Gierswalder Junggesellen vertrieben mit dem Neujahrsbock die bösen Geister

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Abschied vom alten Jahr mit dem Neujahrsbock: In Gierswalde ziehen die Junggesellen neuerdings Silvester durchs Dorf, verkleidet mit Rasseln und lauten Instrumenten. Jüngste Teilnehmer des Umzugs waren Joshua Petzke und Till Reinecke (vorn, von links).

Gierswalde. Wenn es am Silvesterabend laut wird in einigen Dörfern im Uslarer Land und unheimliche Gestalten die Menschen aus den Häusern locken, dann ist der Neujahrsbock unterwegs.

In Gierswalde ist es der Junggesellenverein, der seit seinem Gründungsjahr 1985 die aus den 1920er-Jahren stammende Tradition aufrecht erhält.

Seit dem vergangenen Jahr neu ist, dass der Bock, zuständig für das Vertreiben der bösen Geister, am Silvestertag umgeht und nicht erst am Neujahrsmorgen. Von den 35 Mitgliedern beteiligen sich 15 am Umzug durch das Dorf.

Das Besondere am Gierswalder Neujahrsbock ist, erzählt Sascha Warnecke, Chef des Junggesellenvereins, dass er noch traditionell mit Strohrollen gewickelt wird. Schon zwei, drei Tage vorher haben die Junggesellen die Strohrollen wie immer auf dem ehemaligen Hof Steckel gefertigt. Görnhardts, die neuen Besitzer des Hofes, unterstützen die Tradition gern.

Bis der Darsteller des Neujahrsbocks mit dem Stroh verkleidet ist, kann es bis zu zwei Stunden dauern. Mit Rasseln und Peitschen bewaffnet zieht der Trupp anschließend durchs Dorf, bevor schließlich das Stroh wieder abgewickelt und verbrannt wird. Erst dann gelten die bösen Geister als vertrieben. Tradition ist dabei auch, dass die Junggesellen, die hinter den Masken stecken und den Neujahrsbock begleiten sowie der Neujahrsbock selbst, anonym bleiben.

Traditionen aufrecht zu erhalten, ist eine der wesentlichen Beschäftigungen des Junggesellenvereins im Schwalbendorf Gierswalde.

So wird jedes Jahr das Osterfeuer organisiert, der Maibaum aufgestellt, eine Himmelfahrtswanderung veranstaltet und eine Veranstaltung zu Pfingsten organisiert. Mitglied werden können männliche Jugendliche ab 15 Jahren. Sie müssen zunächst ein Probejahr absolvieren, bevor sie endgültig aufgenommen werden.

Den Vorstand bilden neben Präsident Warnecke sein Stellvertreter Raphael Rakebrandt, Presse- und Schriftwart Rene Heiermann und Schatzmeister Christopher Grützner. (zyp)        

www.gierswalde.de

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