Das Leben im Flüchtlingsheim in Uslar hat sich eingespielt

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Deutsch-Unterricht: Der wird in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus Uslar von montags bis freitags angeboten, im Bild rechts Barbara Helmbrecht.

Uslar. Man kann von einem gewissen eingespielten Regelbetrieb reden. Dieses Fazit zieht der Arbeiter-Samariter-Bund als Betreiber der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Uslarer Krankenhaus nach zweieinhalb Monaten.

Es hat sich viel getan, berichteten Einrichtungsleiter Marcel Arndt und sein neuer Stellvertreter Jarno Lang.

Wie ist die aktuelle Belegung?  

Derzeit leben in der Flüchtlingsunterkunft Uslar 247 Menschen. Der Arbeiter-Samariter-Bund beschäftigt knapp 30 Menschen in der Einrichtung, hinzu kommen nochmal so viele, die ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Ohne Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer wär das alles nicht zu schaffen, sagen Arndt und Lang.

Kleiderkammer: Sie wird ehrenamtlich geführt und betreut, im Bild (links) Petra Heise und Ingelore Blank.

Wie sieht das ehrenamtliche Engagement aus? 

Die Kleiderkammer zum Beispiel wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen geführt. Mittlerweile ist sie nach Artikeln geordnet und funktioniert super, sagt Marcel Arndt. Auch das Spielzimmer für Kinder wird von ehrenamtlichen Helfern betreut. Bis zu 35 Kinder nutzen das Angebot. Dann allerdings gelangt man räumlich gesehen an Grenzen. Daher werde noch nach einer Lösung gesucht. Für eine bessere Koordination untereinander finden Ehrenamtlichen-Treffen statt.

Was wird in der Flüchtlingsunterkunft noch geboten? 

Der ASB baut einen sozialem Dienst auf. Dabei geht es darum, dass den Flüchtlingen nicht nur eine Bleibe sowie Essen und Getränke geboten werden, sondern im nächsten Schritt die Zeit sinnvoll zu nutzen. Als festes Kernangebot gibt es Deutschunterricht von Montag bis Freitag für Kinder und Erwachsene. Das übernehmen hauptamtliche Kräfte.

Jeden Freitag steht den Bewohnern die Turnhalle der Grundschule Uslar zur Verfügung. Die Männer nutzen das meist, um Fußball zu spielen, die Frauen zur Gymnastik. Außerdem gibt es Gesprächsangebote bis hin zum Angebot eines Psychologen, der ehrenamtlich im Einsatz ist und bei Bedarf Kontakte herstellt. Außerdem ist eine Vortragsreihe über das Leben in Deutschland gestartet worden.

Was beschäftigt die Flüchtlinge am meisten? 

Sie erkundigen sich in erster Linie danach, wohin sie nach der Zeit in Uslar kommen und vor allem über Familienzusammenführungen. Die Bewohner des Heims sind aber auch in Alltagsarbeiten im Haus integriert. So koordinieren sie alles selbst, was mit der Wäsche zu tun hat, helfen bei der Müllentsorgung, bei der Essensausgabe und reinigen ihre Zimmer selbst.

Den Aufenthaltsraum haben sie komplett selbst gestaltet. Ein Malermeister aus ihren Reihen hat die Wände grundiert, anschließend verewigten sich die Bewohner mit hunderten von Handabdrücken.

Gibt es auch Probleme in der Unterkunft? 

Das bleibe bei so vielen Menschen in einem Haus nicht aus, sagen Arndt und Lang. Es komme immer wieder mal zu Schwierigkeiten. Doch insgesamt komme der ASB mit seinen Kernkompetenzen Kommunikation und Flexibilität an: den einzelnen Menschen zu sehen und das Große und Ganze.

Durchsuchung wegen Drogen 

Bei einer Hausdurchsuchung im Flüchtlingsheim im ehemaligen Krankenhaus in Uslar sind keine Drogen gefunden worden. Das hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Betreiber der Einrichtung bestätigt.

Die Durchsuchung fand im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz wegen eines Streits unter Flüchtlingen vor drei Wochen statt. Nicht bestätigt hat der ASB, dass der Grund dafür war, dass ein Mitarbeiter einer Security-Firma versucht haben soll, Drogen an Flüchtlinge zu verkaufen.

Allerdings berichteten Einrichtungsleiter Marcel Arndt und sein Stellvertreter Jarno Lang, dass eine Security-Firma aus Goslar die Vorgängerfirma aus Kassel abgelöst habe. Grund ist nach ihren Angaben, dass nicht alle Mitarbeiter der Kasseler Firma Führungszeugnisse hätten vorlegen können. Zudem habe es sich um eine Mischung aus Wachleuten und Sozialbetreuern gehandelt. Der ASB wollte nach Absprache mit der Polizei auf Nummer sicher gehen und habe sich für eine andere Firma entschieden, die sich nur noch um das Thema Sicherheit kümmere. Dolmetscheraufgaben gehörten jetzt nicht mehr dazu.

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