Verein besteht 40 Jahre

Lebenshilfe Uslar beschäftigt über 70 Schulbegleiter

Ausflug: 2018 unternahm die Lebenshilfe Uslar einen Ausflug in das Museum PS-Speicher in Einbeck. Zurzeit ruhen solche Veranstaltungen wegen Corona.
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Ausflug: 2018 unternahm die Lebenshilfe Uslar einen Ausflug in das Museum PS-Speicher in Einbeck. Zurzeit ruhen solche Veranstaltungen wegen Corona.

Der Verein Lebenshilfe Uslar besteht seit 40 Jahren und setzt sich für Menschen mit Handicap und deren Familien ein.

Uslar – Gebucht waren zum 40-jährigen Bestehen der Lebenshilfe Uslar zwei Exklusiv-Vorstellungen im Theater der Nacht in Northeim mit 170 Teilnehmern, darunter 60 Schulbegleiter mit Familien. Doch angesichts der steigenden Corona-Inzidenzen wollte Geschäftsführer Armin Schubert nichts riskieren und sagte kurzfristig ab.

Nicht verzichtet werden soll auf einen Rückblick auf 40 Jahre Lebenshilfe. Der Verein ging aus einem Gesprächskreis von Eltern mit behinderten Kinder hervor. Bekannter Gründer und langjähriger Vorsitzender war der inzwischen verstorbene Dr. Wilhelm Eger (Uslar/Wiensen). Zu den Gründern gehört außerdem Rainer Liedtke (Uslar), der bis heute Kassenwart ist.

Zum Vorstand gehören gegenwärtig Vorsitzender Stefan Friedrich (Uslar), die zweite Vorsitzende Janina Brosenne-Friebe (Uslar), seit 37 Jahren als Geschäftsführer Armin Schubert (Allershausen) und eben von Anfang an Kassenwart Liedtke. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist heute die Betreuung von behinderten Kindern und deren Begleitung im Rahmen der Inklusion.

Die Lebenshilfe beschäftigt derzeit 71 Schulbegleitungen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, berichtet Geschäftsführer Schubert. Angefangen hat das Mitte der 1980er-Jahre. Die Lebenshilfe war laut Schubert wahrscheinlich einer der ersten Vereine, der diese Aufgaben wahrgenommen hat. Schubert erinnert daran, wie Dr. Eger für seinen Sohn, der auf den Rollstuhl angewiesen war, durchsetzte, dass er Regelschulen besuchen konnte und der Landkreis eine Schulbegleitung finanzierte, damals mit einem Zivildienstleistenden. Schubert: „Die Integration Eger war erfolgreich und hatte Präzedenzfallwirkung.“

Nach Wegfall des Zivildienstes hat sich die Lebenshilfe nach Einführung der Inklusiven Beschulung entschieden, sich weiter auf dem Gebiet zu engagieren, und zwar mit Anstellung von sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern. Dabei gehe es ihr nicht um wirtschaftliche Interessen, so Geschäftsführer Schubert. Ziel sei vielmehr „durch Qualität und Mitgestaltung der Rahmenbedingungen zum Gelingen der Inklusiven Beschulung beizutragen“.

Grundlage ist der Abschluss einer Leistungsvereinbarung zwischen Lebenshilfe und Landkreis, als Dienstleister für den Bereich Uslar-Bodenfelde und Weperschule Hardegsen tätig zu sein. Mit über 70 Schulbegleitungen, Tendenz steigend, gehört die Lebenshilfe laut Armin Schubert zu den größten Arbeitgebern in Uslar und rechnet mit dem Landkreis pro Schuljahr etwa 1,2 Millionen Euro an Leistungen ab.

Zur Einführung der Inklusiven Beschulung kommt von der Lebenshilfe noch heute viel Kritik: Sie sei vom Land schlecht vorbereitet gewesen, gerade was Schulbegleitungen angehe. Nach vielen Gesprächen, Informationen, Absprachen und Verabredungen kam es laut Armin Schubert zu einer sehr positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren: „Schulbegleitungen werden akzeptiert, haben „ihre Rolle“ gefunden und werden von den meisten Lehrkräften auch als Unterstützung und Hilfe anerkannt.“

Zum 40-jährigen Bestehen dankt die Lebenshilfe ihren Schulbegleitungen für ihr Engagement und ihren Einsatz, dem Landkreis sowie den Schulleitungen und Lehrkräfte für die gute Zusammenarbeit.

Integration von Behinderten in die Gesellschaft

Die Lebenshilfe Uslar hatte sich bei ihrer Gründung am 21. August 1981 zudem als Aufgaben die Begleitung von Familien mit behinderten Kinder, ihre Beratung und ein Veranstaltungsangebot auf die Fahne geschrieben.

Ferner war die Förderung der Integration von Behinderten in die Gesellschaft eine große Aufgabe. Zu den Angeboten gehörten und gehören regelmäßige Gesprächsabende, individuelle Beratungen, sachbezogene Veranstaltungen mit Fachreferenten, Sommerfeste, behindertengerechte Tagesfahrten, kostenloser familienentlastender Dienst mit Zivildienstleistenden und Ein-Euro-Kräften bis 2006. Kinder, die so viele Jahre betreut wurden, besuchen jetzt Werkstätten oder Einrichtungen.

Zudem erinnert Schubert an das therapeutische Reiten, Behindertenfreizeiten und Integrative Aktivitäten-Gruppe von Jugendlichen mit und ohne Behinderung in Kooperation mit der freikirchlichen Gemeinde Uslar. Viele Aktivitäten sind in den zwei Corona-Jahren zum Erliegen gekommen, werden, wenn möglich, aber wieder in Gang gesetzt, kündigt der Geschäftsführer an. (fsd)

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