Info-Veranstaltung: Windkraft-Gegner blieben draußen

Protest vorm Gasthaus: Rund 40 Windkraftgegner protestierten vor dem Dorfkrug in Vernawahlshausen, weil sie von der Informationsveranstaltung zum Thema Windräder im Reinhardswald, zu der die Gemeinde Wahlsburg und der evangelische Kirchenvorstand eingeladen hatten, ausgeschlossen waren. Im Saal hörten sich etwa 30 Lokalpolitiker und Kirchenvorstandsmitglieder sowie Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quention und Pfarrer Thomas Schrader den Vortrag von Susanne Linneweber vom RP an. Foto: Dumnitz

Vernawahlshausen. Lokalpolitiker und Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes informierten sich über Windkraft-Pläne. Kritiker durften an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

„Wir haben uns auf die Vorgaben des Regierungspräsidiums eingelassen, um uns aus erster Hand über die Windkraftpläne im Reinhardswald informieren zu lassen“, sagte Pfarrer Thomas Schrader am Mittwoch im Gasthaus Zum Dorfkrug gegenüber der HNA.

Im Saal hörten sich rund 30 Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes sowie Lokalpolitiker der Gemeinde Wahlsburg den Vortrag von Susanne Linneweber (vom Dezernat Regionalplanung des Regierungspräsidiums Kassel) an, vor dem Gasthaus protestierten rund 40 Windkraftgegner still dagegen, dass sie von der als Informationsveranstaltung angekündigten Veranstaltung ausgeschlossen waren.

Ihren Unmut machten sie mit Plakaten und Spruchbändern deutlich. Das Regierungspräsidium (RP) habe es zur Bedingung gemacht, dass nur geladene Gäste im Saal sind, sagte Thomas Schrader.

Der Wunsch nach Infos zum Thema sei aus dem Kirchenvorstand gekommen. Man wolle anschließend in einer Sitzung beschließen, ob der Kirchenvorstand Einwendungen gegen die Windradpläne im Reinhardswald vorbringt, oder nicht.

Bürgermeister Jörg-Otto Quentin hatte den Kontakt zu Linneweber als Referentin hergestellt und zugleich die Lokalpolitiker der Gemeinde mit eingeladen. „Wir wollen aber niemandem Informationen vorenthalten“, sagte Quentig am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Im Mai werde es vier öffentliche Veranstaltungen (Fachausschuss-, Ortsbeirats- und Gemeindevertretersitzungen) geben, bei denen das Thema Windräder behandelt wird und jeder sich äußern könne.

Mit Frank Schilke, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, werde er außerdem einen Termin für eine Bürgerversammlung in den nächsten Wochen abstimmen, sagte Quentin. Bis zum 29. Mai seien Einwendungen gegen die Windkraftpläne beim RP in Kassel möglich. Die Gelegenheit sollten die Einwohner der Weser-Gemeinden ebenso nutzen, wie Vereine und Institutionen.

Den Vorwurf, er sei der Forderung der Windkraftgegner nach einer Bürgerversammlung nicht nachgekommen, widersprach Quentin. „Ich kann mich nicht erinnern, von den Gegnern jemals dazu aufgefordert worden zu sein.“ Mit acht weiteren Bürgermeistern sei er in der Energiegenossenschaft engagiert, weil das „eine Gelegenheit ist, Einfluss auf einen möglichen Wildwuchs bei Windkraftanlagen zu nehmen“, so Quentin.

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