Beschäftigte stützen Forderungen der IG-Metall am Verhandlungstisch

Hupkonzert beim Warnstreik der IG Metall in Uslar

Coronagerechte Kundgebung auf dem Parkplatz: 90 Beschäftigte der Frühschicht des Uslarer Unternehmens Demag Cranes & Components dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Sie zeigten den Arbeitgebern die Rote Karte und verließen den Parkplatz mit einem Hupkonzert, zu dem Betriebsrat Norbert Wehrhahn (links) und Martina Neupert als Mitglied der Tarifkommission aufriefen.
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Coronagerechte Kundgebung auf dem Parkplatz: 90 Beschäftigte der Frühschicht des Uslarer Unternehmens Demag Cranes & Components dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Sie zeigten den Arbeitgebern die Rote Karte und verließen den Parkplatz mit einem Hupkonzert, zu dem Betriebsrat Norbert Wehrhahn (links) und Martina Neupert als Mitglied der Tarifkommission aufriefen.

Mit einer zweiten Frühschluss-Aktion haben sich 200 Mitarbeiter der Firmen Spänex und Demag Cranes & Components in Uslar an Warnstreiks der IG-Metall Süd-Niedersachsen-Harz beteiligt.

Uslar – Durch den Streik soll der Druck der Beschäftigten auf die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifverhandlungsrunde erhöht werden. „Zukunft sichern – Tarifbewegung jetzt!“ lautet das Motto der aktuellen Tarifbewegung für die Metall- und Elektroindustrie.

Für die rund 3,9 Millionen Arbeitnehmer geht es um Beschäftigung, Zukunft und die Sicherung des Einkommens, das um vier Prozent steigen soll. Verhandelt wird seit Dezember 2020, bisher allerdings ohne ein Ergebnis, bedauert die IG-Metall. Vor dem Tor der Firma Demag danke Betriebsrat Norbert Wehrhahn seinen Kollegen für die Unterstützung des Warnstreiks. Rund 90 Beschäftige der Frühschicht stempelten diesmal zwei Stunden vor dem regulären Feierabend ab. Auch die anderen Schichten haben mitgemacht.

Obwohl das Unternehmer Spänex nicht tarifgebunden ist, haben sich laut dem Betriebsratsvorsitzenden Matthias Rieger auch 33 Beschäftigte aus Solidarität an dem Warnstreik beteiligt. Auch sie sorgten für ein Hupkonzert nahe des Demag-Betriebsgeländes.

Demag-Mitarbeiterin Martina Neupert sitzt mit in der Tarifkommission. Per Megafon sagte sie, dass man vor den Toren streike, weil sich in der Tarifrunde nichts bewege. Nach vier Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber kein Angebot auf den Tisch gelegt. Den Arbeitnehmern gehe es um Beschäftigung, Zukunft, Einkommen und die Sicherung der Ausbildung. Die 4 Prozent Erhöhung solle je nach Situation der Betriebe, denen es nicht allen schlecht gehe, auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können.

Mit Zukunftstarifverträgen könnten zudem passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten, sagte Neupert. Die Arbeitgeber mit Stefan Wolf an der Spitze mauern und bieten vier Mal eine Null an: für Entgelderhöhung, für Bewegung bei Beschäftigungssicherung, Zusagen bei Zukunftstarifverträgen und Vorschläge bei der Ausbildung.

Neupert kritisiert, dass die Arbeitgeber die Pandemie nutzen, um Flächentarifverträge aufzuweichen, und Tarifstandards, Urlaubsgeld, Sonderzahlungen und Mehrarbeitszuschläge angreifen wollen. Das unternehmerische Risiko solle weiter auf die Beschäftigten übertragen werden, damit am Ende die Rendite stimme. Sie rief ihre Kollegen auf, weiter kämpferisch zu sein.

Mit der Roten Karte und einem Hupkonzert wolle man den Arbeitgebern deutlich signalisieren, dass sie für großen Unmut in den Belegschaften sorgen. Jürgen Dumnitz

Früher Feierabend: Die IG-Metall verteilte Fähnchen an die Demag-Beschäftigten, die aus Protest zwei Stunden vor dem regulären Arbeitsende abstempelten.

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