Vorfahrtsregelung geändert

„Mehr Schilder als Bürger“ sorgen bei den Ahlbershäusern für Unverständnis

Schilderwald: Nach der Änderung der Vorfahrtsregelung stehen in Ahlbershausen erheblich mehr Verkehrsschilder als bisher. Foto: Schneider

Ahlbershausen. „Wir haben jetzt mehr Verkehrsschilder als Einwohner“. Mit Worten wie diesen und Unverständnis reagieren viele Menschen in diesen Tagen im kleinsten Uslarer Ortsteil Ahlbershausen.

Dort ist die Vorfahrtsregelung geändert worden. Die Kritiker im Ort sprechen von einem Schildbürgerstreich der Verkehrsbehörde Landkreis Northeim und Steuerverschwendung.

Was ist in Allershausen passiert?  

In der Ortschaft mit 150 Einwohnern herrschte zuletzt die Rechts-vor-Links-Regelung. Das heißt, wer die Durchgangsstraße (Am Nesselberg und Arenborner Straße) befuhr, musste aufpassen und rechts vor links beachten. Das sorgte dafür, dass die Durchfahrtsgeschwindigkeit moderat ausfiel, wie Ortsvorsteherin Roswitha Gerke bestätigte. Jetzt hat der Landkreis als Verkehrsbehörde die Durchgangsstraße als Vorfahrtsstraße ausgewiesen und alle anderen Straßen in Tempo-30-Zonen gewandelt.

Was hat den Landkreis dazu bewogen? 

Die Vorfahrtsregelung in Ahlbershausen entsprach nicht mehr den üblichen Regelungen, berichtet Kreissprecher Dirk Niemeyer auf Anfrage. Kreisstraßen wie die in Ahlbershausen dienen überwiegend dem überörtlichen Verkehr oder als überörtliche Verkehrswege. Deshalb seien sie gegenüber weniger frequentierten Gemeinderstraßen als vorfahrtsberechtigt auszuweisen, wie es auch in anderen Ortsdurchfahrten im Kreisgebiet der Fall ist, schreibt Niemeyer.

Wie ist es zu diesem Schritt gekommen?

Auf die Situation wurde der Landkreis als Verkehrsbehörde durch Beschwerden aus Ahlbershausen aufmerksam. Hintergrund war die stärkere Inanspruchnahme der Kreisstraße durch auswärtigen Verkehr aufgrund von Bauarbeiten auf anderen Strecken. Die Beschwerden dürften darauf zurückzuführen sein, so der Landkreis, dass die bestehende Rechts-vor-Links-Regelung von vielen Verkehrsteilnehmern nicht erkannt wurde. „Eine derart unübliche Verkehrssituation ist für ortsfremde Verkehrsteilnehmer nicht zu erwarten und kaum nachvollziehbar“, schreibt Dirk Niemeyer. So wurde bei einer Verkehrsschau im Oktober einvernehmlich festgelegt, die Vorfahrtsregelung so anzupassen, wie es im Kreisgebiet üblich ist, und damit für Rechtsklarheit und mehr Verkehrssicherheit zu sorgen.

Was ist inzwischen schon passiert? 

Die Beschilderung ist komplett aufgestellt. Ein Anwohner rechnet vor, dass 28 Schilder stehen, die bei einem Stückpreis von 200 Euro insgesamt 5600 Euro gekostet haben dürften. Die Durchgangsstraße ist mit Vorfahrtsschildern ausgestattet worden, in allen Nebenstraße sind Tempo-30-Schilder aufgestellt, zudem Schilder mit der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung, selbst wenn diese Nebenstraße in einem Feldweg münden.

Das sagt: Ortsvorsteherin Roswitha Gerke

Ahlbershausens Ortsvorsteherin oswitha Gerke berichtet zur Änderung der Vorfahrtsregelung zunächst über die Vorgeschichte: Grundlage war demnach eine Umfrage ihres Vorgängers Bernd Schmiedel, der wegen einer Erkrankung nicht mehr im Amt ist. Bei der Umfrage ging es darum, für Ahlbershausen allgemein Tempo 30 zu bekommen.

Dafür habe sich aber keine Mehrheit gefunden. Vielmehr wollte die Mehrheit, dass die Rechts-vor-Links-Regelung bestehen bleibe. Bei der Verkehrsschau entschied sich die zuständige Verkehrsbehörde aber anders. Jetzt schimpfen viele Leute, sagt die Ortsvorsteherin. Grund: Es werde auf der Durchgangsstraße zu schnell gefahren, beispielsweise das Stück ab dem ehemaligen Jugendraum Schmiede in Richtung Uslar.

Gefährlich ist es laut Gerke darüber hinaus, ins Oberdorf zu kommen: „Die Straßenüberquerung ist jetzt gefährlich.“ Viele sagen, diese Lösung sei nicht gut, aber ändern könne man das wohl nicht mehr. Allerdings hat der Landkreis mitgeteilt, dass die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gegebenenfalls durch Geschwindigkeitsmessungen durchzusetzen sei.

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