Gymnasium Uslar und polnische Partnerschule: Projekte für die Erinnerung

Austausch mit Tradition: 1998 kamen zum ersten Mal Schüler der Albert-Schweitzer-Schule aus Gliwice (Gleiwitz) in Polen an das Gymnasium Uslar. In diesem Jahr waren es zehn Gastschüler und zwei Lehrerinnen, im Bild mit ihren Gastgebern und Schulleiter Dr. Hermann Weinreis (rechts). Foto: Porath

Uslar. Erinnerungen sind wichtig. Ganz besonders, wenn es um eine Zeit geht, in der sich Menschen in Europa nicht als Freunde, sondern als Feinde gegenüberstanden.

Das stellten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Uslar und ihrer Partnerschule aus Gliwice (Gleiwitz) in Polen in einem gemeinsamen Projekt fest.

Zehn von 60 Schülern der Albert-Schweitzer-Schule waren mit den beiden Lehrerinnen Katarzyna Przybyszeuska und Klaudia Czauderna nach Deutschland gereist, um an dem vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk geförderten Austausch teilzunehmen. Seit 1998 besteht eine Partnerschaft zu der Schule in Oberschlesien, seitdem gibt es die regelmäßigen Besuche und Gegenbesuche deutscher und polnischer Schüler. In diesem Jahr arbeiteten die Zehntklässler eine Woche lang an einem gemeinsamen Projekt mit dem Titel „Geschichte und Erinnerungskultur in Polen und Deutschland“.

Dazu hatten die Lehrer Peter Schmolinga, Juliane Schnapparelle und Franziska Thriene ein straffes Programm organisiert. In Göttingen ging es zu Erinnerungs-Orten wie der Synagoge, die Schüler informierten sich über die in der Stadt installierten Stolpersteine und das Denkmal für die Göttinger Sieben. In Kassel stand unter anderem eine Bunkerführung auf dem Programm. Alle Erfahrungen und Eindrücke wurden schließlich in einem gemeinsamen Dokument verarbeitet.

Zu Verständigungsschwierigkeiten komme es dabei kaum, berichten die beteiligten Lehrer. Die polnischen Schüler lernen zum Teil schon in der Grundschule Deutsch, wenn das mal nicht reiche, verständige man sich auf Englisch. Die Kontakte, gestärkt durch den Aufenthalt in den Gastfamilien, bestünden über den eigentlichen Austausch hinaus.

Auch wenn die polnische Privatschule, gegründet von einem evangelisch-christlichen Verein, in diesem Herbst ihr 20-jähriges Bestehen feiert, ist das Gymnasium dabei. Über die Einladung habe man sich sehr gefreut und werde mit einer Delegation der Schulleitung dabei sein, sagte Schulleiter Dr. Hermann Weinreis.

Bei der Gelegenheit kann auch gleich der Termin für den Gegenbesuch geplant werden. Einen Vorschlag für ein neues Projekt gibt es schon. Nicht mehr dabei sein wird dann Peter Schmolinga. Der langjährige Lehrer für Sport, Geschichte und Politik erreicht die Altersgrenze und geht Anfang nächsten Jahres in den Ruhestand. (zyp)

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