Elf Monate nach der Feuer-Katastrophe: Holzbau-llse weiht neue Halle ein

Neue Hallen eingeweiht. Am Freitag gab es dazu eine Feier bei Holzbau-Ilse.

Uslar. Vor elf Monaten stand die Firma von Berthold Ilse noch vor dem Nichts. Am Freitag feierte der Uslarer Unternehmer Wiederinbetriebnahme und erntetet für sich, seine Familie und seine 20 Mitarbeiter von allen Seiten Lob für den Wiederaufbau.

Dafür gab es zwischendurch Rock’n’Roll: Solling-Elvis Mike Ohms trat auf und rockte die neue Halle.

Die Holzbau-Firma war in der Nacht zum 4. August 2014 bei einem der größten Feuer in der Neuzeit in Uslar komplett abgebrannt. Ursache war ein technischer Defekt. Bis auf das Bürogebäude war alles vernichtet – inklusive Fuhrpark. Übrig blieben gigantische Haufen mit Schutt und Asche.

Nagelneue Halle

Heute steht dort eine nagelneue 30 mal 30 Meter große Halle, daneben ein riesiger Carport. Und das Büro- und Sozialgebäude ist ebenfalls instandgesetzt. Der Chef rief alles noch einmal kurz in Erinnerung und nutzte die Gelegenheit, ganz oft Danke zu sagen. So lobte er mehrfach die Feuerwehr, die nahezu Unglaubliches schaffte: Kein Nachbarhaus fing Feuer.

Soforthilfe von Siebrecht

Danach kam Soforthilfe von Firmen. So stellte das Autohaus Siebrecht Fahrzeuge und eine Halle bereit, andere Firmen Gerät und Material. Denn schon zwei Tage nach der Katastrophe waren Ilses Mitarbeiter wieder auf den Baustellen im Einsatz. Dafür gab es am Freitag Szenenapplaus.

Wenig später entschied sich Berthold Ilse für den Wiederaufbau, engagierte Architekt Hans-Jürgen Kohrs (Delliehausen) und legte noch im vorigen Jahr los. Neun Monate nach dem Brand war die Firma wieder auf dem Betriebsgelände an der Siemensstraße zu Haus. „Es ist noch nicht alles so wie früher, aber so gut wie“, sagte Ilse und lobte den Einsatz aller Beteiligten.

Der Firmenchef berichtete, dass die Firma neben den Versicherungsleistungen auch mehrere 100 000 Euro für die neue Betriebsstätte aufbringe. Zu den negativen Erlebnissen gehörten langfristige und mühevolle Verhandlungen mit den Versicherungen, schlechter Erfahrungen mit Kreditversicherungen und einigen Geschäftspartnern, die sich einfach nicht gerührt hätten.

Das Positive aber habe überwogen, zog Berthold Ilse Bilanz. Karl Hoffmeister, Vorsitzender des Verbands Niedersächsischer Zimmermeister, sprach von einer Herkules-Aufgabe, die die Firma beim Wiederaufbau in beachtlicher Zeit geschafft habe. Mit Geschäftsführer Wilhelm Reihel übergab er Geschenke zur Wiedereinweihung und sagte: „Schön, dass wir Dich immer noch unter uns haben.“

Gratulation von Hupe

Für die hiesige Kreishandwerkerschaft gratulierte Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe. Er lobte Ilses Engagement auch in der Zimmerer-Innung als stellvertretender Obermeister und sagte, dass in jeder Krise immer auch eine Chance stecke.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer erinnerte ebenfalls an den großen Einsatz aller Beteiligten und hob die Bedeutung des Wiederaufbaus fürs Uslarer Land hervor.

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