Baum am ehemaligen Schulhaus war von Innenfäule gezeichnet

117 Jahre alt: Linde aus der Kaiserzeit fiel in Kammerborn

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Bestandsaufnahme: Ortsbürgermeister Roland Gruhne beobachtete die Baumfällarbeiten am früheren Schulhaus und dokumentierte das Geschehen mit seiner Kamera.

Kammerborn. Drei Jahre haben die Vorarbeiten bis hin zur Genehmigung gedauert. Am Mittwoch und Donnerstag ging dann alles ziemlich schnell: Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Uslar haben eine von Fäulnis gezeichnete Linde auf dem Grundstück der alten Schule gefällt und das Holz abtransportiert.

Angepflanzt worden ist die betagte Linde laut Ortsbürgermeister Roland Gruhne wohl zur gleichen Zeit, als das Schulhaus errichtet worden ist. Das war 1900. Die Jahresringen hat er nicht gezählt, aber der Baum dürfte um die 117 Jahre alt sein.

Gruhne lobte das Bauhofs-Team und bescheinigte vor allem den beiden Männern an der Kettensäge, Stefan Riehm und Uwe Hirschmeyer, gute und umsichtige Arbeit. Per Ampelanlage wurde der Verkehr auf der Bundesstraße im Ortsbereich an der Stelle vorbeigeleitet und dann wurde der ausladende Baum Stück für Stück abgesägt, auf einen Laster geladen und abtransportiert. Die letzten Arbeiten erledigten die Männer vom Bauhof am Donnerstag, dann war alles vor der Zufahrt zur Feuerwehrgarage sauber.

Abgestimmt worden ist die Baumfällung unter anderem auch mit Helmut Rang (Goseplack) von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim. Als der Stamm lag, sei der innere faule Kern deutlich zu erkennen gewesen, hieß es. Vor einigen Jahren seien bereits „Dränageröhrchen“ ins Holz gebohrt worden, die Wasser ableiten sollten, das durch einen vor Jahrzehnten nicht fachgerechten Schnitt im oberen Stammbereich für die fortschreitende Fäule gesorgt hatte.

In der Ortsratssitzung am Mittwoch im Landcafé des Gasthauses Gollart hat der Ortsrat laut Gruhne bereits beraten, ob ein neuer Baum neben dem alten Schulhaus angepflanzt werden soll. Tenor sei, dass dort wieder eine Linde eingesetzt werden solle. Ansonsten ging es in der Sitzung vor sieben Zuhörern um das regionale Raumordnungsprogramm. Gruhne habe aufgezeigt, was das Ahledorf alles habe, sagte er am Donnerstag am Rande der Baumfällarbeiten.

Der Ortsrat wünsche sich, dass etwa der alte Sportplatz zum Naturschutzgebiet zugenommen werde, einen Ausbau von zwei Wegen auf beiden Seiten des Dorfes auf vier Meter Breite wegen größerer landwirtschaftlicher Maschinen und den Erhalt der Busverbindung in Richtung Holzminden.

Falsch geplant worden sei vor Jahren die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße. Die sei einen halben Meter zu schmal und für die vielen großen Lastwagen – vor allem im Begegnungsverkehr – nicht gut geeignet, sagte Gruhne. „Das Beste wäre, wenn der Schwerlastverkehr das Ahletal weiträumig umfahre“, so der Ortsbürgermeister.

Laut Ortsratsbeschluss soll der Friedhof des Dorfes so groß bleiben wie bisher. Im oberen Bereich soll eine Blumen- und Kräuterwiese angesät werden, die nur einmal im Jahr gemäht wird.

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