Online-Büttenabend großer Erfolg

Karneval aus Schoningen lockt Hunderte an Monitore

Vom Mehrzweckraum zum Studio: Tatjana Wienecke (von links) und Jan Gobrecht vor der Kamera, betreut von Markus Thiel und Timo Eckhardt dahinter. Myriam Rather begrüßte die Besucher im Online-Chat auf Twitch.
+
Vom Mehrzweckraum zum Studio: Tatjana Wienecke (von links) und Jan Gobrecht vor der Kamera, betreut von Markus Thiel und Timo Eckhardt dahinter. Myriam Rather begrüßte die Besucher im Online-Chat auf Twitch.

Mit durchschnittlich 520 Zuschauern war der Online-Büttenabend des SC Schoningen ein großer Erfolg.

Schoningen – Als um kurz nach 20 Uhr das erste „Kambieke Helau“ aus dem Mehrzweckraum der Turnhalle via Internet in die Wohnzimmer der Karnevalsfans donnerte, fiel den Machern hinter und vor den Bildschirmen ein Stein vom Herzen. Die Übertragung aus dem Mehrzweckraum des SC Schoningen lief.

Kurz vor dem Start hatten sich bereits über 500 Fans auf der Internetseite des SC und dem Kanal des Sportvereins auf der Online-Plattform „Twitch“ angemeldet. Da wurde selbst Schoningens erfahrene Karnevalspräsidentin Tatjana Wieneke aufgeregt, die mit Jan Gobrecht als Präsident an ihrer Seite durch die Sendung führte. Dabei hatten die beiden Akteure vor der Kamera ebenso wie Markus Thiel und Timo Eckhardt von der Technik, Myriam Rather als Twitch-Betreuerin, Kristin Saloga, Christian Petersen und Dennis Klemme als Team dahinter zuvor schon einiges auf sich genommen.

Vorschriftsmäßig mit FFP2-Masken bekleidet hatten sie sich bereits drei Stunden vor dem Start im Mehrzweckraum eingefunden, um sich von Arzthelferin Kerstin Bilitz auf Corona testen zu lassen. Der Test gehörte zum Hygiene- und Sicherheitskonzept, um die Sendung überhaupt legal ausstrahlen zu können.

Der Mehrzweckraum war nicht wiederzuerkennen. Eine Woche lang hatten Markus Thiel und Timo Eckhardt daran gearbeitet, ihn mit der nötigen Technik zum professionellen Fernsehstudio umzubauen, mit 16 Monitoren und Laptop-Bildschirmen, zwei Kameras im Studio, diversen Lautsprechern und Lampen, Mischpult und Schaltanlagen.

Für Wieneke und Gobrecht blieb der Platz vor den Kameras. Der sah vor Ort relativ unspektakulär aus: Zwei vorschriftsmäßig auf Abstand aufgebaute Moderationstische, ein roter Buzzer für den Tusch dazwischen, alles auf einem grünen Laken. Auch die Wand dahinter war mit grünen Laken verhängt. „Greenscreen“ heißt das in der Fachsprache.

Vor den Bildschirmen war von diesen profanen grünen Laken indessen nichts zu sehen. Vielmehr liefen die Moderatoren hier auf dunklem Parkett, während hinter ihnen Bilder vergangener Karnevalssitzungen und Werbung eingeblendet wurde oder sie auf dem Bildschirm gar nicht mehr zu sehen waren, weil Markus Thiel Filme mit Auftritten der verschiedensten Gruppen aus den vergangenen zehn Jahren einspielte, die das Präsidenten-Duo anmoderierte.

Nicht ohne „Kambieke Helau“: Nach jedem „Auftritt“ drückte Präsident Jan Gobrecht den Buzzer für den Tusch und es regnete, allerdings nur auf dem Bildschirm, Konfetti.

Dass sie sich dabei nicht ganz alleine fühlten, dafür sorgten auch die Fans, die sich per Video hatten zuschalten lassen oder die das Geschehen auf der Streaming-Plattform „Twitch“ eifrig kommentierten. Mit ihrer Idee einer Online-Karnevalssitzung waren die Schoninger sämtlichen Karnevalsvereinen in Südniedersachsen und darüber hinaus zuvorgekommen.

Aus örtlichen Karnevalshochburgen wie Einbeck, Fredelsloh und Hollenstedt kamen begeisterte Kommentare, auch die Nachbarn aus Sohlingen und Vernawahlshausen gratulierten. „Hammergeile Aktion“ oder „Tolles Event“ war da mehr als einmal zu lesen.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer schaltete sich per Video dazu und zeigte Spontanität. Von Sebastian Pfeiffer gerade noch in dessen vorproduzierter und als Film eingespielter Büttenrede zur Bürgermeisterwahl als Landwirt angesprochen, hatte er sich einen Sonnenhut aufgesetzt und grüßte vom heimischen Sofa aus.

Am Ende des Abends waren aus der geplanten Sendezeit von 90 Minuten mehr als drei Stunden geworden und SC-Vorsitzender Jörg Grabowsky strahlte. Sein großer Dank ging an die beteiligten Akteure, an die unterstützenden Sponsoren und an die Zuschauer. Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt, so Grabowsky, was möglich ist, wenn man gute Ideen hat und ein Team, das bereit ist, mitzuziehen.

Twitch-Auswertung ergibt: 6400 Zuschauer waren zeitweise dabei

Die Übertragung des Karnevalsabends mit Aufzeichnungen ausgewählter Auftritte der Gruppen und Aktiven aus den vergangenen zehn Jahren war auf der Internetseitee des SC Schoningen und auf der Online-Plattform Twitch zu sehen. Twitch nutzt der SC auch für die Übertragung von Übungsstunden, die seit dem Lockdown nicht mehr vor Ort stattfinden dürfen.

Die von der Plattform zur Verfügung gestellte Auswertung ergab, dass die Sendung eine durchschnittliche Anzahl von 520 Zuschauern erreichte, die zeitgleich zusahen. Insgesamt haben demnach rund 6400 Menschen wenigstens zeitweise daran teilgenommen und sich live zugeschaltet.

Mit der ebenfalls live ausgestrahlten karnevalistischen Après-Ski-Sport-Party am Sonntagvormittag mit Tatjana Wieneke, Myriam Rather und Cordula Fischer erreichte der Verein noch einmal über 350 Zuschauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.