Ärger mit Müll

Rückbau der Freizeitanlage am Martinsbach

Idylle mit Schönheitsfehler: Auf dem Teich der Freizeitanlage am Martinsbach schwimmen leere Flaschen und anderer Müll.

Uslar. Besuchern der Freizeitanlage am Martinsbach zeigt sich eine in die Jahre gekommen Idylle. An den Holzstegen und der Schutzhütte, die vor 25 Jahren am früheren Feuerlöschteich errichtet worden sind, nagt der Zahn der Zeit.

Jetzt sollen die Holzbauwerke abgerissen, der Teich verfüllt und in einen Bachlauf zurück gebaut werden.

Auch die Holzbauwerke sind in die Jahre gekommen. Deshalb will das Albert-Schweitzer-Familienwerk die Pflege der Anlage nicht mehr fortführen. Fotos: Schmidt-Hagemeyer

Für diese Lösung sprach sich am Mittwoch der Ortsrat Uslar aus. Hintergrund: Für die Pflege der Anlage ist laut einer Vereinbarung mit der Stadt Uslar das Albert-Schweitzer-Familienwerk zuständig. Doch das Familienwerk will den Aufwand nicht mehr tragen und hat dem Ortsrat darum eine handschriftliche Skizze zur Veränderung des Bereiches zukommen lassen: In dem Entwurf sei auch der Vorschlag des Ortsrates aufgenommen worden, den Bachlauf offen zu gestalten, sagte Ortsbürgermeister Arno Riedke (SPD).

Der Pflegeaufwand sei nicht zuletzt wegen des Vandalismus im Bereich des Teiches extrem aufwändig, berichtete Riedke über die Position des Familienwerks. Dessen Interesse an der Anlage ist auch darum begrenzt, weil die Bewohner der nahen Seniorenwohnungen selten herkommen.

Stattdessen ist der Teich ein Treffpunkt der Jugend. Täglich zögen Jugendliche dorthin, sagte Ortsratsmitgled Elke Gropp. Flaschen und Chipstüten flögen regelmäßig ins Wasser, so die CDU-Frau. Die Anlage sei eine große Müllhalde, aber kein Gewässer, in dem Leben existieren könne.

Kritik zu den Plänen kam aus den Zuhörerreihen. Der Teich sei ein Biotop, das könne man doch nicht einfach dicht machen. CDU-Ortsratsmitglied Kristina Bäthe argumentierte dagegen, dass es nicht um die Zerstörung eines Biotops gehe, sondern dieses nur anders aussehen werde. Der Martinsbach werde wieder in seinem natürlichen Verlauf als offenes fließendes Gewässer hergestellt. Einig war sich der Ortsrat, dass die Untere Naturschutzbehörde einen Blick auf das Projekt werfen soll. Auch der Ortsrat will bei der Feinabstimmung der Arbeiten eingebunden werden. (shx)

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