Lesefutter für lange Winterabende

Literaturtipps für den Solling und das Wesertal

Constantin Rosenbaum zeichnete das Glasmacherdorf Amelith um 1835: im Vordergrund der Inselteich, ganz rechts die Gipsstampfe, daneben die Glashütte und im Hintergrund das Herrenhaus des Hüttenbesitzers mit Nebengebäuden.
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Constantin Rosenbaum zeichnete das Glasmacherdorf Amelith um 1835: im Vordergrund der Inselteich, ganz rechts die Gipsstampfe, daneben die Glashütte und im Hintergrund das Herrenhaus des Hüttenbesitzers mit Nebengebäuden.

Jahrhunderte lang prägte der Wald das Leben der Sollinger. Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Sollinger Waldes finden sich in dem Buch Waldleben, das der Uslarer Stadtarchivar Dr. Daniel Althaus (Ahlbershausen) zusammen mit Heimatforschern und Wissenschaftlern erarbeitet hat.

Uslar ‒ Althaus, einer der besten Kenner unserer Waldgeschichte, ist auch Verfasser der Studie „Die Fabrik im Wald“, die sich mit der wechselvollen Geschichte der Glashütte Amelith beschäftigt. Während dieser einstmals weltberühmte Betrieb bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegründet wurde, entwickelte sich der südliche Solling erst zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs zu einem prosperierenden ländlichen Industrierevier.

Diesen Prozess der Industrialisierung untersucht Undine Wenzlaff in ihrem Standardwerk Aufbruch ins Fabrikzeitalter, das den wirtschaftlichen Aufschwung in der Gegend um Uslar, Bodenfelde, Adelebsen und Volpriehausen anschaulich beschreibt.

Ein Buch über den großen Durst der Sollinger

Im Mittelpunkt des ländlichen Freizeit- und Kulturlebens stand lange Zeit das Wirtshaus, in dem sich Bauern, Tagelöhner, Handwerker und Arbeiter nach einem langen Tag auf dem Feld oder an der Werkbank ausruhten, Ferkelpreise erfragten und die große und die kleine Politik durchhechelten. In ihrem vergnüglich zu lesenden Buch „Das Wirtshaus im Solling“ haben Maren Teuteberg (Wiensen) und Dr. Wolfgang Schäfer (Bodenfelde) Kneipengeschichten gesammelt, die von Trunkenbolden und Bierbrauern, von Halbstarken und Kirmesmusikanten handeln.

Erholung in der Natur

Wer in den Weihnachtstagen Erholung in der Natur sucht, der findet Anregungen für Wanderungen bei Hannes Blieschies, dessen repräsentativer Prachtband „Im schönsten Wiesengrunde die Täler, Quellen und Bäche des Sollings“ vorstellt und auf die landschaftlichen Besonderheiten eingeht.

Jüdische Nachbarn

An einem Südhang des Kahlbergs liegt der jüdische Friedhof von Bodenfelde, den SS- und SA-Leute 1938 zerstörten. Detlev Herbst (Volpriehausen) hat sich nicht nur große Verdienste um den Wiederaufbau und die Pflege dieses regionalen Kulturdenkmals erworben, sondern er ist auch zusammen mit Berndt Schaller den Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser nachgegangen.

Ihr Buch zeichnet die Entwicklung der Synagogengemeinden und Lebenswege unserer jüdischen Nachbarn nach. An einen weitverbreiteten Antisemitismus konnten auch die Nazis anknüpfen, die seit 1923 in Uslar gegen die demokratische Weimarer Republik kämpften.

Das facettenreiche Buch von Christoph Reichardt (Beverungen) und Dr. Wolfgang Schäfer Nationalsozialismus im Weserbergland untersucht die Voraussetzungen und die Verlaufsformen der nationalsozialistischen Machteroberung und schildert das Alltagsleben im „Drittten Reich“ in den früheren Kreisen Northeim, Hofgeismar, Holzminden und Höxter.  red

Die Bücher im Überblick

  • Daniel Althaus: Die Fabrik im Walde. Glas und Spiegel aus Amelith und Polier, 271 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 22,50 Euro.
  • Daniel Althaus u.a. (Hg.): Waldleben. Bilder und Texte vom Leben und Arbeiten im Sollinger Wald, 155 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 19,80 Euro.
  • Hannes Blieschies: Im schönsten Wiesengrunde. Quellen, Bäche und Täler im Solling, 96 Seiten (Großformat), zahlreiche Fotos, 19,80 Euro.
  • Detlev Herbst/Berndt Schaller: Spuren jüdischer Geschichte zwischen Harz und Weser. Die Synagogengemeinde Bodenfelde - Uslar - Lippoldsberg und Lauenförde, 407 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 19,80 Euro.
  • Christoph Reichardt/Wolfgang Schäfer: Nationalsozialismus im Weserbergland. Aufstieg und Herrschaft 1921 bis 1936, 617 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 28,00 Euro.
  • Wolfgang Schäfer/Maren Teuteberg: Das Wirtshaus im Solling. Bilder, Berichte und Geschichten aus der Kneipe, 191 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 16,80 Euro.
  • Undine Wenzlaff: Aufbruch ins Fabrikzeitalter – die Industrialisierung des südlichen Sollings, 223 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 19,80 Euro.

Alle Bücher können über den Buchhandel oder beim Verlag Jörg Mitzkat (Allersheimer Str. 45, 37603 Holzminden, Tel.: 05531-2426) bezogen werden.

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