"Rundum-Grün-Schaltung"

Lösung für Postberg-Ampel in Uslar gefunden

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Alle sind zufrieden: Vertreter des Landkreises Northeim mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (5. von links), der Stadt Uslar, der Verkehrswacht und der Polizei trafen sich an der Kreuzung mit der umstrittenen Ampelanlage. Wenn die Bauarbeiten Wiesenstraße Ende des Jahres abgeschlossen sind, soll die Ampel ausgeschaltet werden. Nur Fußgänger, die über eine Fahrbahn wollen, können sie dann noch aktivieren. Bei Grün für Fußgänger werden dann alle Ampeln für Fahrzeuge auf Rot gestellt.  

Uslar. Der hartnäckige Protest aus Uslar hat sich gelohnt: Die Ampelanlage am Postberg wird ausgeschaltet.

Fußgänger, die die Bahnhofstraße, Bella Clava oder Albert-Schweitzer-Straße überqueren wollen, sollen den Verkehr per Knopfdruck stoppen können. Bei Grün für Fußgänger werden dann allerdings alle Ampeln für Fahrzeuge auf Rot springen.

„Das ist eine pragmatische Lösung, die wenig Kosten verursacht“, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadt, der Verkehrswacht und der Polizei Uslar. In Kraft treten soll die neue Regelung mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der Wiesenstraße Ende dieses Jahres. Die Umprogrammierung der Ampelanlage solle „umgehend in die Wege geleitet werden“, sagte Klinkert-Kittel.

Hintergrund: Die Ampel am Postberg ist seit vielen Jahren umstritten. Die meisten Auto- und Lastwagenfahrer sind überzeugt, dass der Verkehr besser fließt, wenn sie ausgeschaltet ist. Eingerichtet wurde sie einst, damit Fußgänger die Bundesstraße sicher überqueren können und für die Linksabbieger aus der Bella Clava. Gegner der Anlage bewerteten die Anlage von jeher als überflüssig.

Ärger über Staus

Tatsächlich kam es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen, wenn die Ampelanlage in Betrieb war. Für Ärger sorgten nicht zuletzt Rückstaus am Postberg, weil viel Schwerlastverkehr über die Bundesstraße (Bahnhofstraße) rollt und vor der Ampel an der Steigung anfahren muss.

Nach dem Hilferuf der Stadt Uslar und Verkehrswacht im vergangenen Jahr habe man sich nun auf eine Druckampel geeinigt, um den Verkehrsfluss zu verbessern und Fußgänger sicher passieren zu lassen, sagte die Landrätin in Uslar.

Zufrieden mit dieser Lösung zeigten sich Bernd Klodner, der als allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Torsten Bauer die Stadtverwaltung vertrat, sowie Albrecht Gottwald von der örtlichen Verkehrswacht.

Stadt und Verkehrswacht hatten sich schon länger für eine Reduzierung der Anlage auf eine Bedarfsampel für Fußgänger eingesetzt (HNA berichtete). Auch die Uslarer Polizei ist mit der Lösung einverstanden. Entscheidend sei, dass Fußgänger sicher über die Straße gehen können, sagte Martina Stülzebach, Leiterin des Polizeikommissariats.

Allerdings hat die vereinbarte Lösung einen Haken: Wenn ein Fußgänger auf die Ampel drückt, werden die Signale für alle Fahrbahnen der Kreuzung auf Rot springen. Die Ampeln zu entkoppeln, sei zu aufwendig, erklärte zumindest Landrätin Klinkert-Kittel.

Ferienbetrieb

Dass der Verkehr ohne Ampel fließt, konnten die Vertreter von Stadt, Kreis, Polizei und Verkehrswacht am Dienstagmorgen kurz nach 9 Uhr selbst beobachten. Denn wie bereits im vergangenen Jahr ist die Ampel während der Sommerferien aktuell nicht in Betrieb. Auch ein kurzer Rückstau der Linksabbieger aus der Bella Clava löste sich am Dienstag innerhalb kurzer Zeit auf. Fazit: Es fließt gut ohne Ampel.

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