Unternehmen investiert 3,5 Millionen Euro 

Mit Ilse-Tischen aus Uslar geht es aufwärts

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Roboter im Einsatz: In der Spritzkabine werden die Bauteile (rechts) mithilfe eines Roboters nach Kundenwünschen lackiert.

Uslar. Einst warb das Uslarer Unternehmen Ilse-Möbel damit, Europas größter Kleinmöbelhersteller zu sein. Jetzt macht die Nachfolgefirma Ilse Technik GmbH & Co. KG wieder europaweit von sich reden.

Bei einem Jahresumsatz von zuletzt zwölf Millionen Euro sollen in den kommenden zwei Jahren 2,3 Millionen Euro und danach weitere 1,2 Millionen Euro am Standort Uslar investiert werden.

Das Land Niedersachsen fördert die Investitionen mit 227 000 Euro, vorgesehen ist die Schaffung von 20 neuen Arbeitsplätzen. „Wir bauen in Uslar alles für modernste Tische, haben aber nichts mehr mit Holz zu tun“, sagte Andreas Schwedler zur Produktion. Waren früher meist Tischler in dem Unternehmen tätig, so sind es heute meist nur noch Metallfacharbeiter.

Die Firma Ilse Technik entwickelt – oft nach Kundenwünschen – Tischlösungen für den Privat- und Bürobedarf. Seit Jahren sind klapp- und schwenkbare Tische für Wohnmobile und Wohnwagen namhafter Hersteller in Deutschland und Europa die Renner. Diese Tische seien wie die Couchtische des Unternehmens leicht zu bedienen, mit raffinierter Technik versehen, praktisch und platzsparend. Bisher wurden alle Bauteile sowie Lift- und Auszugsbeschläge aus Metall hergestellt.

Jetzt ist Leichtigkeit gefragt, heißt es vom kaufmännischen Leiter Ralph Peters. Deshalb soll bei Ilse in eine neue Aluminium-Fertigungslinie investiert werden. Angeliefert werden in Uslar unterschiedlichste Profilteile, die dann für die Produktion zugeschnitten, geschweißt, zusammengebaut und lackiert werden. Metall müsse aber anders verarbeitet werden als das leichtere Aluminium. Deshalb seien auch neue Maschinen und Roboter nötig, sagte Betriebsleiter Bodo Meyer. Das Lagersystem der Firma ist modern, und die Regale reichen teils bis unter die Decke der Hallen. „Wir halten viele Bauteile vorrätig, um auch Kleinserien für unsere Kunden schnell herstellen und liefern zu können“, so Meyer.

Einmal die Woche werden von Ilse als Zuliefererbetrieb die fertigen Tisch-Unterbauten per Spedition an die Bestimmungsorte transportiert. Unter anderem nach Millingen bei Rees am Rhein, dem Hauptsitz der Firma Vierhaus, die die Gestelle etwa mit Tischplatten aus unterschiedlichen Materialien ausstattet, ergänzt Georg Globisch, der für den Unternehmensbereich Vierhaus (siehe Hintergrund) arbeitet.

Am Standort Uslar ist die Zahl der Arbeitsplätze von einst 60 am Tiefstpunkt um die Jahrtausendwende in den vergangenen Jahren auf derzeit rund 100 Mitarbeiter angestiegen. Die Beschäftigten (mit Auszubildenden) arbeiten in der Betriebsführung, Produktentwicklung, Montage, Versand und im Verkauf.

Wegen der neuen Produktlinie müsse man wachsen, und das geht nur mit mehr Personal. Dass das Stammunternehmen in den Standort Uslar investiert, werde allgemein als ein gutes Signal gewertet.

Hintergrund

Das Unternehmen Vieco GmbH ist ein Geschäftsbereich von drei Firmen, die fast alle Teile aus unterschiedlichen Materialien in Deutschland fertigen und weltweit vertreiben. Unter dem Firmennamen Vierhaus (seit 1908) werden unter anderem hochwertige Couch- und Esstische mit der Ilse-Mechanik aus Uslar hergestellt und vertrieben. Der Vierhaus-Hauptsitz ist in Millingen bei Rees am Rhein nahe der holländischen Grenze. Geschäftsführer ist Arndt Vierhaus.

Die Eve collection ist eine Individual-Tischmanufaktur, die seit 1986 vorwiegend auf Kundenwunsch (Material, Kombinationen, Farbe) fertigt. Sitz der Firma ist ebenfalls in Rees, Geschäftsführer ist Dennis Köhler.Die Firma Ilse Technik bietet maßgefertigte Tischlösungen für Industriekunden und ist Entwickler von Smart Mechanics (luxuriöses Wohnen auf kleinstem Raum) etwa für Caravans und Wohnwagen. Firmensitz ist Uslar, Geschäftsführer ist Arndt Vierhaus, Betriebsleiter Bodo Meyer.

Mehr Infos hier: www.vieco.de

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