Minderung der Corona-Folgen

Ippen-Stiftung hilft dem Kulturbahnhof Uslar mit Spende

Kullturbahnhof Uslar mit symbolischer Übergabe einer Spende in Höhe von 3000 Euro aus der Ippen-Stiftung von HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen mit (von links) dem Kulturbahnhof-Vorsitzenden Markus Thiel, Projektmanagerin Ina Bartram und HNA-Redakteur Frank Schneider.
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Die Bühne im Kulturbahnhof Uslar war am Mittwoch symbolischer Übergabeort für die Spende von 3000 Euro aus der Ippen-Stiftung von HNA-Verleger Dr. Dirk Ippen mit (von links) dem Kulturbahnhof-Vorsitzenden Markus Thiel, Projektmanagerin Ina Bartram und HNA-Redakteur Frank Schneider.

Der Kulturbahnhof Uslar gehört im Uslarer Land zu den wichtigen Säulen des kulturellen Lebens.

Uslar - Seit 2003 gibt es den Kulturbahnhof Uslar und den Trägerverein. Durch Corona durchlebt er eine besonders problematische Zeit: Konzerte, Discoabende, Theater, Workshops und Ferienspaßaktionen sind nicht erlaubt, auch keine Vermietungen. In diesen Zeiten kann der Kulturbahnhof jede Unterstützung gebrauchen.

So kommt diesmal auch finanzielle Hilfe von der Stiftung des Verlegers der Heimatzeitung HNA Sollinger Allgemeine, Dr. Dirk Ippen. „Wir hoffen, dass eine Spende von 3000 Euro zumindest dazu beiträgt, die Folgen des vorigen und dieses Jahres etwas abzumildern. Das würde uns freuen“, steht in einem Schreiben der Ippen-Stiftung an den Kulturbahnhof Uslar.

Am Mittwochnachmittag fand eine symbolische Übergabe durch HNA-Redakteur Frank Schneider mit dem Kulturbahnhof-Vorsitzenden Markus Thiel und Projektmanagerin Ina Bartram statt. Dabei will die Ippen-Stiftung vor allem Dank sagen für das ehrenamtliche Engagement im und für den Kulturbahnhof, das nach wie vor eine wichtige Rolle spielt.

Der Kulturbahnhof ist ein gemeinnütziger Verein, der 2003 gegründet wurde, als die Stadt Uslar aus dem alten Bahnhof inklusive Gaststätte den heutigen Jugend- und Kulturbahnhof schuf. Kernstück ist die Veranstaltungshalle. In jüngster Zeit kamen im oberen Geschoss ein Musikstudio mit Gesangskabine, Workshop- und Kreativraum hinzu.

„In über 15 Jahren hat sich der Kulturbahnhof mit einem sparten- und zielgruppenübergreifenden Programm als soziokulturelles Zentrum entwickelt und bietet seinen Mitgliedern und zahlreichen Kooperationspartnern eine Bühne, Treffpunkt und Netzwerk mit dem Ziel der nachhaltigen Teilhabe, Partizipation und Integration zur Förderung der Jugendhilfe sowie der Kunst und Kultur in Uslar und der Region“, beschreibt Projektmanagerin Ina Bartram die Rolle des Kuba, wie er abgekürzt genannt wird. Ina Bartram ist Nachfolgerin von Gaby Scholz, die acht Jahre für den Kuba arbeitete.

Die Kulturarbeit wird durch Vorstand, Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer getragen, heißt es. Vor allem bei der Kinder- und Jugendarbeit kommt Unterstützung von Stadtjugendpflege, Stadtjugendring und anderen Organisationen und dem Landkreis, insbesondere der Kreisjugendhilfe.

Außerdem sind die Förderung der Stadt Uslar sowie die Strukturförderung des Landschaftsverbandes Südniedersachsen und des Landesverbandes Soziokultur Niedersachsen mit Geld vom Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur eine lebensnotwendige Hilfe, so Ina Bartram.

So konzentrierte man sich im Kuba darauf, den Kulturbetrieb aufrechtzuerhalten. Da kam die Förderzusage des Landschaftsverbandes Südniedersachsen wie gerufen. In einem Sammelantrag bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt erhielt der Kuba 9653 Euro Förderung, ergänzt durch 550 Euro aus der Kampagne „Wir tun Gutes“ der VR-Bank Niedersachsen.

