Oldtimerclub

Großes Nutzfahrzeugtreffen in Uslar: Alte Schätze lockten Gäste

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Huckepack: Der alte Goliath von Carsten Pätzoldt aus Thedinghausen bei Bremen kam auf einem Anhänger.

Uslar. Kein Stäubchen und kein Kratzer auf dem Lack sahen die Besucher beim siebten Treffen historischer Nutzfahrzeuge des Uslarer Oldtimerclubs für Nutzfahrzeuge.

Auf dem großen Festplatz und dem Zentralen Omnibusbahnhof in der Schwarzen Erde präsentierten sich am Samstag 95 historische Nutzfahrzeuge mit ihren Fahrern und Besitzern.

Es ist lange her, dass der alte Hanomag zum Instandsetzungstrupp der Hamburger Polizei gehörte. Vor acht Jahren hat Michael Taubhorn das historische Gefährt Baujahr 1963 gekauft. „Als Nachfolger für meinen alten Magirus. Den wollte meine Frau nicht mehr fahren, seit uns auf der Autobahn ein Reifen geplatzt war“, erzählt er.

Tempo maximal 78 km/h

Weil die Augen nicht mitmachen, darf Taubhorn nicht selbst fahren. Das übernehmen seine Frau, Tochter Nele oder ein Freund, der ihn samt Hanomag auch nach Uslar gebracht hat. Aus dem ehemals olivgrünen Werkstattwagen, dessen Reisegeschwindigkeit gerade einmal bei 78 Stundenkilometer liegt, hat Taubhorn mit seiner Tochter ein graues Wohnmobil mit neuer Lenkhilfe und Synchrongetriebe gemacht. Vier Jahre habe er daran gearbeitet, richtig fertig werde man nie.

Dass das Schild „Irgendwas is’ immer“ an der Tür des Wagens hänge, sei deshalb kein Zufall. Dennoch bringe es großen Spaß. Die nächste Reise sei schon geplant. Rund um die Ostsee will er mit seiner Frau fahren, berichtet der im sozialen Bereich tätige Oldtimerfan, der den Uslarer Club noch aus den Zeiten des verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Peter Schönitz kennt.

Unter Oldtimerfreunden kennt und hilft man sich. Viele der Fahrer haben auf dem Platz übernachtet, etwa in Wohnwagen, die mit abmontierten Rädern auf der Ladefläche der großen alten Henschel, MAN oder Hanomags stehen. In einigen alten Möbeltransportern sind Sofas und Sessel zu entdecken, andere Lkw wurden komplett als Wohnmobil umgerüstet.

Am liebsten Originalzustand

Fast alle sind fahrbereit, präsentieren sich mit glänzendem Lack und Motor. Den alten Goliath allerdings kann Carsten Pätzoldt aus Thedinghausen bei Bremen nur auf dem Anhänger zeigen. Morgens sei er noch angesprungen, dann ließ sich der Motor nicht mehr zum Leben erwecken.

„Wir sind einfach wahnsinnig“, sagt Pätzoldt, der zusammen mit Freunden alte Fahrzeuge sammelt und wenn irgend möglich im Originalzustand belässt. Auf der Ladefläche des dunkelgrünen, verwitterten Borgward-Lieferwagen mit letztem TÜV von 1988 wurden früher Waschmaschinen transportiert.

2 CV mit Ladefläche

Ob es ganze Speditionsflotten sind, die sich mehrere Fahrzeuge stark den Gästen auf dem Festplatz und bei der Ausfahrt in der Uslarer Innenstadt und nach Einbeck präsentierten, oder kleine Nutzfahrzeuge wie ein Citroën 2 CV mit Ladefläche: Was in den vier Tagen des Treffens an historischen Nutzfahrzeugen in Uslar zu sehen war und vom Vorsitzenden Thomas Pfeiffer im Detail vorgestellt wurde, kann sich sehen lassen. Riechen übrigens auch. Denn der Diesel-Duft der mit historischen Kennzeichen ausgestatteten Fahrzeuge überzeugt die Fans ungeachtet aller Abgas-Diskussionen mehr als das teuerste Parfum. (zyp)

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