Auf den Hund gekommen - Unterricht in Uslar mit zwei Terriern

Schulhundprojekt an der Grundschule: Lehrerin Katrin Rauber (links) setzt bei ihrer tiergestützten Pädagogik mit Schülern auf zwei Hunde, im Bild vorn der sechsjährige Pepsi. Foto: Dumnitz

Uslar. Die neue Uslarer Grundschullehrerin Katrin Rauber (26) stammt aus Crainfeld im Vogelsbergkreis, ist mit Hunden groß geworden, seit 2003 Hundesportlerin. Sie hat in Kassel Grundschullehramt studiert und setzt ihre beiden Terrier Pepsi und Cookie in einer Arbeitsgemeinschaft mit 13 Grundschülern ein.

Tiere haben manchmal eine positive Wirkung auf Menschen unterschiedlichen Alters. Kleintiere wie Kaninchen oder Katzen werden ebenso wie Hunde in der Seniorenarbeit eingesetzt. Als treuer Freund oder auch zum Streicheln.

Pepsi und Cookie sind aufgeweckte Jack-Russel-Terrier, sagt die Lehrerin. Pepsi hat die Begleithunde- sowie mehrere Agilityprüfungen (Hindernisparcours) geschafft, ist sechs Jahre alt, sehr munter und kann einige Tricks. Cookie ist im Frühjahr geboren und gilt als wissbegierig. Er ist gerade in der Ausbildung für die Begleithundeprüfung. Beide Hunde agieren nur dann, wenn die Lehrerin dabei ist und alle Kinder es wollen.

Im Unterricht warten die beiden Hunde in ihren Transportboxen, bis sie eingesetzt werden. Katrin Rauber, die jetzt in Gieselwerder lebt, hat in den vorausgegangenen Stunden bereits mit den Zweitklässlern geübt, dass alles langsam und leise zugehen soll. Regeln sind wichtig im Umgang mit den Tieren. Diesmal ging es um Vertrauen: Ein Schüler legte sich auf den Boden. Auf Arm, Bein und Rücken werden Leckerlis gelegt, die der Hund finden soll. Die Kinder rundherum beobachten die Suche.

Dann darf Pepsi würfeln. Die Kinder versuchen, die gewürfelten Zahlen zu rechnen. Der Hund bekommt ein Leckerli, die Schüler ein Lob fürs Ergebnis. Eingesetzt werden können die Hunde auch zur Leseförderung. Cookie sei wegen seines ruhigen Wesens ein guter Partner. Die beiden Schulhunde wirken motivierend und sorgen für methodischen Erfolg beim Lernen, weil sich Kinder unbewusst mit dem Hund messen und so eine andere Selbstwahrnehmung haben, beschreibt Katrin Rauber die Projektarbeit. Ein Schüler komme jetzt, wo die Hunde da seien, viel lieber zur Schule, berichtet die Lehrerin.

Eingesetzt werden können Pepsi und Cookie in verschiedenen Unterrichtsstunden wie Deutsch, Mathematik und Sport. Ihre Erfahrungen auch aus der Arbeitsgemeinschaft will die Lehrerin den Grundschul-Eltern vorstellen, um die beiden Hunde an Schulhundtagen auch im normalen Unterricht mit einzubeziehen. Die Schüler sollen durch die Hunde nicht nur lernen, sondern auch ihre eigene Kompetenz stärken.

Schließlich begegnen die Hunde den Grundschülern völlig unvoreingenommen und wertfrei, wodurch die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler und das Selbstbewusstsein gefördert werden, berichtet die Lehrerin.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.