Gewerkschaftsbund sagt erstmals die Kundgebung am 1. Mai in Uslar ab

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Vergangenheit: Bei der Maikundgebung in Uslar trat in den vergangenen Jahren immer der Volkschor Waldesgrün. Dieses Jahr ist die Kundgebung abgesagt worden. Und Waldesgrün tritt nicht mehr auf, weil es an Sängerinnen und Sängern fehlt.

Uslar. In Uslar wird am 1. Mai erstmals keine Gewerkschaftskundgebung stattfinden. Das hat der Deutsche Gewerkschafts-Bund (DGB) bestätigt.

Grund ist das zurückgehende Interesse vor allem aus den eigenen Reihen. Der Ortsrat Uslar will die Veranstaltung aber nicht ganz unter den Tisch fallen lassen und wird wie gewohnt einen Maibaum aufstellen.

Arno Riedke

Ortsbürgermeister Arno Riedke bezeichnete es gegenüber der HNA als „ganz schlimm, dass die Kundgebung ausfällt“. Sie war immer eine Selbstverständlichkeit, sagte Riedke, selbst auch Gewerkschafter. Er bezeichnet es als Einschnitt, dass die Kundgebung erstmals ausfällt.

Maibaum wird aufgestellt

Riedke reagierte umgehend und informierte seinen Ortrat, der sich sofort einig war: Von seiner Seite wird es auf jeden Fall das Maibaum-Aufstellen geben, mit dem der Ortsrat sich mithilfe der Ortsfeuerwehr Uslar immer an der Kundgebung beteiligte.

So soll am 1. Mai um 11 Uhr der Maibaum vorm Rathaus aufgestellt werden. Zudem wird an einem Rahmenprogramm gearbeitet. Vorgesehen ist auch ein Redebeitrag. Das Gasthaus Stadtschänke will für Getränke und Gegrilltes sorgen.

Der Volkschor Waldesgrün Uslar wird erstmals nicht mehr am 1. Mai vorm Rathaus singen. Der Chor hat nicht mehr genügend Sängerinnen und Sänger und hatte schon vor längere Zeit abgesagt.

Matthias Rieger

Dass die Maibaum-Veranstaltung beibehalten wird, sieht Ortsbürgermeister Riedke vor allem als Signal an den DGB. Der DGB-Ortsverband hatte die Kundgebung abgesagt, nachdem die Rückmeldungen aus den Betrieben zur ehrenamtlichen Mitarbeit und zur Teilnahme an der Maikundgebung zu wünschen übrig ließen, sagt Ortsverbandsvorsitzender Matthias Rieger. „Die Rückmeldungen waren nicht berauschend, um es vorsichtig auszudrücken“, sagte Rieger auf Anfrage.

Zeichen setzen

Weil in den Vorjahren nach seinen Angaben auch die Zuschauerzahlen rückläufig waren, habe der DGB die Absage beschlossen. Damit soll vor allem eine Diskussion ausgelöst und ein Zeichen gesetzt werden, sagte Rieger. Der Ortsverband wünscht sich fürs nächste Jahr, dass er wieder eine vernünftige Veranstaltung mit anständiger Teilnehmerzahl anbieten kann.

Lothar Hanisch

Lothar Hanisch, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region Südniedersachsen-Harz, bestätigte die Argumente des Ortsverbandsvorsitzenden und sagte, dass die Gewerkschaft besonders auf ehrenamtliche Hilfe bei den Kundgebungen angewiesen ist. Es gehe nicht ohne die freiwilligen Helfer. Aber nach der mangelnden Resonanz habe man sich zur Absage entschlossen.

Aus seiner Erfahrung heraus würden viele Gewerkschaftsmitglieder am 1. Mai andere Prioritäten setzen und sich vorrangig um die Familie kümmern. Lothar Hanisch: „Die Absage ist uns nicht leicht gefallen. Sie bedeutet aber nicht, dass es unsere Absicht ist, die Kundgebung in Uslar für immer einzudämpfen.“

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