Hilfe aus der Arztpraxis für zu Haus mit der Versorgungsassistentin

Arbeit im Team: Hausarzt Dr. Thomas Carl Stiller mit Anke Kobbe, die als Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis oft Blutdruck misst, wie hier bei Volker Borchert. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Volpriehausen. Blutdruck messen, Verbände wechseln, Spritzen geben – dies sind typische Aufgaben von Anke Kobbe, wenn sie als Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) für die Volpriehäuser Praxis Stiller über Land fährt.

Die Patienten sind oft Diabetiker, haben chronische Wunden oder ein Herzleiden und sind in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Da sind Hausbesuche eine echte Hilfe. Wie Hausärzte aus Echte und Hardegsen (HNA berichtete) bietet Dr. Thomas Carl Stiller die von den Krankenkassen finanzierte Versorgung als erster Arzt im Raum Uslar an.

Weiterbildung

Anke Kobbe, die seit Jahren als medizinische Fachangestellte in der Praxis arbeitet, hat extra eine Weiterbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin Hausarzt, wie es in Niedersachsen heißt, absolviert und ist nach vier Monaten glücklich mit ihrer neuen Aufgabe. Denn es geht nicht nur um medizinische Hilfe, die sie nach genauer Anweisung des Doktors umsetzt.

„Ich habe immer auch einen Blick auf das Umfeld“, berichtet sie. „Ich schaue zum Beispiel nach Stolperfallen in der Wohnung oder fehlenden Hilfsmitteln wie Handgriffen im Bad.“ In solchen Fällen berät sie die Patienten über Finanzierungsmöglichkeiten und ruft auch mal bei der Pflegekasse an. „Es geht nicht nur um Wunden“, so Dr. Stiller. „Auch die Fürsorgeaufgaben haben zugenommen.“

Bei Hausbesuchen weisen die Patienten oft auch auf Beschwerden hin, mit denen sie nicht sofort zum Arzt gehen würden. Jüngst sei eine Patientin, die ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung bekommt, gestürzt, berichtet Kobbe. Tags darauf zeigte sie beim Hausbesuch den dicken Bluterguss am Bein. In einem solchen Fall kann Anke Kobbe per Handy ein Foto an ihren Chef senden und ohne Zeitverlust fragen, was geschehen soll.

Angebot kommt gut an

Die Hausbesuche kommen bei den Patienten gut an. Anke Kobbe fährt ihre Runde nicht nur durch die Bollert-Orte, sondern über Uslar bis Adelebsen, wo Dr. Stiller eine Zweitpraxis hat. Der Hausarzt, der seit neun Jahren in Volpriehausen praktiziert, ist von dem Modell VERAH überzeugt und betont, dass es nicht darum gehe, ärztliche Aufgaben weiter zu delegieren, um mit der sinkenden Zahl an Hausärzten zurecht zu kommen. Stiller: „Es ist ein Weg, die Behandlung qualitativ zu verbessern.“

Denn die Aufgaben der Praxen seien in den vergangenen Jahren gewachsen, die Fälle komplizierter und zeitintensiver geworden, weil die Menschen älter, aber auch anspruchsvoller werden. „Jetzt hat der Arzt in der Praxis mehr Zeit“, sagt Dr. Stiller. (shx)

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