Präsentation des Einzelhandelskonzepts

Nur Note vier für die Uslarer Innenstadt

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Vorstellung: Beatrix Rehwinkel von der Cima Beratung + Management GmbH präsentierte im Uslarer Wirtschafts-, Umwelt- Entwicklungsausschuss das Zwischenergebnis für das Einzelhandelskonzept für Uslar.

Uslar. Die Uslarer Innenstadt erhält gerade einmal die Note vier. Das hat eine Bürgerbefragung ergeben. Nun soll gehandelt werden.

Die mit dem Einzelhandelskonzept für Uslar beauftragte Firma Cima Beratung + Management GmbH hat im Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschuss die Ergebnisse aus der Bürgerbefragung und die weiteren Planungen vorgestellt.  Bei der Präsentation des von einem Büro erarbeiteten Einzelhandelskonzepts  wurden vor allem die zum Teil erheblichen strukturellen Probleme der Innenstadt deutlich. Wir haben Fragen und Antworten zu der Problematik zusammengestellt:

Was ist bei der Bürgerbefragung herausgekommen?

Zunächst sprach Beatrix Rehwinkel von der Cima von einer auffallend guten Beteiligung: 852 Fragebögen wurden online ausgefüllt sowie 90 Passanten in der Innenstadt und 54 vor den Märkten an der Wiesenstraße befragt. So eine große Resonanz habe die Cima bei einer Stadt dieser Größenordnung noch nicht erlebt. Zudem lobte die Cima-Mitarbeiterin, wie ernsthaft und wichtig den Teilnehmern die Umfrage zu dem Thema war.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Die Rede ist von einer eher unterdurchschnittlichen Besuchshäufigkeit in der Innenstadt. Als klassischer Besuchsgrund liegt der Einkauf vor der Gastronomie/Freizeit und dem Arzt und sonstigen Dienstleistungen, während in der Wiesenstraße der Einkauf fast einziger Besuchsgrund ist. Die Einkaufshäufigkeit in der Innenstadt ist in den vergangenen drei Jahren deutlich negativ.

Was sind die auffälligsten Details?

Über die Hälfte der Befragten (58 Prozent) verbinden immer oder fast immer (17,6 Prozent) oder wenigstens ab und an (40,7 Prozent) den Besuch in der Innenstadt und der Wiesenstraße miteinander. 41 Prozent tun dies selten oder sehr selten (29 Prozent) bis nie (11,8 Prozent). Insgesamt liege eine mäßige Verknüpfung vor. Es könne vermutet werden, dass der Rossmann-Drogeriemarkt für die Innenstadt eine maßgebliche Zugkraft entfalte. Und: Eine Verlagerung von Rossmann würde den Einkaufsschwerpunkt klar in Richtung Wiesenstraße verlagern.

Wie ist die Bewertung der Innenstadt ausgefallen?

Es ging nach Schulnoten. Die Bewertung stellte sich für wesentliche Kernkompetenzen einer Innenstadt – Angebotsvielfalt und -qualität des Einzelhandels mit der Note: 3,9, Außenerscheinung der Geschäfte (3,4), Gastronomieangebot (3,4) – als deutlich schwach dar und zeige insgesamt Defizite auf. 66 Prozent der Befragten vermissen Sortimente/Angebote, vor allem Schuhe/Lederwaren, Elektroartikel, Bäcker, Konditorei und Café, Bekleidungsangebote, Haushaltswaren, Geschenkartikel.

Als Verbesserungsvorschläge für die Innenstadt wurden genannt Vielfalt und Qualität des Einzelhandels erhöhen, Gastronomieangebot verbessern, Fußgängerzone wieder einrichten, Stärkung der Einzelhandelsortimente und Belebung durch Märkte und Veranstaltungen.

Wie war die Resonanz im Ausschuss?

Bernd Franke (UWG) sieht ein großes Problem für ein Einzelhandelskonzept in den Eigentumsverhältnissen in der Innenstadt. Er forderte, die Mühlenstraße als Spange zur Wiesenstraße zu beleben.

Auch Bürgermeister Torsten Bauersieht die Mühlenstraße als Brückenschlag zur Wiesenstraße. Dahinter steht die politisch-planerische Zielsetzung der Stadt, sowohl den Einzelhandelsstandort Innenstadt als auch den Ausbau der Wiesenstraße zu stärken und daher eine städtebaulich-funktionale Verknüpfung der Innenstadt mit der Wiesenstraße herzustellen. Das allerdings sehen Landkreis und Amt für regionale Landesentwicklung als problematisch.

Matthias Riemer von der Wirtschaftsvereinigung Region Uslarzeigte sich nicht überrascht von der Analyse und der negativen Entwicklung, weil in den vergangenen Jahren ein klares Konzept gefehlt habe. Überhaupt nicht nachvollziehen könne er die Verknüpfung zwischen Innenstadt und Wiesenstraße.

Was passiert als Nächstes in Sachen Einzelhandelskonzept?

Alle Beteiligten sind laut Stadt und Cima aufgerufen, die Zwischenergebnisse ausgiebig zu diskutieren. Danach ist vorgesehen, dass ein Arbeitskreis mit Vertretern aus den Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung, der Kaufmannschaft Region Uslar, der IHK, des Einzelhandelsverbands und des Landkreises tagen und danach die Ergebnisse daraus vorgestellt werden, aus denen das Einzelhandelskonzept für Uslar entsteht.

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