Ortsrat besorgt

80 000 Euro Mehrkosten gefährden Bauprojekt Dorfgemeinschaftsanlage Allershausen

Die Dorfgemeinschaftsanlage Allershausen soll modernisiert werden. Das Problem sind 80 000 Euro Mehrkosten.
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Die Dorfgemeinschaftsanlage Allershausen soll modernisiert werden. Das Problem sind 80 000 Euro Mehrkosten.

Die Modernisierung der Dorfgemeinschaftsanlage Allershausen lässt auf sich warten. Der Ortsrat ist besorgt.

Allershausen – Die Modernisierung der Dorfgemeinschaftsanlage in Allershausen ist schon seit Mitte 2017 Thema. Jetzt gibt es ein großes finanzielles Problem: 80 000 Euro Mehrkosten. Über den Stand der Dinge informierte Ortsbürgermeister Reinhard Möller im Allershäuser Ortsrat vor 25 Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus.

Möller sprach von einem Dilemma: Mitte Juli habe die Stadt Uslar mitgeteilt, dass Mehrkosten von anfangs 5000 Euro auf mittlerweile 80 000 Euro gestiegen sind. Grund dafür seien die Kostenexplosion und Teuerungsrate im Handwerk. Bislang sei noch keine Lösung in Sicht, sagte Möller.

Der später hinzugekommene Uslarer Bürgermeisterei Torsten Bauer erläuterte bei der Fortsetzung der Beratung zum Thema Dorfgemeinschaftsanlage, dass für das Projekt 200 000 Euro kalkuliert sind und Dreiviertel davon durch das Leaderprogramm gefördert werden. Die Finanzierungslücke von 80 000 Euro sei durch gestiegene Kosten entstanden. Bauer sagte, er führe Gespräche mit dem Leader-Regionalmanagement. Mit Einsparungen vor Ort und einer Aufstockung des Fördergelds sollte das Ziel zu erreichen sein, gab sich Torsten Bauer optimistisch.

Aus dem Ortsrat und später aus dem Kreis der Zuhörer kamen dazu große Zweifel auf. So sei für das Projekt zwar eine Verlängerung bis zum 30. Juni 2022 beantragt. Dann müsse es aber auch abgeschlossen und abgerechnet sein, hieß es.

Ortsbürgermeister Möller fragte nach Plan B und forderte mehr politische Unterstützung gerade im Vorfeld der Kommunalwahl: „Die ein oder andere Fraktion aus dem Stadtrat hat gerade in Wahlkampfzeiten angekündigt, sich mehr für die Dörfer einzusetzen.“

Möller hatte schon eingangs der Beratungen deutliche gemacht, dass die vielen Verzögerungen des Projektes nicht vom Ortsrat verschuldet worden seien. Ortsratsmitglied Thomas Becker, zugleich Vorsitzender des Trägervereins für die Dorfgemeinschaftsanlage, erinnerte, dass die Allershäuser am Anfang alleingelassen worden seien, andernorts sei es schneller gegangen, nannte Becker als Beispiel die vom Leaderprogramm unterstützte Erneuerung der Reitanlage in Bodenfelde. Es hätte seiner Meinung nach auch in Allershausen schneller gehen können, dann hätte man mit der Modernisierung schon anfangen können. So aber hätten sich in den vergangenen zwei, drei Jahren die Summen verdoppelt.

Gegenüber dem Uslarer Bürgermeister machte Becker zudem die Bedeutung der Dorfgemeinschaftsanlage für die ganze Stadt deutlich. Es handele sich um eine Anlage nicht nur für das Dorf, sondern die ganze Region. Das sei an den Belegungen zu erkennen.

Bauer sagte, er könne das alles nachvollziehen. Für das Projekt sei jetzt viel Geduld und Hartnäckigkeit erforderlich. Während der Bürgerfragestunde erkundigte sich Frank Riemenschneider nach nachträglicher Finanzierung über den inzwischen verabschiedeten städtischen Haushalt 2021. Der Bürgermeister sagte zu, das zu prüfen.

Michael Scholz von der Theatergruppe Allershausen kritisierte, dass bei der Dorfgemeinschaftsanlage Entscheidungen ständig verschoben würden und der Ortsrat gegenüber der Stadt wegen des Projekts viel zu human reagiere. Er sollte sich mehr Gehör im Stadtrat verschaffen.

Vermessung des Überwegs wird erst noch ausgewertet

Zum Stand mehrerer Projekte, die der Ortsrat Allershausen schon länger verfolgt, gab Ortsbürgermeister Reinhard Möller im Ortsrat ausführlich Auskunft.

Für die seit vielen Jahren geforderte Querungshilfe für Fußgänger über die B 241 zum Einkaufszentrum an der Kurt-Schumacher-Straße ist derzeit noch eine Vermessung auszuwerten, berichtete Möller und fügte hinzu, dass der Bau des Überwegs eigentlich als haushalts- und beratungstechnisch abgeschlossen gilt.

Die Sanierung der Ladestraße war verschoben worden, weil in Gierswalde die Wallstraße vorgezogen werden musste. Das sei nachzuvollziehen. Für die Ladestraße soll die Ausschreibung erfolgen. Möller hofft nur, dass die Stadt auch eine Firma findet und es losgehen kann.

Die Gehwegerweiterung in Richtung Schoningen ist auf 2022 verschoben worden, weil der Ortsrat das Geld für ein anderes Projekt genommen hat. Der Gehweg soll um einige Meter verlängert werden, damit Fußgänger sicher bis auf Höhe des für Spaziergänge beliebten Feldweges auf der gegenüberliegenden Seite gelangen.

Für die Entwässerung für den Steimker Weg soll jetzt die Ausschreibung erfolgen, aber aufgrund der Auftragslagen ist erst ab 2022 damit zu rechnen. Zuvor sei noch eine Kamerabefahrung vorgesehen.

Für die Straße An der Eisenbahn wurde die Planung wieder aufgenommen. Es werde nach Fördermöglichkeiten gesucht. Das werde eine größere Baustelle, sagte Uslars Bürgermeister Bauer während der Bürgerfragestunde. Frank Riemenschneider hatte sich über den Zustand der Straße beklagt. Es sei ein Armutszeugnis für die Stadt, wenn man bedenke, dass Bahnreisende als erstes Bild von Uslar die kaputte Straße ansehen müssten. (fsd)

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