Jetzt ist beim Berufsförderzentrum alles unter einem Dach

Zentrale Rolle: In der Holzwerkstatt, die hier Besucher der Eröffnung des neuen Berufsförderzentrums im ehemaligen Ilse-Werk besichtigen, geht es um Tischler- und Zimmererarbeiten. Fotos: Niesen

Albert-Schweitzer-Familienwerk zog einzelne Betriebsbereiche ins ehemalige Ilse-Werk an der Auschnippe in Uslar zusammen.

Uslar. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk hat sein neues Berufsförderungszentrum im ehemaligen Ilse-Werk in Uslar eröffnet. 80 000 Euro wurden investiert, um Holzwerkstatt, Schulungs- und Verwaltungsräume sowie eine neue Design- und Textilwerkstatt unter einem Dach zu vereinen.

Im früher als Jugendwerkstatt Steimke bekannten Berufsförderungszentrum wird jungen und erwachsenen Menschen geholfen, die sonst kaum einen Chance auf eine Ausbildung oder feste Arbeitsstelle haben. „Basis ist die sozialpädagogische Arbeit“, sagte der Leiter des Zentrums, Heinz Rickert. Die Menschen müssten wieder Vertrauen zu sich selbst und zu Fremden finden. Weitere Eigenschaften, die gefördert werden sollen, sind unter anderem Durchhaltevermögen und Veränderungsbereitschaft.

Sanierung eines Dachstuhls

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Holzwerkstatt, in der Wilfried Wedekind für Zimmererarbeiten und Martin Schlemme für Tischlerarbeiten zuständig ist. Gearbeitet wird projektbezogen. So entstand hier der Zuschneide-Tisch für die neue Design- und Textilwerkstatt. Ein großes Projekt, das in Zusammenarbeit mit Fachfirmen über zwei Jahre lief, war die Sanierung eines Dachstuhls auf dem Schulbauernhof in Hevensen. Wedekind: „Das hat die Teilnehmer richtig motiviert. Sie haben gesehen, dass sie etwas können.“

Großen Anklang findet die neue Design- und Textilwerkstatt mit Catrin Henne an der Spitze. Sie betreut zurzeit zwölf Teilnehmer, darunter fünf Männer. „Die Teilnehmer erhalten hier eine Grundqualifizierung“, sagte Henne. Dabei geht es nicht nur um das Nähen von Taschen beispielsweise für die Umweltstiftung in Bonn, sondern auch um das Entwerfen und Fertigen anderer Teile.

Laut Heinz Rickert werden neuerdings auch Geflüchtete betreut, deren Status noch nicht feststehe. Gesucht wird vom Zentrum noch ein Sozialpädagoge. Nach den Worten von Kerstin Schall, Leiterin des Jobcenters in Uslar, sind in die Maßnahmen des Berufsförderzentrums in den vergangenen drei Jahren 350 Teilnehmer vermittelt worden, manche davon mehrmals.

Die Arbeit mit den Menschen, „die vielleicht vorübergehend nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, könne gar nicht genug Anerkennung finden, sagte der Geschäftsführer des Jobcenters Northeim, Klaus-Michael Schulze. Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte, die Zukunft der Menschen hänge von den Chancen ab, „die wir ihnen bieten“. SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller lobte, dass Teilnehmer auch die Erfahrung machten, dass sie im Arbeitsmarkt erwünscht sind. Der stellvertretende Landrat, Dr. Bernd von Garmissen, würdigte, dass rund 100 Firmen mit dem Berufsförderungszentrum kooperieren. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.