Glasfaser

Kabel fürs schnelle Internet im Uslarer Land

Kabelverlegung an der Kreisstraße: Vier polnische Arbeiter graben mit einem Minibagger einen Schacht im Straßengraben, drücken das rote Kabel hinein und schütten den Schacht wieder zu. Foto: JÜRGEN DUMNITZ

Ein polnisches Unternehmen hat per Wanderbaustelle entlang der Kreisstraße zwischen Uslar, Steimke und Schoningen im Auftrag der Deutschen Telekom Glasfaser-Erdkabel verlegt. Der Verkehr wurde per Ampelanlage vorbeigeleitet.

Dabei hob ein Mitarbeiter mit einem Minibagger einen schmalen Schacht im Bereich des Straßengrabens aus, der laut Markus Gehle, dem Leiter der Straßenmeisterei Uslar, mindestens 70 Zentimeter tief sein soll. Dann wird das rote Glasfaserkabel eingelegt und der Schacht wieder mit dem Aushub verfüllt.

An Überfahrten etwa für Feldwege oder auf Ackerflächen wird eine Schleife um die Auffahrten verlegt. Das Kabel sei für die Verlegung im Erdreich ohne isolierende und schützende Abdeckung geeignet, urteilt Volker Mäder von der Bauabteilung der Stadt Uslar. Die hat mit den Verlegungsarbeiten an der Kreisstraße zwar nichts zu tun, beobachte die Arbeiten aber dennoch.

Laut Gehle wurde gegen das polnische Unternehmen schon ein Baustopp wegen der nicht ordnungsgemäßen und vereinbarten Bauausführung angeordnet.

„Meist arbeiten Firmen nach so einer ,Gelben Karte’, aber wieder gemäß den Vereinbarungen“, sagte Markus Gehle auf Anfrage der Sollinger Allgemeine.

Die Verlegung in 70 Zentimeter Tiefe sei laut Gehle ausreichend. Er sieht darin kein Problem, auch nicht, wenn der Graben später einmal wieder ausgebaggert werden muss.

Die Deutsche Telekom vergebe – wie andere Unternehmen meist auch – an den günstigsten Anbieter. Nacharbeiten seien nötig, das liege aber nach Einschätzung von Gehle im Moment noch im normalen Rahmen.

Für die Verlegearbeiten ist die Deutsche Telekom als Vertragspartner des Landkreises Northeim für den laufenden Breitbandausbau zuständig, teilt Dirk Niemeyer als Sprecher des Landkreises auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die Telekom beauftrage Fachfirmen, die „die Arbeiten entsprechend den anerkannten technischen Standards durchführen“, sagt Niemeyer.

Die Umsetzung erfolgt in Absprache mit den jeweiligen Grundstückseigentümern und wird seitens der Telekom kontrollierend begleitet. Im laufenden Ausbauverfahren seien im Kreis 296 Kilometer Tiefbauarbeiten nötig. Verbaut würden 408 Kilometer Leerrohre und 1374 Kilometer Glasfaserkabel.

Die Gesamtkosten liegen laut Kreissprecher bei 24,3 Millionen Euro. Rund 10 000 Adressen im Kreis sollen so mit besseren Bandbreiten versorgt werden.

In der Regel solle die Übertragungsrate nach Abschluss des Projektes 50 MBit/s. betragen.

Im Bereich Uslar werden Fürstenhagen und Schlarpe „sehr umfangreich“ ausgebaut, so Niemeyer weiter. 340 Adressen würden zudem in Bollensen, Delliehausen, Dinkelhausen, Schönhagen, Sohlingen, Uslar, Volpriehausen und Wiensen erschlossen.

Im Bereich des Fleckens Bodenfelde werden 180 Adressen in Amelith und Wahmbeck sowie vereinzelt in Bodenfelde und Nienover ausgebaut.

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