Aktuell: 60 Millionen Euro

Neubau der Bundesstraße 241 bis Bollensen dauert länger und wird teurer

Verändertes Bild: Der Einmündungsbereich von der Siedlung Rothenberg auf die Schlarper Straße (vorn) in Volpriehausen wird verlegt. Laut Bauleiter Olaf Berlig wird das Niveau der Schlarper Straße für die Unterführung (Trog) unter der Bahntrasse und der neuen Bundessstraße hindurch rund drei Meter tiefer gelegt.
+
Verändertes Bild: Der Einmündungsbereich von der Siedlung Rothenberg auf die Schlarper Straße (vorn) in Volpriehausen wird verlegt. Laut Bauleiter Olaf Berlig wird das Niveau der Schlarper Straße für die Unterführung (Trog) unter der Bahntrasse und der neuen Bundessstraße hindurch rund drei Meter tiefer gelegt.

Vor vier Jahren wurde die Großbaustelle Neubaustrecke B 241 von Volpriehausen bis Bollensen begonnen. Bis 2023 sollte alles fertig sein. Doch es dauert länger und wird weitaus teurer als veranschlagt.

Volpriehausen – Beim symbolischen Spatenstich im Juli 2016 zeigte man sich noch zuversichtlich, dass die 4,7 Kilometer lange Neubaustrecke für die Bundesstraße 241 zwischen Volpriehausen und Bollensen für rund 33 Millionen Euro Ende 2021 fertig ist. Doch schon beim Baubeginn 2017 wurde deutlich, dass das Projekt um einige Millionen Euro teurer wird und länger dauert. Aktuell geht man von 60 Millionen Euro Baukosten aus und rechnet mit einer Fertigstellung 2024/25.

Was aktuell gebaut wird – der neue Einmündungsbereich vom Volpriehäuser Rothenberg auf die Schlarper Straße – das sollte schon 2019 fertig sein. Doch es habe Schwierigkeiten bei der Freiräumung des Baufeldes, also des Bereichs, in dem die neue Straße gebaut werden soll, gegeben, sagt Olaf Berlig, der jetzt die Bauleitung hat.

So sei es nötig, alle Ver- und Entsorgungsleitungen durch einen „Medienkanal“, einen Versorgungsschacht mit 1,99 Metern Durchmesser, unter der neuen Straßentrasse und unter dem Bahnkörper hindurch zu führen. Wasser- und Abwasserleitungen werden in dem Schacht verlegt, Leitungen für Telekommunikation und Strom sowie Leerrohre.

Oberhalb des Volpriehäuser Bahnhofs arbeitet man parallel an einer Ersatzstraße von der bereits fertiggestellten neuen Meyerbrücke bis zur Siedlung Rothenberg hin. Die Notstraße ist wichtig für alle Anwohner der Siedlung und auch als Rettungsweg. Sie sei wohl ab August nutzbar. Für Fußgänger werde zudem ein barrierefreier Notweg vom Rothenberg über die Gleisanlage der Sollingbahn zum Haltepunkt angelegt. Das sei dann für die Zeit der weiteren Baumaßnahmen der einzige Fußweg zwischen dem Dorf und der Siedlung Rothenberg.

Abgerissen werden soll in den Herbstferien bei Sperrung der Bahnstrecke die Backsteinbrücke am Ende der Schlesierstraße Richtung Schlarpe, und wegen des Trogbaus an der Schlarper Straße sei auch an der Stelle voraussichtlich ab Anfang September dieses Jahres kein Durchkommen mehr.

Zudem soll ein größeres unterirdisches Wasser-Rückhaltebecken am alten Parkplatz neben dem Freibad gebaut werden. Das Becken soll später vor allem Oberflächenwasser speichern, bevor es langsam in den Volperbach Richtung Dorf fließt.

Fürs Verlegen der Trinkwasserleitung ist der obere Bereich der Volperstraße ab der kommenden Woche bis Ende Juli gesperrt. Anwohner müssen mit Behinderungen rechnen, können den Bereich aber außerhalb der Arbeitszeit befahren, heißt es von der Bauleitung.

Oberhalb von Gierswalde wird gerade das Stahlgerippe für eine neue Straßenbrücke montiert. Mitte Mai soll das freitragende Bauwerk eingeschalt sein und mit Beton ausgegossen werden, heißt es von Egbert Traud von der Bauüberwachung der Großbaustelle. Er weist darauf hin, dass man in der jetzigen Bauphase daran arbeite, das Baufeld freizubekommen. So wurden die Böschungen im Frühjahr erneut abgeholzt, und inzwischen seien an mehreren Stellen Amphibien-Schutzzäune aufgestellt, damit etwa Eidechsen und Frösche eingesammelt werden können und keinen Schaden nehmen.

Bald werde mit der Herstellung des Troges an der Schlarper Straße und im nächsten Jahr mit dem Einbringen von Spundwänden begonnen, weil die neue Bundesstraße im 1,2 Kilometer langen Ortsbereich von Volpriehausen wegen Lärmschutz drei Meter unter dem Niveau der Bahnschienen verlaufen soll.

Die Brücken an der Schlarper und an der Schlesier Straße sollen bis 2023 fertig sein, und bis dahin soll auch schon an der Anlage der Neubautrasse gearbeitet werden. Berge müssen abgetragen und Täler aufgefüllt werden. Jürgen Dumnitz

Stahlgerippe für ein Brückenbauwerk: Für den linken Brückenpfeiler für die neue Bundesstraße 241 bei Volpriehausen ist die Bewehrung bereits fertiggestellt. Für den rechten Brückenpfeiler steht erst ein Teil der Innenverschalung vor dem Bahndamm.
Baggern für Ersatzstraße: GPS-gesteuerte Bagger modellieren den Weg zwischen Meyerbrücke und Siedlung.
Abgeholzter Hang: Parallel zur Bahnlinie soll etwa drei Meter tiefer die neue Bundesstraße verlaufen, rechts ein Gebäude des Freibads Volpriehausen.
Hier entsteht eine sogenannte Notquerung für Fußgänger: Bauleiter Olaf Berlig steht am Bahnhaltepunkt in Volpriehausen, wo ein barrierefreier Überweg über die Schienen zum Mühlensiek und zur Siedlung Rothenberg angelegt werden soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.