Am Tag kann er 15 Zimmer abschnüffeln

Hund Jim aus Allershausen jagt Bettwanzen in Luxus-Hotels

+
Spezialist für Bettwanzen-Suche: Stefan Wellhausen hat seinen Hund Jim speziell für das Aufspüren der Parasiten ausbilden lassen und ist damit erfolgreich.

Allershausen. Wenn Jim mit der Nase am Boden ein Hotel durchsucht, wird es ernst. Der kleine Münsterländer aus Allershausen ist dafür ausgebildet, Bettwanzen zu finden.

Seit über 15 Jahren ist das Unternehmen von Jims Besitzer Stefan Wellhausen in europäischen Spitzenhotels, Botschaften und öffentlichen Gebäuden unterwegs, um Kronleuchter wieder zum Strahlen zu bringen. Vor vier Jahren kam Wellhausen dann auf die Idee, den Häusern zusätzlich eine Matratzenreinigung anzubieten.

Parasit: Eine Bettwanze, unterwegs auf einem Handrücken.

Jetzt hat er sein Angebot um eine weitere Dienstleistung erweitert. Mit Hund Jim, 19 Monate alt, geht er auf Bettwanzensuche. Ein Hoteldirektor hat den Impuls gegeben, erzählt Wellhausen. Damals war sein West Highland Terrier Sammy mit auf Dienstreise. Der Hoteldirektor habe gefragt, ob der auch Bettwanzen finde. Die kleinen Krabbeltiere, gerade mal so groß wie die Spitze des kleinen Fingernagels, sind weltweit verbreitet und haben auch den Weg in deutsche Luxushotels gefunden.

In den meisten Fällen werden sie über das Gepäck der Gäste eingeschleppt. Einmal im Haus, sitzen sie hinter Fußleisten oder an anderen Stellen im Zimmer. Der ungewöhnlichste Fundort, berichtet Wellhausen, war ein Fernseher.

Früher habe man bei einem Verdacht gleich den Kammerjäger gerufen, schildert der Unternehmer. Der habe dann das ganze Zimmer auseinander genommen und unter Umständen gar nichts gefunden. Geht Wellhausen mit seinem Jim durch die Zimmer, bleiben sie zunächst ganz. Kein Möbelstück wird auseinandergebaut, keine Fußleiste abgeschraubt. Das passiert erst, wenn der Hund einen Befall sicher anzeigt. Der Kammerjäger kann dann ganz gezielt vorgehen.

Von Natur aus hat Jim eine sehr gute Nase. Um gezielt Bettwanzen zu finden, hat er zudem eine vier Monate lange Einzelausbildung bei Hundetrainerin Barbara Pietrusky in Ebergötzen absolviert. Mit Hilfe kleiner Glasröhrchen mit Bettwanzen und viel Lob hat der Jagd-Gebrauchshund gelernt, die Blutsauger zu erschnüffeln.

15 Zimmer pro Tag

Das ist harte Arbeit, berichtet Wellhausen. Ist Jim im Einsatz, schafft er 15 Zimmer am Tag. Nach 20 Minuten Nasenarbeit sind zwei Stunden Spazieren gehen zur Erholung fällig. Und sind tatsächlich zwei Tage lang mal keine Bettwanzen zu finden, hilft Wellhausen nach. Schließlich freut sich Jim über jeden Fund. „Das ist für ihn die größte Motivation“, sagt sein Herrchen. (zyp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.