Göttinger Symphonieorchester verzückt Uslarer Publikum

Höhepunkt im Uslarer Musikjahr: Zum Konzert mit dem Göttinger Symphonieorchester kamen über 400 Besucher ins Forum. Foto: Porath

Uslar. Bevor das Göttinger Symphonieorchester Ende des Jahres nach China reist, machte es noch einmal in Uslar Station. Der Literatur- und Kunstkreis hatte zum heiteren Punschkonzert eingeladen und über 400 Zuschauer waren gekommen.

Er steht noch nicht auf der Bühne, da wird Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Müller im ausverkauften Forum des Gymnasium schon mit Applaus begrüßt. Der Orchesterchef hat die Herzen des Uslarer Publikums bei den vergangenen Auftritten nicht nur musikalisch, sondern auch mit seinen lehrreich-unterhaltsamen Moderationen gewonnen.

„Mephistos Höllenrufe“

Er ist an diesem Abend der „Beherrscher der Geister“, frei nach Carl-Maria von Weber, dem Schöpfer des ersten Stücks, das die Symphoniker an diesem Abend spielen. Weiter geht es mit „Mephistos Höllenrufe“ von Johann Strauss Sohn, bevor auch schon der Höhepunkt naht, Niccolo Paganinis Konzert für Violine und Orchester „La Clochette“.

Müller hat dafür die Solistin Anna Reszniak mitgebracht. Die 1979 in Polen geborene Reszniak, heute erste Konzertmeisterin der Nürnberger Symphoniker, gilt als Paganini-Spezialistin. Dessen Musik fordert Zuhörer wie Musiker. Höchste und tiefste Töne wechseln sich in einer halsbrecherischen Geschwindigkeit ab, und wenn es so etwas wie klassische Punk-Musik gibt, dann ist es diese.

In seinen Erläuterungen gibt Müller zu, dass sich so mancher Geiger dabei fast die Finger breche. Das Publikum nutzt selbst kleine Pausen zum Zwischenapplaus, was zwar in den großen Konzertsälen der Welt nicht unbedingt dazugehört, die Musiker aber trotzdem freut.

Mit der Schnellpolka „Ohne Sorgen“ von Joseph Strauss und dem Walzer „Das Leben ist ein Tanz“ von Johann Strauss sowie den Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms geht es nach der Pause konventioneller weiter, bevor Jacques Offenbachs „Can Can“ die Zuhörer zu einem verzückten, kollektiven „Oh“ hinreißt.

Ohne Zugabe lassen die Uslarer das Orchester samt Dirigent nicht nach Hause. Mit einer heiter beschwingten Rumba und einem Boogie Woogie des Komponisten Ernst Fischer zeigen sie noch einmal, dass Punsch nicht nur ein heißes alkoholisches Mixgetränk ist (das an diesem Abend auch ausgeschenkt wurde), sondern sich durchaus in einem Konzertprogramm widerspiegeln kann.

Den Musikern selbst versüßte Ralf Jasper vom Literatur- und Kunstkreis den Abend. Er hatte für jedes Orchestermitglied einen Schokoladennikolaus mitgebracht. (zyp)

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