björn Otto sieht als Grund für die Beibehaltung der Gruppengröße, dass dies aus Kostengründen nicht verändert werde. Er erinnert gleichzeitig aber an den Auftrag der Kindertagesstätten, die als Bildungseinrichtungen eingestuft sind und daher den Auftrag zu erfüllen haben, sich um Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder zu kümmern. Das sei mit zwei Personen und einer Gruppe mit 25 Kindern nicht mehr leistbar, betont Björn Otto und wird vom Elternbeirat unterstützt.

Der Staat habe sich das mit der Bildungseinrichtung auf die Fahne geschrieben und müsse dem nun auch nachkommen. Cindy Herbold geht noch weiter: „Man hat das Gefühl, die Politik interessiert sich nicht für die Kinder.“

Lob kommt von Björn Otto und Cindy Herbold für die Beiträge aus den Gruppen der Awo-Kita Uslar zur Aktionswoche. Herausgekommen ist eine Playmobilwelt, in der die Krippen-Gruppe den gegenwärtigen Kita-Alltag darstellt und aufzeigt, wie sie es gern hätten mit kleineren Gruppen und mehr Personal. Die anderen Gruppen stellen diese Problematik mit Schautafeln und Plakaten dar und fordern Verbesserungen.

Landesweit flankiert wird die Aktionswoche mit Briefen aus den 60 Kindertagesstätten des Awo-Bezirksverbands Hannover, zu dem auch Uslar gehört, an Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Unter anderem schreibt eine Kita-Leiterin, dass sich das neue Kita-Gesetz dringend am realen Kitaleben vor Ort auszurichten habe. Vor allem aber wollen sie mit den Briefen mitgestalten und Visionen aufzeigen. Die Arbeit sei den Ansprüchen von Gesellschaft und Politik angepasst worden, die Rahmenbedingungen seien aber nicht mehr zeitgemäß.

Die Awo-Kindertagesstätte in Uslar besuchen derzeit 80 Kinder. Sie werden in vier Gruppen von einem 13-köpfigen Fachpersonalteam betreut. Zudem beschäftigt die Awo in der Kita in Uslar vier hauswirtschaftliche Kräfte, einen Hausmeister und einen Mitarbeiter aus dem Bereich Freiwilliges Soziales Jahr. Frank Schneider

Qualität in Kitas nicht zum Nulltarif steht auf diesem Plakat einer Gruppe aus der Awo-Kita Uslar, hier mit Leiter Björn Otto.
Cindy Herbold, Elternbeirat Awo-Kita Uslar, stellvertretende Vorsitzende

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