Keine Ausschüttung

Gewinn der Volksbank Solling geht komplett in die Rücklagen

Dirk Hesse, Vorstand Volksbank Solling
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Dirk Hesse, Vorstand Volksbank Solling

Die Volksbank Solling ist trotz Corona, Niedrigzinsen und Auflagen zufrieden mit dem Jahr 2020.

Volpriehausen – Die Volksbank Solling hat sich 2020 gut geschlagen. Dieses Fazit zog Vorstand Dirk Hesse in seinem Bericht während der Vertreterversammlung im Landhotel Am Rothenberg in Volpriehausen. Die Umstände haben sich keineswegs verbessert, machten Hesse und sein Vorstandskollege Daniel Scholz sowie Aufsichtsratsvorsitzender Volker Feige deutlich und verwiesen auf anhaltenden Niedrigzins, steigende Auflagen und anhaltende Corona-Krise.

Die Zahlen aus 2020

Die Volksbank Solling profitiere aber gerade jetzt davon, sich in den Vorjahren gut aufgestellt zu haben: „Nachhaltigkeit ist der Wesenskern der Genossenschaft“, sagte Hesse. Die Bilanzsumme ist laut Hesse weiter gewachsen um 27 Millionen Euro auf 455 Mio. Euro. Dahinter verbirgt sich die Summe aller Geschäfte der Volksbank.

Das Kreditgeschäft hat sich ebenfalls positiv entwickelt: Der Bestand an Krediten stieg um 15,6 Prozent auf 223 Mio. Euro. Das zeige, dass die Volksbank Solling gerade während der Pandemie als Partner für den Mittelstand vor Ort gefragt ist, so Hesse. Unter dem Strich hat die Bank ein Betriebsergebnis von 6,88 Mio. Euro erreicht und einen Bilanzgewinn von 406 000 Euro erzielt.

Verzicht auf Dividende

Allerdings folgen Volksbank und Vertreterversammlung der Empfehlung der Bankenaufsicht, nach 2019 auch für 2020 auf die Ausschüttungen der Dividenden zu verzichten. Tenor ist, dass sie für 2021 wieder berücksichtigt werden soll. Mit Blick auf die herrausfordernde Konjunkturlage sei das Geld in den Rücklagen gut aufgehoben. Das erlaube der Volksbank, Geschäftsrisiken abzudecken.

Weniger Mitglieder

Hesse berichtet von einem weiterhin leichten Abwärtstrend bei der Mitgliederzahl, die Ende 2020 bei 10 998 lag. Zur Förderung der Region hat die Volksbank die laut Hesse stattliche Summe von 61 000 Euro aufgebracht.

Personalien

Dank sprach der Vorstand allen Mitarbeitern aus, verzichtete aber pandemiebedingt an dem Tag der Versammlung auf die Ehrung der Jubilare: Cornelia Ansorge und Marita Thiele sind 40 Jahre bei der Volksbank tätig, Mareike Kettler 25 Jahre und Antje-Dorthea Franzke, Judith Strüber, Bernd Röhlig und Christian Haas zehn Jahre. Vorstand Scholz gratulierte Darko Bibivic, Gontje Ithaj und Linus Reimann zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Neue Auszubildende sind Olga Gartvig und Presila Shtereva (Uslar) sowie Zeidan Turgay (Northeim).

Spende für Flutopfer

Die Resonanz bei der Vertreterversammlung war mit 63 Teilnehmern vergleichbar mit der vor Corona in 2019, während an der digitalen Versammlung 2020 nur 19 Vertreter teilnahmen, berichtete Aufsichtsratsvorsitzender Volker Feige. Er teilte mit, dass die Volksbank anstelle üblicher Gastgeschenke 2000 Euro für die Flutopfer in Westdeutschland spende. Zudem berichtete er, dass der Jahresabschluss 2020 coronabedingt im Juni schon im Aufsichtsrat angenommen wurde.

Satzungsänderungen

Feige sagte, dass ein Wandel fällig und Strategien zu entwickeln seien, um in diesen Zeiten zu überleben. Er warnte in Bezug auf Gebühren und billigeren Angeboten vor Vergleichen mit Internetbanken. Feige: „Die Leistung der Volksbank Solling muss auch honoriert werden.“ So stehe am Ende immer auch ein Plus. Die Vertreterversammlung stimmte der Verwendung des Jahresüberschusses für 2020 zu, entlastete einmütig Vorstand und Aufsichtsrat und stimmte einer Satzungsänderung zu, bei der man den Empfehlungen des Genossenschaftsverbandes in Bezug auf Corona und einer allgemeinen Aktualisierung folgte.

Aufsichtsrat

Zustimmung gab es auch für die Anhebung der Altersgrenze im Aufsichtsrat bis 67 Jahre. Feige warb allgemein dafür und für den Ausbau der Kompetenz im Aufsichtsrat aufgrund der gestiegenen Anforderungen. Neu in das Gremium gewählt wurde Irina Niesen (Moringen). Die 34-jährige ist geschäftsführende Gesellschafterin der Zentralen Abrechnungs-Dienste GmbH (ZAD) in Northeim.

Wiedergewählt wurden Heidemarie Steingräber (Schönhagen), Cord Hinrich Ilse (Eschershausen) und Martin Wagenknecht (Harste). Nicht zur Wahl standen Volker Feige (Fredelsloh), Thilo Erdmann (Wahmbeck), Mark Lindigkeit (Moringen), Frank Schonlau (Hardegsen) und Marion Wagner (Moringen) an. (fsd)

Daniel Scholz, Vorstand Volksbank Solling
Volker Feige, Aufsichtsratsvorsitzender Volksbank Solling
Irina Niesen, neues Aufsichtsratsmitglied Volksbank Solling

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