Zum Jubiläum gibt es Windbeutel unter den Windrädern auf dem Sömmerling

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Weithin zu sehen im Uslarer Land: Die vier Windräder vom Sömmerling bei Schoningen. Ihre Betreibeer ziehen bis eine positive Bilanz.

Uslar. Während sich die Menschen am Fuße des Lichtenbergs gegen das zweite geplante Windrad vehement wehren, wird ein Berg weiter unter den Windrädern auf dem Sömmerling gefeiert.

Die Betreiber, die Windrad Uslar GmbH & Co KG, hat vor 20 Jahre angefangen, legt eine Schnapszahlen-Energiebilanz vor und feiert das am Sonntag, 28. Juni, mit Windbeuteln unter den Windrädern.

Die vier Anlagen auf dem Sömmerling haben seit Inbetriebnahme in den Jahren 2000/2001 bisher 33.333.333 Kilowattstunden (kWh) Strom geliefert, berichtet Karl Fricke als einer von vier Geschäftsführern. Die Schnapszahl war Mitte Mai erreicht. Fricke: „Seit fast 15 Jahren sind die vier Windräder ein Symbol für die umweltfreundliche Stromerzeugung in der Region Uslar.“

Im Durchschnitt sind jährlich für gut 600 Haushalte umweltfreundlicher Strom erzeugt worden. Drei Windräder gehören der Windkraft-Gesellschaft, eine Anlage gehört einem Privatinvestor. Über 75 Gesellschafter haben Anteile an den drei „Bürgerwindrädern“ gezeichnet. „Wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass wir vor 15 Jahren so viele Bürger aus der Region für das Projekt gewinnen konnten“, sagen Karl Fricke und seine drei Kollegen Wolfgang Ernst, Uwe Kühn (beide Uslar) und Volker Ruwisch (Dinkelhausen). Im Mittel hat jeder Gesellschafter einen hohen Beitrag für die Umwelt geleistet, denn es wurden 14,5 Tonnen CO2 je Jahr und Gesellschafter weniger emittiert, rechnet Karl Fricke vor. Vergleich: Pro Bundesbürger werden jährlich etwa 10,5 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Es verbleibe also eine „Gutschrift“ von vier Tonnen CO2.

Ausgangspunkt für die Windrad-Initiative war der 26. April 1986 mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. An diesem Tag wurde auch die Tochter von Karl Fricke geboren, der als einer der Hauptinitiatoren am 27. April 1995 die Initiative ergriff, die Windenergieinteressen in der Region zu bündeln.

Zehn Jahre nach Tschernobyl

Genau zehn Jahre nach Tschernobyl wurde am 26. April 1996 die „Windkraft Uslar GbR“ mit elf Gesellschaftern (darunter auch die vier Geschäftsführer) gegründet, die einen Teil der Vorplanungen übernahm. Genau zwei Jahre später folgte die „Windkraft Uslar GmbH & Co KG“. Weitere zwei Jahre danach kam es zum Bau der Windkrafträder.

„Wir hoffen, dass die Anlagen noch über zehn Jahre einen Beitrag zur umweltfreundlichen Stromerzeugung leisten. Wenn sie ausgedient haben, werden sie abgebaut, ohne wie bei der Atomkraft gefährliche Rückstände zu hinterlassen.“

Die Windkraft Uslar nimmt die „Energie-Schnapszahl“ und das kleine Jubiläum zum Anlass, die Gesellschafter und Freunde der Windkraft zu Kaffee und Windbeuteln für Sonntag, 28. Juni, ab 15 Uhr auf den Sömmerling einzuladen. Die Geschäftsführer freuen sich auf viele Teilnehmer und Gespräche. Es wird eine kurze Präsentation vorbereitet. (nh)

Lesen Sie hier: 

- Bürgerinitiative: Neue Hürde für das zweite Windrad auf dem Lichtenberg

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