122 220 Euro für Projekt „Coworking Brauhaus“

Land fördert Kulturquartier in der alten Uslarer Brauerei

Brauerei-Geschäftsführer Jörg Tietz kann sich für das Coworking-Projekt eine kreative Nutzung der alten Werkstatt vorstellen, wenn die Bierproduktion ins Industriegebiet verlegt worden ist.
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Räume für Coworking-Projekt: Brauerei-Geschäftsführer Jörg Tietz kann sich eine kreative Nutzung der alten Werkstatt vorstellen, wenn die Bierproduktion ins Industriegebiet verlegt worden ist.

Die Start Uslar bekommt Geld für das Projekt „Coworking Brauhaus“.

Uslar – Was kann helfen, die Uslarer Innenstadt und gleichzeitig die Wirtschaft zu beleben? Womöglich das Projekt „Coworking Brauhaus Uslar“. Für dessen Entwicklung hat die Stadt 122 220 Euro aus dem Förderprogramm „Zukunftsräume gestalten“ erhalten. Wer sich jetzt allerdings vorstellt, dass sich die Stadt in der Brauerei einmietet oder von dem Geld Möbel kauft, liegt falsch, erläutert Wirtschaftsförderin Stefanie Möhlenhoff. Vielmehr hilft das Land Niedersachsen damit, eine zweijährige, von Experten und relevanten Akteuren der Stadt begleitete und insgesamt auf 203 700 Euro Gesamtkosten veranschlagte Prozessentwicklung zu finanzieren.

Der Prozess soll zeigen, wie so ein Projekt aussehen könnte, das ganz auf die lokalen Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort zugeschnitten ist. Beim klassischen Coworking arbeiten Freiberufler, kleinere Unternehmen und Jungunternehmen meistens gemeinsam in offenen, größeren Räumen, in die sie sich flexibel, dauerhaft oder auch nur für einen kurzen Zeitraum einmieten, um voneinander zu profitieren und nicht alleine vor sich hinzuarbeiten.

In Uslar könnten von dem Projekt alle profitieren, heißt es von Möhlenhoff in ihrer Projektvorstellung: Handwerker, Kreative oder Büroarbeiter, die einen freien Raum oder Platz zum Arbeiten suchen. Auch die Stadt wegen der Belebung des Quartiers an der Rosenstraße, das könne sich positiv auf die Innenstadt auswirkt und damit ein gemeinsames, den Masterplan flankierendes Stadtentwicklungsprojekt, darstellen.

Ebenso die Brauerei, deren Produktionsstätten nach der Verlegung in das Industriegebiet sonst teilweise leer stünden. Profitieren könnten auch die Bürger, wenn etwa monatliche Kultur-Veranstaltungen stattfinden.

Dass es zur Kooperation mit der Brauerei kam, lag an Geschäftsführer Jörg Tietz, sagt Möhlenhoff. Als sie einen Projekt-Partner suchte und mit örtlichen Unternehmen sprach, sagte Tietz schnell zu.

Als Partner stellt die Brauerei Räume und Gebäude wie den alten Schalander, eine Werkstatt, die ehemalige Flaschenabfüllung unter dem Dach oder Infrastruktur wie Internet für Workshops, Pop-up stores und Büros oder Werkstätten auf eigene Kosten zur Verfügung und bringt sich aktiv in den Entwicklungsprozess ein.

An der virtuellen Übergabe des Förderbescheids durch Regionalministerin Birgit Honé und Dr. Ulrike Witt, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung (Braunschweig), in der Verwaltung nahmen Bürgermeister Torsten Bauer, Jörg Tietz und Brauerei-Marketingexperte Rolf Taher teil.

Das Projekt ist laut Bauer wichtig, um junge Leute in der Region zu halten, Uslar als zeitgemäßen Arbeitsort zu profilieren und die überregionale Wahrnehmung und Vernetzung zu verbessern. Zusammen mit Möhlenhoff rief Bauer dazu auf, sich an dem Projekt zu beteiligen und weitere Ideen für neue Projekte zu sammeln.

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