Neues Domizil für Jugendwerkstatt des Familienwerks

Im neuen Domizil: Mitarbeiter der Jugendwerkstatt des Berufsförderzentrums des Albert-Schweitzer-Familienwerks in der ehemaligen Lackierhalle der Firma Ilse an der Auschnippe/Sohlinger Landstraße. Werkstatt und Sozialräume wurden von den Beschäftigten und ihren Anleitern selbst eingerichtet. Foto: Dumnitz

Uslar. Das Ziel der Jugendwerkstatt des Albert-Schweitzer-Familienwerks ist auch nach über drei Jahrzehnten Projektarbeit unverändert: Arbeitslose Jugendliche und Erwachsene sollen durch die praktische und vor allem vielfältige Arbeit qualifiziert und in feste Arbeitsstellen vermittelt werden.

Deshalb erhielt die Werkstatt vor einigen Jahren auch den Zusatz Berufsförderzentrum. Das sagte Einrichtungsleiter Heinz Rickert (Adelebsen) jetzt in den neuen Werkstatträumen auf dem Gelände der früheren Möbelfirma Ilse an der Auschnippe in Uslar. Nach 30 Jahren auf dem Gut Steimke hat die Jugendwerkstatt dort in einer ehemaligen Lackierhalle ihr neues Domizil bezogen. Und selbst hergerichtet, wie Rickert betont. Die 450 Quadratmeter große Halle wurde für rund 30.000 Euro als Werkstatt mit Sozial- und Sanitäreinrichtungen sowie als Lager angelegt.

Fachliche Anleitung 

Dabei wurden die 20 erwachsenen und 15 jugendlichen Projektmitarbeiter bei allen Arbeiten mit eingesetzt. „Sie sollen bei praktischen Arbeiten wichtige Erfahrungen sammeln und durch den geregelten Arbeitstag für den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden“, sagt Einrichtungsleiter Rickert. Angeleitet werden die Werkstatt-Beschäftigten dabei von Zimmermeister Wilfried Wedekind (Sievershausen) und Maurerpolier Holger Beckmann (Sohlingen). Sie loben die zuvor arbeitslosen Teilnehmer, die über das Jobcenter der Arbeitsagentur in das Projekt geschickt werden. Fast alle seien motiviert und verstünden die Arbeit in der Jugendwerkstatt als eine Chance zur Qualifikation.

Gearbeitet wird derzeit unter anderem an der Fassadensanierung des denkmalgeschützten Schulbauernhofs in Hevensen und für ein Schulhof-Projekt der Sollingschule in Uslar. Von der Planung bis zur Umsetzung seien die Werkstatt-Mitarbeiter mit einbezogen, sagte Heinz Rickert.

Alle lernen, Maschinen zu bedienen und arbeiten im Baubereich, mit Holz und auch Metall. Der früherer Lehrer Wilfried Vendt engagiert sich als Honorarkraft auch für das Projekt. Er versucht, die Teilnehmer über ein Praktikum in verschiedenen Betrieben unterzubekommen. Dazu pflegt er Kontakte zu rund 50 Betrieben in der Region. Schon oft sei es gelungen, über diese Schiene ehemals Arbeitslose in eine feste Beschäftigung zu bekommen.

Qualifizierung für den Job 

Wer im Berufsförderzentrum dabei ist, der wird auch für Bewerbungen fit gemacht. Laut Rickert ist die Woche oft so aufgeteilt, dass 50 Prozent davon gearbeitet wird und die anderen 50 Prozent für die Qualifizierung in den eigenen Schulungsräumen an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Uslar genutzt werden.

Pro Jahr durchlaufen laut Vendt und Rickert rund 100 Leute das Projekt. Dieses Jahr seien bereits 25 davon vermittelt worden.

Stichwort Jugendwerkstatt 

Die Jugendwerkstatt des Albert-Schweitzer-Familienwerks besteht seit 1983. Damals lag die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 20 Prozent.

Leiter und Motor ist von Anfang an Heinz Rickert, der damals mit seiner Familie noch Pflegekinder für das Kinderdorf betreute. Rickert stehen heute zwei pädagogische und handwerkliche Anleiter sowie eine Verwaltungskraft zur Seite. Zusätzlich werden Honorarkräfte und bei Bedarf weitere Projektmitarbeiter beschäftig.

Über 3400 Menschen haben in 31 Jahren Bekanntschaft mit der Jugendwerkstatt gemacht, viele davon wurden vermittelt. (jde)

Kontakt: Telefon 05571-3490.

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