Offenser Solarfeld soll bald ans Netz gehen

Solarfeld an der Bahnstrecke: Die nach Süden ausgerichtete neue Photovoltaikanlage in Offensen verläuft auf 110 Meter Länge parallel zu den Schienen der Regionalbahn. Foto: Dumnitz

Offensen. Ein Teil der neuen Photovoltaikanlage in Offensen steht schon.

Kurz vor den Sommerferien hat der Landwirt Michael Ahlbrecht (48) als Chef der Solarpark Offensen GmbH die Baugenehmigung für das Projekt vom Landkreis Northeim erhalten. Jetzt wird auf 30 000 Quadratmetern ehemaliger Ackerfläche das Solarfeld zur Erzeugung von regenerativer Energie aus Sonnenkraft aufgebaut.

Betreiber der Anlage ist Michael Ahlbrecht jedoch nicht. Realisiert hat das Projekt die weltweit tätige Firma Frankfurt Energy Holding GmbH mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt. Das Unternehmen (Geschäftsführer Jianming Feng) hat die Ackerfläche laut Vertrag für 20 Jahre von Ahlbrecht gepachtet.

Im Oktober 2012 gab es die ersten Pläne von Ahlbrecht, der am Fuße des Lichtenbergs auf 75.000 Quadratmetern Fläche Solarzellen zur Stromerzeugung errichten lassen wollte. Das ist eine Fläche so groß wie zehneinhalb Fußballfelder. Realisiert wird das Vorhaben jetzt auf weniger als der Hälfte der Fläche.

Damit entspricht die Energiefeld-Größe den Wünschen des Ortsrates. Der hatte sich für eine kleine Fläche ausgesprochen und das mit dem Ergebnis eines Blendgutachtens begründet. Laut diesem Gutachten sei zu befürchten, dass es 179 Mal pro Jahr zu Einzelblendungen von bis zu 15 Minuten Dauer an 187 Tagen kommen könne.

Aufbau der Solarfläche: Auf rund 30 000 Quadratmetern bisheriger Ackerfläche von Michael Ahlbrecht entsteht bei Offensen eine etwa 1,8 Millionen Euro teure Photovoltaikanlage, die die Firma Frankfurt Energy Holding GmbH errichten lässt. Foto: Dumnitz

Für die jetzt genehmigte Betriebsfläche auf 110 Metern Länge parallel zur Bahnlinieund einem Feld oberhalb des Kriegerdenkmals gibt es Fördergeld der Europäischen Union (EU) nach dem Energieeinspeisungsgesetz (EEG). Für einen zuvor als zweiten Bauabschnitt vorgesehenen Bereich liegt bisher kein Bauantrag beim Landkreis Northeim vor.

Projekt nicht unumstritten

Das Vorhaben des Landwirts war in dem 300-Seelen-Dorf nicht unumstritten. Ortsrat und einige Einwohner hatten sich eine Bürgerbeteiligung an der Anlage gewünscht, sie wollten an der Anlage zur regenerativen Stromerzeugung mitverdienen und auch mitbestimmen.

Das lehnte Albrecht jedoch ab, bot lediglich an, dass Investoren als stille Teilhaber Geld mit einbringen konnten. Dass es jetzt alles anders gekommen ist, begründet Ahlbrecht mit den vielen Verzögerungen und Veränderungen bei der EEG-Förderung.

Schön hofft auf Akzeptanz

Letztlich habe er keine eigene Finanzierungsmöglichkeit mehr gehabt, sagte Michael Ahlbrecht, und sich deshalb für einen Vertrag mit der Frankfurt Energy entschieden. Ahlbrecht rechnet damit, dass die Energieanlage in den nächsten Tagen ans Netz geht. Er sei ein wenig enttäuscht wegen fehlender Unterstützung durch die Stadt Uslar und wegen der Proteste aus dem Dorf. Das Solarfeld sei doch ein guter lokaler Beitrag zur unabhängigen Energieversorgung.

Ortsbürgermeister Matthias Schön sagte, dass er sich freue, dass die Anlage den Vorgaben des Ortsrates entspreche. Er hofft jetzt auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

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