Damit wurden Kameras und professionelle Ausrüstung für Übertragungen im Internet angeschafft. Nun ist es möglich, qualitativ hochwertige Videoaufnahmen zu erstellen und Konzerte zu übertragen. Zum Jahresende startete der Stadtjugendring mit dem Kuba das Projekt „Interaktive Livestreams in Uslar“, gefördert von der Kreis- und Stadtjugendpflege. So fanden zwei Aufführungen der Harzer Puppenbühne und die beliebte School’s out Disco statt. Die Gagen der Disco werden von der Kreissparkasse Northeim gefördert. Die Streaming-Disco steht noch auf dem Twitch-Kanal des Kulturbahnhofs zur Ansicht bereit und erreichte über 500  Aufrufe.  

2021 ist das Jahr der Herausforderungen

Das Jahr 2021 sieht der Verein Kulturbahnhof Uslar als Herausforderung: Wie kann Live-Publikum digital eingebunden werden, wie können die Kulturschaffenden ohne reale Zuschauer ihre Darbietungen gestalten?

Bei den bisherigen Liveübertragungen und deren Resonanz sind einerseits die Grenzen der Online-Veranstaltungen deutlich geworden, andererseits hat das Projekt gezeigt, dass Teamarbeit auch mit digitaler Kommunikation möglich ist und durch die Online-Kulturarbeit neue Veranstaltungsformate entwickelt werden können, lautet die Antwort von Kulturbahnhof-Projektmanagerin Ina Bartram.

Die digitale Überbrückung von Corona stellt eine nachhaltige Perspektive dar. Nach der Pandemie könnten Live-Formate durch Online-Angebote begleitet werden und die Reichweite grenzenlos erweitern. Eine wichtige Zielgruppe sind laut Bartram abgewanderte, ehemalige Einwohner mit Wurzeln in Uslar. Sie können auf diesem Weg weiterhin am Kulturangebot teilhaben.

Das Problem der Online-Veranstaltungen ist, Einkommen zu erzielen. Dabei sei die Ausweitung der digitalen Aktivitäten nötig, aber auch die kontinuierliche Unterstützung durch Förderer, um veranstaltungsbezogene und sonstige laufende Kosten finanzieren zu können.

Durch die Strukturförderung des Landschaftsverbandes Südniedersachsen kann hier ein Teil der Löcher gestopft werden, heißt es. In der Programmarbeit wird der Kulturbahnhof durch den genehmigten Antrag beim Landschaftsverband zur Übernahme von Gagen für solo-selbstständige Künstler für drei Veranstaltungen im Rahmen des Corona-Förderprogramms „Niedersachsen dreht auf“ und durch das vom Landesverband Soziokultur Niedersachsen zugesagte Geld für das Projekt „Soziokulturelles Tor und Verbindungsbrücke“ unterstützt.

„Dennoch ist der Kulturbahnhof auf weitere Unterstützung und Drittmittel angewiesen, denn zuzüglich zum jeweiligen Eigenanteil müssen durch zum Beispiel Corona-bedingt reduziertes oder nicht vorhandenes Eintrittsgeld (geringere Platzkapazitäten aufgrund der Abstandsregeln) und fehlender Thekenumsatz kompensiert werden.

Hinzu kommen weitere Ausfälle durch eingeschränkte Vermietungen des Veranstaltungssaals. So hofft der Kulturbahnhof für 2021 auf gutes Wetter, damit verstärkt Veranstaltungen an der frischen Luft stattfinden können.

Die Hoffnung ruht zudem darauf, dass mit der neuen technischen Infrastruktur und entsprechendem Fachpersonal digitale Vereinssitzungen und sonstige Treffen im Kulturbahnhof angeboten werden können. Und: Der Kulturbahnhof steht für eine professionelle Digitalisierung und Übertragung von Darbietungen von Künstlern zur Verfügung. Für die Gestaltung des Programms 2021 freut sich der Verein über Anregungen, Zuschauerwünsche und Bewerbungen von Künstlern.

Anfragen zur Mitgestaltung des virtuellen und realen Kulturbahnhofs und neue Mitglieder insbesondere im Bereich Kinder- und Jugendarbeit sind sehr willkommen. Kontakt: E-Mail info@kulturbahnhof-uslar.de.

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