Uslar/Solling

Jens Siebert vor großer Kulisse zum neuen Ortsbürgermeister gewählt

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Fünfköpfiger Ortsrat mit beratendem Mitglied: Marcel Drüke (vorn von links), Christian Kempe und Gerald Leibecke sowie (hinten von links) Tim Koch, Jens Siebert und Stadtratsmitglied Georg-Wilhelm Elias.

Fürstenhagen. Bei Neubürgern im Dorf will Jens Siebert als neuer Ortsbürgermeister von Fürstenhagen klingeln, um sich und den Ort vorzustellen und die Neulinge so willkommen heißen.

Das kündigte er am Dienstag in der konstituierenden Sitzung des neuen Ortsrates an. Und: Er sei täglich nach 16 Uhr für alle Belange des Dorfes ansprechbar - nicht aber für Nachbarschaftsstreitigkeiten. „Das müsst ihr anders regeln“ sagte Siebert nach seiner Wahl.

Einstimmiges Votum

Als Ältester hatte Gerald Leibecke die Sitzung vor über 50 Zuhörern im Gasthaus Ackerhans eröffnet. Per Handschlag verpflichtete anschließend Uslars Bürgermeister Torsten Bauer die neuen Lokalpolitiker, bevor Siebert einstimmig in offener Wahl gewählt wurde. Zum neuen Ortsrat gehören außerdem Marcel Drüke, Christian Kempe, Tim Koch und Leibecke. Siebert hatte die meisten Stimmen bei der Kommunalwahl erreicht und will auch die Aufgabe des Ortsbeauftragten wahrnehmen. Ebenfalls einstimmig wurde vom fünfköpfigen Ortsrat Gerald Leibecke als stellvertretender Ortsbürgermeister offen gewählt

Verabschiedungen

Mit Urkunden und Geschenken vom Dorf und der Stadtverwaltung wurden neben Andreas Kosmalla, der von 2011 bis April 2014 im Ortsrat saß, auch Ralf Meyer nach fünfjähriger Amtszeit verabschiedet. Zudem Mike Seeger, der zehn Jahre dabei war, Bernd Ackerhans, der 15 Jahre mitmachte, und der bisherige Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Elias, der seit 20 Jahren im Amt war. Er steht dem Ortsrat aber als Stadtratsmitglied weiterhin als beratendes Mitglied zur Seite.

„Schorse, wir brauchen dich noch“, sagte Siebert in Richtung Elias. Bauer und Siebert würdigten den Einsatz von Elias für das Dorf und erinnerten an einige Baustellen. Besonders als es ums Thema Windkraft ging, hätte Elias viel Kritik aushalten müssen, sagte Siebert. Dann gab es stehenden Applaus vom Ortsrat und den Einwohnern. Torsten Bauer lobte die Art und Weise, wie sich Elias für den Ort und im Stadtrat eingesetzt hat. Den Posten als Ratsvorsitzender habe er respektvoll ausgeführt.

Elias war sprachlos

„Mir fehlen die Worte“, sagte Georg-Wilhelm Elias sichtlich gerührt. Er war seit 1996 Mitglied im Ortsrat und ebenso lange Ortsbürgermeister. Elias rief die Einwohner und den Ortsrat dazu auf, sich so zu engagieren, dass auch künftig jemand das Dorf im Rat der Stadt vertrete.

Aufruf: Miteinander statt übereinander reden

In Fürstenhagen müssen die Einwohner nach Ansicht des neuen Ortsbürgermeisters Jens Siebert wieder miteinander statt übereinander sprechen. Das sagte er in seiner Antrittsrede im Gasthaus Ackerhans.

Besonders der Plan, in der Gemarkung Windräder zu bauen, hatte die Einwohnerschaft in den vergangenen Jahren tief gespalten. Letztlich wurde der Windrad-Bau aber vom Landkreis abgelehnt.

Siebert hofft, dass jetzt wieder Ruhe einkehre und man enger zusammenarbeitet. So regte er einen Ortstag an, bei dem man sich für ein schönes Dorf engagieren könne. Vielleicht entwickle sich daraus auch eine rüstige Rentnergruppe, die sich fürs Dorf engagiere. Ein Einwohner hatte das vorgeschlagen.

Mit Musik, Gesang und Motorrädern müsse - „wenn man uns lässt“ - Fürstenhagen sich laut Siebert beim Tag der Regionen in Volpriehausen präsentieren. Einsetzen will er sich zudem für ein schnelles Internet und eine Stärkung des Heimatvereins.

Der Ortsrat solle sich zudem mit dem Thema Friedhofsgenossenschaft beschäftigen. So könnten Kosten reduziert werden, ist sich Siebert sicher. Auf Anregung aus der Zuhörerschaft will sich der Ortsrat zudem um die Attraktivitätssteigerung für die einst von Mike Seeger eingerichteten Internetseite des Dorfes einsetzen.

Das restliche Ortschaftsgeld in Höhe von 3308 Euro soll nach einstimmigem Beschluss an die Jagdgenossenschaft übertragen werden, die Wirtschaftswege in der Gemarkung unterhalten muss.

Einsetzen will sich Siebert mit dem Ortsrat aber auch für den Erhalt des Kinderspielplatzes neben dem TSV-Sportplatz. Der Vorsitzende Reinhold Gronemann hatte gefragt, ob man den Spielplatz überhaupt noch brauche, wo viele Familien eigene Spielplätze in ihren Gärten hätten. Auch Bauer sagte, dass der Spielplatz erhalten bleiben solle.

Zwei Sitzungen im Jahr

Tagen will der neue Ortsrat laut Siebert „sicher auch manchmal etwas lustig und unterhaltsam“ im Frühjahr und einmal im Herbst. Ob es zu weiteren Treffen der Dorfbevölkerung kommt, wie es eine Einwohnerin angeregt hatte, müsse man sehen - der Ortsrat werde auf Bürgerwünsche reagieren. (jde)

Von Jürgen Dumnitz

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