Kirche erweitert Uslarer Friedhof mit Gräberfeld für 240 Urnen

Uslar. Mit einer Erweiterung der Fläche für Urnengräber hat der Vorstand der evangelischen St.-Johannis-Kirchengemeinde in Uslar auf eine veränderte Nachfrage reagiert.

Für rund 13 000 Euro wurde gleich hinter dem Ehrenmal und damit auf der anderen Wegseite eines ersten Urnenfeldes unter Rasen auf dem kircheneigenen Friedhof an der Eschershäuser Straße eine rund 170 Quadratmeter große Fläche geschaffen, in der etwa 240 Urnen beigesetzt werden können. Die ersten Urnen sind bereits eingesetzt worden.

Auf der Fläche direkt hinter der Friedhofskapelle unter hohen Bäumen entstand 2006 das erste Gräberfeld für Urnen. Die Fläche sei jetzt aber mit 210 Urnen voll belegt, sagte Kirchenvorstandsmitglied Jürgen Sauthoff am Dienstag bei einem Fototermin auf dem Friedhof. Man habe sich mit der Stadtverwaltung auf eine Flächenänderung geeinigt, weil der Platz am Ehremal jetzt kleiner ist. Die Kirchengemeinde hat zum Ehrenmal eine Buchenhecke als Abgrenzung gepflanzt, um das neue Gräberfeld mit einem ebenfalls neu angelegten Pflastersteinweg fast rundherum abzugrenzen.

Und ebenso wie auf dem ersten Gräberfeld ziert auch die zweite Fläche eine anderthalb Meter hohe Steinstele in der Mitte, an der kleine Metallschilder mit den Namen und Daten der auf dem Feld Beigesetzten angebracht werden sollen.

Ein solcher Urnenplatz kostet laut Michael Heese vom Kirchenvorstand rund 1300 Euro für 25 Jahre. „Wir wollten mit der Erweiterung eine gute Alternative zur Beisetzung in einem Ruhe- oder Friedwald bieten“, so Heese weiter. Der Uslarer Friedhof im Stadtgebiet sei für viele Menschen näher und damit auch leichter zu erreichen als Waldgräber, die es nur in der weiteren Umgebung gebe.

Gepflegte Grabfläche

Auch weil diese Art der Bestattung günstiger ist als eine früher übliche Sargbestattung im Reihengrab, würden sich immer mehr Menschen für einen Platz im Ruhe- oder Friedwald entscheiden. Auch die familiäre Situation habe sich in den vergangenen Jahren geändert, hieß es auf dem Friedhof. Oft leben Kinder oder Familienangehörige von Verstorbenen in aller Welt verstreut. Da werde es zum Problem, eine normale Grabstelle zu pflegen.

Die neue Urnengrabfläche auf dem Uslarer Friedhof ist mit Gras eingesät. Bei der Beisetzung dürfe zunächst noch Grabschmuck abgelegt werden, danach werde alles entfernt. „Die Rasenfläche wird von unseren Friedhofs-Mitarbeitern Valentin Kubarko und Rainer Siebrecht gepflegt“, sagte Sauthoff. Das Konzept habe der Bauausschuss des Kirchenvorstandes erarbeitet.

Sauthoff und seine Kollegen hoffen, dass die zweite Fläche angenommen wird, und überlegen bereits, an welcher Stelle des kircheneigenen Friedhofs weitere Urnengrabflächen angelegt werden können. Der Kirchenvorstand sei dazu angehalten, den Friedhof wirtschaftlich ausgeglichen zu betreiben. Das heißt: Man müsse mit den Gebühren möglichst alle Betriebskosten decken. „Wir müssen uns dem Trend stellen und deshalb unser Angebot attraktiv halten“, sagte Jürgen Sauthoff zu der Gräberfeld-Erweiterung.

Bereits vor einiger Zeit seien auf dem Friedhof gut 500 Meter Plattenwege wieder gerade verlegt und in Ordnung gebracht worden.

Von Jürgen Dumnitz

Rubriklistenbild: © Foto: Jürgen Dumnitz

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