Lesung und Konzert

Erstklassige Kulisse und erstklassige Künstler vorm Alten Rathaus

Literaturfest Niedersachsen vorm Alten Rathaus in Uslar mit Musik und Lesung mit der Schauspielerin Annett Renneberg (rechts) und (von links) Pianist José Gallardo, Violinistin Veronika Eberle und Kontrabass-Solist Edicson Ruis.
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Literaturfest Niedersachsen vorm Alten Rathaus in Uslar mit Musik und Lesung mit der Schauspielerin Annett Renneberg (rechts) und (von links) Pianist José Gallardo, Violinistin Veronika Eberle und Kontrabass-Solist Edicson Ruis.

Das Literaturfest Niedersachsen machte in Uslar Station und kam gut an.

Uslar – Ein bisschen Italien, international anerkannte Musiker und eine ausgezeichnete Schauspielerin, das brachte das Literaturfest Niedersachsen mit Musik und Lesungen direkt vor das Alte Rathaus in Uslar. Die Künstler freuten sich über die schöne Kulisse, das Publikum über eine erstklassige Veranstaltung.

Uslar ist ein guter Ort für klassische Musik. Das erlebt das Göttinger Symphonieorchester immer wieder bei seinen ausverkauften Konzerten, das erlebten jetzt auch der Pianist José Gallardo, die Violinistin Veronika Eberle und der Kontrabass-Solist Edicson Ruis, die Schauspielerin Annett Renneberg, die diesen Abend im Rahmen des „Festivals aufm Platz“ als Collage aus Lesung und Musik gestalteten.

Die (kostenlosen) Plätze vor der großen Bühne direkt auf der Kreuzung sind sehr schnell über das Internet-Portal vergeben gewesen, hieß es von den Organisatoren des Literaturfest Niedersachsen und der Niedersächsischen Musiktage. Also hatte man gleich ein paar mehr Stühle aufgestellt und die Anzahl der verfügbaren Plätze innerhalb der Absperrungen auf 110 erweitert. Viele Besucher hatten es sich vor den angrenzenden Lokalen, am Spenneweih-Brunnen und auf den Bänken an der Langen Straße gemütlich gemacht.

Annett Renneberg gab eine Traumbesetzung für die Lesung aus der italienischen Lebensgeschichte der Alfonsina Strada, der ersten weiblichen Teilnehmerin am Radrennen des Giro d´Italia im Jahr 1924. Bekannt geworden in der Rolle der Signorina Elletra in den TV-Verfilmungen des Commissario Brunetti, brauchte man nur die Augen zumachen und fühlte sich direkt in das südeuropäische Land versetzt.

Wer die Augen aufmachte, erlebte um Punkt 20 Uhr einen besonderen Moment. Passend zur Musik erleuchteten die Straßenlaternen und Vögel flogen auf, während die Glocke von St. Johannis läutete. Je spannender die Lesung wurde, desto mehr verwoben sich Musik und Lesung.

Violinistin Veronika Eberle, die unter anderem mit dem London Symphony Orchestra spielte, und Edicson Ruiz, einst jüngster Stipendiat der Berliner Philharmoniker und immer noch Mitglied des Orchesters, ließen das Publikum mit ihren perfekt anmutenden Interpretationen von Paganini, Ernst, Pietro Locatelli und Luis Laguna gut nachempfinden, wie es Alfonsina Strada bei ihrer Fahrt über das Kopfsteinpflaster ergangen sein mag.

Am Ende verlangte das Publikum mit spontanen Bravo-Rufen und langem Applaus eine Zugabe, die die Künstler gewährten, obwohl es für sie nach Hameln, wo sie am Mittag aufgetreten waren, bereits das zweite Konzert des Tages war. Auch dafür gab es noch einmal, nun stehende Ovationen. Das blieb nicht ohne Wirkung. Die Künstler, allen voran Annett Renneberg, kündigten an, gerne wiederkommen zu wollen.

Veranstalter des Literaturfests ist die VGH-Stiftung mit örtlichen Mitveranstaltern, hier die Stadt Uslar, die Kreis-Sparkasse Northeim und die VGH-Regionaldirektion Göttingen.  zyp

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