Kundgebung

Maifeier in Uslar am Alten Rathaus mit 80 Zuhörern und viel Abstand

Viel Abstand: Fast 80 Zuhörer zählte der DGB Uslar-Bodenfelde bei seiner Maikundgebung. Um die Corona-Auflagen zu erfüllen, achteten die Besucher auf Abstand zueinander.
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Viel Abstand: Fast 80 Zuhörer zählte der DGB Uslar-Bodenfelde bei seiner Maikundgebung. Um die Corona-Auflagen zu erfüllen, achteten die Besucher auf Abstand zueinander.

Ganz im Zeichen von Corona stand die Maikundgebung, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor das alte Rathaus von Uslar eingeladen hatte.

Uslar - Mit viel Abstand verfolgten knapp 80 Zuhörer in Uslar die Reden am Tag der Arbeit. Der Platz war mit Flatterband weiträumig abgesperrt und alle Besucher und Besucherinnen mussten sich vor dem Eintritt in Listen eintragen, um die Corona-Auflagen zu erfüllen. Um die Gesundheit der Helfer nicht zu gefährden, stand diesmal auch kein Maibaum vor dem Rathaus. Ersatzweise hatten Ortsbürgermeister Arno Riedke und Artur Görder am frühen Morgen eine kleine Birke aufgestellt.

Unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ spielte die Pandemie auch in den Reden eine zentrale Rolle. „In der Corona-Krise haben wir schnelles und entschlossenes Handeln gezeigt. Gesundheit schützen, Beschäftigung sichern, wirtschaftlichen Absturz verhindern – darum ging und geht es seit Ausbruch der Pandemie“, sagte Matthias Rieger, Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes Uslar-Bodenfelde. Gemeinsam mit Betriebs- und Personalräten hätten die Gewerkschaften für die nötigen politischen Antworten gesorgt. Viele Beschäftigte litten schwer unter den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise. Das Schlimmste habe man verhindern können. Weltweit werde das Modell der Kurzarbeit kopiert. Es sei „der Impfstoff gegen Massenarbeitslosigkeit und sozialen Absturz“, so Rieger.

„Wir sind heute hier, um für mehr Zusammenhalt und Solidarität in unserer Gesellschaft zu demonstrieren“, sagte Dr. Mathias Heiden von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, der als Hauptredner geladen war. Heiden lenkte die Aufmerksamkeit auf alle, die es in der Krise besonders schwer hätten, wie unter anderem Kinder und alle, die am Rande ihrer Kräfte arbeiteten oder deren wirtschaftliche und soziale Existenz bedroht sei. Als Erfolg der Gewerkschaften nannte der Gewerkschaftssekretär die Durchsetzung von Entgelterhöhungen in schwierigen Zeiten, Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld, Corona-Bonuszahlungen und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Beschäftigte von Unternehmen aus Region Uslar, die zwar einen Betriebsrat, aber noch keinen Tarifvertrag haben, ermunterte er, gemeinsam für einen solchen zu kämpfen. Gerade in der Krise zeige sich der Wert von Tarifverträgen.

Von den Zukunftsängsten der Oedelsheimer ContiTech-Belegschaft berichtete die Betriebsratsvorsitzende Linda Schwarzer. Vor einem Jahr habe Conti den Abbau von 13 000 Stellen in Deutschland angekündigt. „Die Kollegen machen sich große Sorgen“, weil sie vom Arbeitgeber bewusst im Unklaren gelassen würden, wie es weitergehe, kritisierte Schwarzer.

Zum Abschluss warben Martin Ahlborn und Wilhelm Holz von der Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck um Unterstützung beim Protest gegen ein Zwischenlager für Atommüll in Würgassen. Den musikalischen Part des Vormittages übernahmen Marina und Kurt.

Organisator Rieger hofft, dass der nächste Maitag wieder geselliger ausfallen kann. Nach der überragenden Resonanz in 2019, als 500 Besucher den 1. Mai in Uslar feierten, war wegen Corona ein Jahr später und auch diesmal kein Familienfest möglich. Nun will der DGB-Ortsverband 2022 einen neuen Versuch starten. Kornelia Schmidt-Hagemeyer

Dr. Mathias Heiden von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie bei der Mairede in Uslar.
Ersatzbaum: Um die Gesundheit der Helfer nicht zu gefährden, stellten Artur Görder (links) und Ortsbürgermeister Arno Riedke eine kleine Birke statt des üblichen Maibaums in Uslar auf.

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