Literatur-Parcours endet auf der Steimke bei Abenteurer Nehberg

Lesung im Gewölbekeller im Alten Rathaus: Er war eine Station auf dem Abenteuer-Parcours beim Literaturfest in Uslar. 2 Fotos: Schneider

Uslar/Steimke. Das Literaturfest Niedersachsen wurde dem Motto Abenteuer am Sonntag in Uslar doppelt gerecht. Zunächst machten sich über 50 Teilnehmer zu Fuß auf einen abenteuerlichen Lese-Parcours, der auf der Steimke endete.

Dort wartete mit Rüdiger Nehberg ein echter Abenteurer, der aus seinem Leben berichtete und äußerst ergreifend für sein aktuelles Projekt warb, die weibliche Genitalverstümmelung zu verhindern.

Literaturfest-Intendantin Susanne Mamzed freute sich, dass sich Uslar bei insgesamt 24 Veranstaltungen des Literaturfests mittendrin befinde und mit dem Lese-Parcours im positiven Sinne aus dem Rahmen falle. Über 50 Teilnehmer allein loszuschicken, das habe es noch nicht gegeben.

Unterwegs liefen die fünf Gruppen auf markierten Wegen fünf Stationen an, darunter den Gewölbekeller im Alten Rathaus, die Schlossruine Freundenthal und das Eichholz, an denen Studenten der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Irene Bronder und Ralf Jasper vom Literatur- und Kunstkreis Uslar Abenteuergeschichten vorlasen. Die heimischen Vorleser präsentierten die Geschichte vom Schatz im Heuberg bei Vernawahlshausen von Raphael Fricke.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer, der mit seiner Frau Dinah teilnahm, freute sich, dass Uslar zum zweitenmal hintereinander beim Literaturfest dabei ist. Später versicherte Intendantin Mamzed, dass das auch so bleibe, wenngleich Pausen nicht ausgeschlossen werden können.

Auf der Steimke gab es Bratwurst und Bier am Lagerfeuer, bevor Weltenbummler Rüdiger Nehberg das Publikum in seinen Bann zog. Der mittlerweile 80-jährige Abenteurer, der früher Konditor war, setzte sich viele Jahre für die Yanomami-Indianer in Brasilien ein, eines der letzten indigenen Völker der Erde, die bis zu Beginn der 1980er-Jahre von der Zivilisation unberührt blieben, bis in ihrem Gebiet Gold gefunden wurde.

Um auf das Schicksal der Yanomami aufmerksam zu machen, überquerte Nehberg mehrmals den Atlantik; einmal mit dem Tretboot und zweimal mit einem Floß.

Zu seinem aktuellen Thema zeigte Nehbergs schwer Erträgliches. Doch Hand in Hand mit religiösen Führern gelinge es ihm immer mehr, darauf aufmerksam zu machen, dass die Beschneidung von Frauen nicht vom Koran vorgeschrieben wird, sondern dass das heilige Buch der Muslime vielmehr die Unversehrtheit und Gottgewolltheit aller Menschen hervorhebe.

Die über 100 Gäste waren begeistert und berührt. Nehberg selbst dankte seinem Publikum sichtlich bewegt für die Unterstützung. (fsd/nh)

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