Nach Ausbruch von 49 Hengsten werden jetzt noch zwei vermisst

Noch nicht gefunden: Hengst vom staatlichen Gestüt Hunnesrück.

Neuhaus. Die meisten der in der Nacht zu Sonntag von einer Wiese bei Neuhaus ausgebrochenen 49 Junghengste sind mittlerweile wieder eingefangen worden.

Ein Tier wurde wegen der Schwere der Verletzungen eingeschläfert und zwei Hengste fehlen immer noch, meldet Michael Bertelmann vom Hengstgestüt des Landes Niedersachsen in Hunnesrück.

Er hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei hatte die Bundesstraßen zwischen Lauenförde und Schönhagen sowie zwischen Schönhagen und Neuhaus bis Sonntagnachmittag gesperrt. Jetzt sind die Streckenabschnitte wieder für den Verkehr freigegeben worden. Aus Sicherheitsgründen besteht ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern. Es sei nicht auszuschließen, dass sich das Duo noch im Solling bewege.

Die heranwachsenden Pferde werden in gemeinsamen Aufzuchtgruppen der jeweiligen Geburtsjahrgänge gehalten. Damit die Betreuer von Beginn an die Pferde differenzieren können, trägt jeder Junghengst eine individuelle Stallnummer, diese sind in schwarzem Druck auf gelbem Untergrund dargestellt und werden von den Tieren an einem Halsband getragen. Vermisst werden laut Michael Bertelmann die Nummern 15 und 36 aus dem Geburtsjahrgang 2015. Diese Form der Markierung ist bei Pferden nicht gebräuchlich, sie stammt aus der Milchviehhaltung. Kühe tragen Halsbänder mit Zahlenangaben. Wer die Pferde sieht, kann sie leicht als Hunnesrücker-Aufzuchthengste erkennen.

Die Hengste sind laut Bertelmann beim Hannoveraner-Zuchtverband registriert und zusätzlich durch den klassischen Schenkelbrand und einen Mikrochip unter der Haut auf der linken Seite des Halses versehen.

Mit einem speziellen Lesegerät kann der Chip ausgelesen werden. Der Schenkelbrand befindet sich auf dem hinteren linken Schenkel der Pferde, unter dem Hannoveraner-Emblem sind bei Hengst Nummer 15 die Ziffern 19 und bei Nummer 36 die Ziffern 33 eingebrannt.

Indes wird immer noch gerätselt, warum die 49 Junghengste von der Wiese, auf die sie erst kurz vorher kamen und auf der sie auch genügend Futter hatten, ausgebrochen sind. Die Polizei Holzminden hat laut Pressesprecher Burkhard Schramm keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Ausbruchspuren deuten darauf hin, dass die Herde gemeinsam durchbrach. Auf dem Fluchtweg durch Neuhaus und den Solling richteten die Junghengste durch demolierte Autos einen Sachschaden von 25 000 Euro an.

Zwischenzeitlich kursiert das Gerücht, dass die Herde durch zwei Wölfe aufgeschreckt und zum Ausbrechen getrieben wurde. Dazu liegen der Polizei laut Schramm aber keine Erkenntnisse vor.

Und Michael Bertelsmann will sich nicht an Spekulationen beteiligen. Man habe ihm erzählt, dass zwei Wölfe bei Dassel, Lenne und Wangelnstedt gesehen worden seien. Es gebe aber keine Bissspuren an den Hengsten. Alle Verletzungen seien Spuren der Flucht – Risse durch Stacheldraht, Platzwunden und Blessuren durch Autos und Hindernisse wie Bäumen und Sträucher im Wald.

Es erscheine ihm eher unwahrscheinlich, dass sich ein oder zwei Wölfe an eine Pferdeherde mit 49 putzmunteren und agilen Tieren heranwage und diese so aufscheuche, dass sie durchgingen. 

Hinweise an die Polizei Holzminden, Telefon 05531-9580.

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