Beratung über künftige Angebote

Leerstand auf Friedhöfen im Uslarer Land

Uslar. In Uslar wird die Diskussion über die Zukunft der Friedhöfe und die Bestattungsformen fortgesetzt.

Die Menschen im Uslarer Land wünschen sich offenbar eine andere Bestattungskultur. Längst scheint die Zeit vorbei, in der Verstorbene in einem Holzsarg auf dem Friedhof ihres Heimatortes in einem üblichen Reihengrab beigesetzt wurden. Das sorgt jetzt verstärkt die Verwaltung der Stadt und auch die Ortsräte.

Es geht um die Unterhaltung der Friedhöfe. Laut Satzung ist vorgesehen, dass die Kosten zum größten Teil durch die Einnahmen gedeckt werden sollen. Das geht aber nicht mehr so auf wie noch vor Jahren, berichtete Petra Bleßmann von der Stadtverwaltung in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Bau- und Brandschutzausschusses vor 15 Zuhörern im alten Rathaus.

Viele Menschen suchen und nutzen kostengünstige Alternativen. Kleinere Urnengräber sind gefragt, Bestattungen im Friedwald und auch auf anonymen Grabfeldern. Angehörige leben nicht mehr hier, wo ihre Eltern und Verwandten bestattet werden.

Diese Trendwende sei seit 2007 bei den Belegungszahlen für die städtischen Friedhöfe zu erkennen, sagte Bleßmann. 2014 und zuletzt 2017 habe man mit geänderten Gebühren reagiert.

Jetzt müsse man überlegen, was man noch tun könne, meinte Petra Bleßmann. Die Pflege der Grabstätte scheint schwierig, und viele ältere Menschen wollen ihren Angehörigen nach ihrem Tod offenbar auch nicht zur Last fallen.

Auf der anderen Seite kostet eine Unterhaltung und Pflege der Friedhöfe Geld. Fürs Rasenmähen, den Beschnitt von Hecken und Bäumen und auch für die Müllabfuhr und den Wegebau. Zudem seien die Friedhofskapellen zu unterhalten.

Bleßmann stellte zur Diskussion, ob man auf den städtischen Friedhöfen mit einem entsprechenden Angebot reagieren solle. Aber aus ihrer Sicht müsse nicht alles, was gewünscht wird, auch auf allen Friedhöfen im Stadtgebiet angeboten werden.

Dinkelhausen biete sich beispielsweise für eine Bestattung unter Bäumen an. Dann müsse es aber auch möglich sein, dass Menschen aus anderen Dörfern, die diese Bestattungsform wünschen, eben in Dinkelhausen bestattet werden könnten.

Und weil es inzwischen schon größere und wohl auch dauerhaft ungenutzte Freiflächen auf den oft großzügig angelegten Friedhöfen im Uslarer Land gebe, müsse man auch über eine vor allem kostengünstige Umnutzung nachdenken, weil sonst keine Deckung der Kosten mehr gewährleistet sei. Ein Verkauf von Teilflächen sei eine Option.

Den Vortrag von Bleßmann nahmen die Mitglieder des Fachausschusses zur Kenntnis. Jetzt sollen sich die Lokalpolitiker in Uslar und den Dörfern mit der Problematik auseinandersetzen und Lösungen diskutieren.  jde

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Jürgen Dumnitz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.