Tag des Handwerks

Firma Hinze in Uslar setzt auf Sonderbau aus Holz

Erfolgreich mit Spezial-Paletten im Sonderbau und Kleinserien: Heinz-Hermann Hinze begann vor 22 Jahren als Lohnunternehmer mit einem mobilen Sägewerk und beschäftigt heute sechs Mitarbeiter in seiner Firma.
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Erfolgreich mit Spezial-Paletten im Sonderbau und Kleinserien: Heinz-Hermann Hinze aus Dinkelhausen begann vor 22 Jahren als Lohnunternehmer mit einem mobilen Sägewerk und beschäftigt heute sechs Mitarbeiter in seiner Firma in Uslar-Allershausen.

Flexibilität auf Kundenwünsche haben den Uslarer Betrieb von Heinz-Hermann Hinze (61) über Jahrzehnte erfolgreich gemacht.

Uslar Anfänglich war er ab April 1999 mit einem mobilen Sägewerk im Solling unterwegs, um im Kundenauftrag aus Baumstämmen vor allem Bauholz (Bohlen, Bretter, Latten) zu sägen. Seither hat sich der Bereich in Sachen Holzverarbeitung deutlich verändert, weil die Bauholzfertigung in osteuropäischen Ländern billiger sei. Da sei für seinen Betrieb nichts mehr zu verdienen.

Aber Hinze hat sich angepasst, die Nische gefunden. Heute sind sechs Mitarbeiter bei dem Uslarer Betrieb beschäftigt. In seinem Unternehmen werden Spezialverpackungen für Kunden im Umkreis von rund 400 Kilometern und damit in ganz Deutschland hergestellt. Für Betriebe, die nicht mit Europaletten zur Auslieferung ihrer Waren klarkommen.

„Wir bauen die Sachen so, wie der Kunde es braucht“, sagt der gelernte Tischler, der sich später als Industriemeister qualifizierte und zudem CNC-Kurse absolvierte, um seine Maschinen programmieren zu können. Abnehmer sind Betriebe in der Kabelindustrie sowie etwa Kettenhersteller oder auch Firmen, die Spezialmaschinen mit Holzteilen für den Transport verpackt haben wollen. „Auf Wunsch fertigen wir Kleinserien oder Einzelgestelle“, sagt der Firmenchef. In seinem Handwerk müsse man reagieren, das werde von den Kunden honoriert und sichere so auch Arbeitsplätze in dem Familienbetrieb, in dem auch Ehefrau Heike sowie die Söhne Hendrik (29) und Alexander (33) mitarbeiten. Es besteht die Aussicht, dass die Firma weiter Bestand hat.

Zum Umsatz will Firmenchef Hinze keine Angaben machen. Allein für seine Spezialmaschinen habe er im Laufe der Jahre 800 000 Euro investiert. Ausgeliefert werden die Holz-Spezialanfertigungen mit einem eigenen Lastwagen sowie in der Nähe per Anhänger hinter dem Firmen-Pickup oder meist per Spedition. Weil viele seiner Kunden kein Lager mehr haben, werden bestellte Bauteile direkt nach der Fertigung zum Kunden ausgeliefert.

Das Rohholz (etwa Sperrhölzer in unterschiedlichen Stärken) kauft er meist in Russland ein – weil Qualität und Preis stimmen – Schnittholz (Nadelhölzer) bei Betrieben in der Region. Die hölzerne Umverpackung werde bei vielen Kunden inzwischen wegen des hohen Holzpreises sehr häufig mehrmals verwendet und danach entweder geschreddert oder als Rohstoff für Öfen zur Energiegewinnung genutzt. (Jürgen Dumnitz)

Fertigung mit moderner Technik: Die zugeschnittenen Bauteile werden in Schablonen eingelegt und dann computergesteuert zu Spezialpaletten vernagelt. Die Spezialmaschine stammt aus Dänemark.
Präzisionsarbeit: Aus einer Holzplatte werden die benötigten Formteile CNC-gesteuert maßgenau zugeschnitten. 2012 wurde diese Spezialmaschine als Prototyp einer italienischen Firma bei Hinze in Uslar-Allershausen aufgestellt.

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